Flüchtlinge Thema beim Antrittsbesuch

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Dr. Matthias Heider (links) sprach mit Bürgermeister Jan Nesselrath unter anderem über die Flüchtlingsfrage.

Meinerzhagen - Ginge es nach Bürgermeister Jan Nesselrath, wird die Meinerzhagener Jugendherberge von der Bezirksregierung auch über den Januar hinaus als Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge genutzt. Das erklärte das Stadtoberhaupt jetzt im Rahmen eines Gesprächs mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Heider (CDU).

„Wir werden in absehbarer Zeit entsprechende Gespräche führen, in denen es um die künftige Nutzung der Herberge geht“, sagte Nesselrath, der nicht ohne Grund eine weitere Belegung durch Flüchtlinge anstrebt: Jene 138 Personen, die maximal an der Bergstraße untergebracht werden können, werden auf das Kontingent der „städtischen“ Flüchtlinge angerechnet. Das heißt: Sobald die Jugendherberge keine Erstaufnahme-Einrichtung mehr ist, muss die Stadt für die Obhut 138 zusätzlicher Menschen sorgen. Doch dass das nicht leicht ist, machte Jan Nesselrath auch im Gespräch mit Matthias Heider deutlich. „Irgendwann sind die Kapazitätsgrenzen erreicht“, warnt der Bürgermeister. „Tag für Tag ist die Stadtverwaltung bemüht, Wohnraum zu finden“, so Jan Nesselrath – und bislang sei dies auch gelungen. Allerdings sei nicht absehbar, mit welchen Zuweisungen man noch zu rechnen habe.

Derzeit sorgt die Stadtverwaltung für die Unterbringung von 335 Menschen, allein seit August sind Meinerzhagen 142 Personen zugewiesen worden. „Es kann nicht nur Aufgabe der Kommunen sein, diese Herausforderung zu bewältigen“, betont Nesselrath, der die ersten Entlastungen – Zuweisungen vom Bund, Halbierung der Maximalsumme für Behandlungskosten – allerdings begrüßt.

Nesselraths Parteikollege Matthias Heider dankte in diesem Zusammenhang allen Helfern, die die Flüchtlinge im Auftrag von Hilfsorganisationen oder ehrenamtlich unterstützen. „Das zeichnet unsere Gesellschaft aus. Ohne sie wäre es dem Staat nicht möglich, eine Million Flüchtlinge zu betreuen.“ Jedoch plädiert Heider dafür, sich auf Asylanträge von Personen aus Kriegsgebieten zu konzentrieren. Seiner Meinung nach kämen viele Menschen aus „persönlichen und wirtschaftlichen Motiven“ nach Deutschland. „Diese Anträge müssen schneller abgeschlossen werden“, so der CDU-Abgeordnete. Dazu würden derzeit in Berlin Gespräche mit dem Koalitionspartner SPD geführt, die zu einem zweiten Flüchtlingspakt führen sollen, um Asylverfahren zu beschleunigen.

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