Ein „Master-Plan“ für den Standort Meinerzhagen

Marc Nölke (links) kümmert sich jetzt in Meinerzhagen hauptamtlich um die Nachwuchsarbeit. J Archivfoto: Schüller

MEINERZHAGEN ▪ Der Westdeutsche Skiverband mit Sitz in Meinerzhagen geht in die Offensive: Um neue Talente zu entdecken, die möglichst Anschluss an die internationale Skisprung-Spitze bekommen, wurde jetzt der erste hauptamtliche Trainer eingestellt, den es am Leistungsstützpunkt Meinerzhagen je gegeben hat: Marc Nölke.

Nölke hat seinen Dienst bereits angetreten. Mit ihm konnte ein Fachmann verpflichtet werden, der allein durch seine Person die Bedeutung des heimischen Stützpunktes unterstreicht. Der ehemalige Co-Trainer der österreichischen Skispringer war, zusammen mit WSV-Vertretern, bereits in drei Meinerzhagener Grundschulen zu Gast, um dort für das Skispringen zu werben. „Am Kohlberg, Auf der Wahr und am Rothenstein wurden Talentsichtungsgruppen eingerichtet“, berichtet Dieter Buschbeck, Koordinator Leistungssport im WSV, von der Aktion.

Angesichts der jüngsten Entwicklung in Sachen Meinhardus-Schanzen gewinnt die Einstellung von Marc Nölke noch größere Bedeutung: Wie bereits berichtet, soll die mittlere Mattenschanze, die „K 37“, renoviert werden. Das Hangprofil im Auslauf entspricht nicht mehr den neuesten Anforderungen, außerdem sei der Aufsprunghang zu schmal, erläuterte Buschbeck im Gespräch mit der MZ. Bei 300 000 Euro Gesamtkosten und einem städtischen „Eigenanteil“ von mehr als 200 000 Euro ist der Umbau keine Kleinigkeit, Gabi Cordt (SPD) brachte es in der Sportausschusssitzung allerdings auf den Punkt: „Ich denke, wir müssen mit Bauchschmerzen zustimmen.“

Sollte der Rat für einen Umbau des „K 37“-Hanges votieren, prophezeit Buschbeck dem Landesstützpunkt Meinerzhagen eine herausragende Bedeutung: „Auch durch Marc Nölke wollen wir die Arbeit hier schnellstmöglich intensivieren. Er ist ein absoluter Top-Mann. Meinerzhagen könnte bald ganz wichtig werden, weil wir im Vergleich zu vielen anderen Stützpunkten einen ganz großen Vorteil haben: Die Bevölkerungsdichte. Unser Einzugsgebiet umfasst nicht nur den Märkischen Kreis mit Lüdenscheid, Meinerzhagen und Kierspe, sondern auch die Regionen Gummersbach, Köln und das Ruhrgebiet.“

Um die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen, fand in der Volmestadt kürzlich ein Treffen statt, in dem es darum ging, für Meinerzhagen einen „Master-Plan“ aufzustellen. Allein die Teilnehmer an dieser Gesprächsrunde verdeutlichen die Bedeutung der Zusammenkunft: Neben dem Bundesstützpunktleiter des Deutschen Skiverbandes, Thomas Grellmann, waren auch der WSV-Vizepräsident Leistungssport, Rolf Schöttler, Marc Nölke, weitere heimische Stützpunkttrainer und Vertreter des Skiklubs dabei. Tenor der Diskussionen: Meinerzhagen soll als „Zulieferer“ für des Bundesstützpunkt Nachwuchs in Winterberg/Villingen dienen. „Wir müssen konkurrenzfähig bleiben, gerade in Zeiten des demografischen Wandels“, erläuterte Dieter Buschbeck vom WSV und fügte hinzu: „Andere Sportarten reißen sich auch um den Nachwuchs.“

Dass der Auslauf der „K 37“ unbedingt saniert werden muss, steht auch für Buschbeck außer Frage: „Unsere Trainer haben berichtet, dass erst in der vergangenen Woche ein sehr guter, leichter Springer auf der K 37 durch Seitenwind so weit nach rechts getragen wurde, dass er beinahe neben den Matten gelandet wäre. Kaum auszudenken, was hätte passieren können.“

Von Jürgen Beil

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