Für den Tourismus ziehen Partner an einem Strang

Der Meinerzhagener Rechtsanwalt und CDU-Ratsherr ist zum Vorsitzenden des neuen Tourismusverbandes gewählt worden.

MEINERZHAGEN ▪ Vier Städte, zwei Kreise formieren sich in einem neu gegründeten Zweckverband. Gemeinsam wollen sie den Tourismus rund um den Bigge- und den Listersee voranbringen. An der Spitze der Zweckverbandsversammlung des „Tourismusverbandes Bigge-Listerse“ steht der Meinerzhagener Matthias Scholand.

Der Rechtsanwalt und hiesige CDU-Ratsherr wurde auf der konstituierenden Sitzung im Seminarraum der Campinganlage der Biggesee GmbH in Olpe-Sondern zum ersten Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist der Erste Beigeordnete der Stadt Drolshagen, Peter Spitzer.

Verwaltungsmäßig sind der Attendorner Bürgermeister Wolfgang Hilleke als Verbandsvorsteher sowie der Olper Bürgermeister Horst Müller als dessen Vertreter für die Aktivitäten des Zweckverbandes verantwortlich. Mitglieder sind der Märkische Kreis und der Kreis Olpe sowie die Städte Meinerzhagen, Drolshagen, Attendorn und Olpe. Hauptaufgabe des Verbandes wird sein, die touristische Entwicklung rund um die beiden großen Talsperren im südlichen Saurland zu fördern. Im Fokus stehen dabei insbesondere die im Rahmen des Strukturförderprogramms „Regionale 2013 Südwestfalen“ von den sechs beteiligten Partnern gemeinsam entwickelten Projektideen in die Tat umzusetzen.

Das Projekt „Naturerlebnisgebiet Bigge-/Listersee“ hatte im März dieses Jahres den den Dritten Stern erhalten und ist damit grundsätzlich förderwürdig. Mit der Mittelbereitstellung ist im Zuge der noch anstehenden Verabschiedung des Landeshaushalts 2012 zu rechnen.

Bereits seit mehreren Jahren arbeiten die vier Kommunen Olpe, Drolshagen, Attendorn und Meinerzhagen sowie der Märkische Kreis und der Kreis Olpe an dem gemeinsamen Vorhaben. Jetzt kann aus der Vision Realität. 10,4 Millionen Euro werden für die „Frischzellenkur“ der beiden Seen investiert. Das Gebiet soll attraktiver und die Natur erfahr- und erlebbarer werden. Das „Naturerlebnisgebiet Bigge-/Listersee“ umfasst folgende zentrale Bausteine:

Wandererlebnis Bigge-Lister-Steig: Um Bigge- und Listersee wird ein Wanderweg führen, der bestehende Strecken nutzt und durch neue Trassen ergänzt wird. Der Weg wird eine einheitliche Beschilderung haben und über 18 Stationen verfügen: Bigge-Lister-Balkone, Aussichtspunkte und Rastplätze. Oberhalb des Biggedamms entsteht eine Aussichtsplattform/Kanzel mit modernen Informationsmedien. Umsetzung: 2012-2014

Bigge-Lister-Radring: Zwei neue Radrouten sind geplant: Die erste verbindet die vier Städte und die Seen miteinander und ist als anspruchsvoller Höhenradweg gedacht. Die zweite Strecke führt am gesamten Uferverlauf entlang und ist besonders für Familien reizvoll. Neben der qualitativen Verbesserung bestehender Routen sind auch einige neue Trassen vorgesehen: Unter anderem wird ein Radweg zwischen Meinerzhagen-Hunswinkel und Attendorn-Schnütgenhof geschaffen. Beide Routen werden an die Haltepunkte des Biggesee-Express und an die Schiffsanlegestellen angebunden. Umsetzung: 2012-2014

Natur.Raum.Begegnung – Umweltkommunikation an Bigge- und Listersee: Welche landschaftlichen und biologischen Merkmale machen Bigge- und Listersee einzigartig? Wie sehen nachhaltige Umweltschutzmaßnahmen aus? Diesen und vielen weiteren Fragen wird eine zentrale Rolle zukommen. Die Vermittlung der Informationen wird über klassische Lehrpfade und Informationstafeln hinausgehen und für Jung und Alt spannend aufbereitet. Konzeption: 2012/2013

Bahnlinie Biggesee-Express: Um die Anreise per Bahn attraktiver zu machen, sind eine Reihe von Maßnahmen geplant. Der vom Biggesee zu weit entfernte Haltepunkt Attendorn-Kraghammer soll durch einen neuen Halt „Staudamm“ ersetzt werden. Der Zweckverband Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS) hat hierfür bereits seine Zustimmung signalisiert. Auch das Bahnhofsumfeld in Olpe-Sondern wird im Rahmen der „Gesamtentwicklung Sondern“ modernisiert. Beide Haltepunkte werden zudem barrierefrei gestaltet. Als weitere Maßnahme ist die Beleuchtung des Haltepunktes „Hohen Hagen“ vorgesehen. Umsetzung: 2012/2013

Zugänge zum Wasser: Bislang mangelt es an attraktiven Badestellen, die auch für Familien und in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen gut erreichbar sind. Das dadurch entstandene „Wild-Baden“ verursacht Müll-, Hygiene- und Parkplatz-Probleme. Deshalb erhalten folgende Stellen einen besseren Zugang zum Wasser und attraktivere Aufenthaltsmöglichkeiten: Attendorn-Schnütgenhof, Meinerzhagen-Windebruch, Olpe-Niederstenhammer und Olpe-Sondern. Umsetzung: 2012-2014.

Olpe-Sondern: In Olpe Sondern werden städtebauliche Veränderungen vorgenommen, für die 2012 ein planerischer Wettbewerb durchgeführt wird. Der alte Fußgängertunnel wird durch einen ebenen Bahnübergang ersetzt. Östlich der Bahnlinie entsteht ein Seeplatz, der Ausblick auf die Landschaft bietet und für Veranstaltungen und Feste genutzt werden kann. Zudem wird hier ein Seepark mit Spazierweg am Wasser entstehen. Der bestehende Uferweg parallel zur Bahnlinie wird durch Bäume, Leuchten und sogenannte „Bigge-Balkone“ – Aussichtspunkte mit Sitzmöglichkeiten – aufgewertet. Für den Parkplatz nördlich des Bahnhofs entsteht eine Grünfläche mit Spiel- und Freizeitangeboten. Umsetzung: 2012 – 2015

Schifffahrt Biggesee: Vertreter der Schifffahrt waren an der Entwicklung des Projektes beteiligt und haben privates Engagement zugesagt. So ist die Einrichtung neuer Anlegestellen am Ostufer des Biggesees geplant. Zudem sollen die bestehenden Anlegestellen unter anderem mit Unterstell- und Sitzgelegenheiten ausgestattet werden. Umsetzung: voraussichtlich ab 2013..

Im Gespräch mit der MZ betonte der neu gewählte Vorsitzende der Verbandsversammlung, Matthias Scholand, dass man nun mit Hochdruck an der Umsetzung der Projektideen arbeiten werde. Mit den ersten konkreten Bschlüssen will der Zweckverband nicht lange warten. Ein Termin für die erste Arbeitssitzung der Verbandsversammlung steht bereits fest. Am 12. September geht es unter anderem um den Haushaltsplan, Förderanträge und die Stellenausschreibung für einen hauptamtlichen Geschäftsführer des Zweckverbandes. ▪ Horst vom Hofe

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