Markthändler spendieren Reise nach Hemer

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Im Bus des Reiseunternehmens Manß aus Lüdenscheid fuhren die Kinder nach Hemer. ▪

MEINERZHAGEN/KIERSPE ▪ Um 5.50 Uhr stand Marion Hilbert am Montagmorgen schon auf, um eine große Portion Brötchen für die Reise von Kindern aus Meinerzhagen und Kierspe zur Landesgartenschau nach Hemer zu schmieren.

Und die standen dann auch schon sichtlich aufgeregt an der Stadthalle. Mal gingen die Blicke zum Himmel, des Wetters wegen und mal zur Straße, des Busses wegen. Als dann ein supermoderner Reisebus vor ihnen hielt, staunten nicht nur die Kinder, sondern auch der Organisator der Reise, Ralf Tofote. Gebucht hatten die Meinerzhagener Wochenmarkthändler nämlich nur einen Kleinen. „Der hatte einen Defekt“, klärte Mourice Manß Junior ganz schnell auf. „Wir wollten die Kinder aber nicht hängen lassen.“ Der jüngste Busfahrer von NRW, gerade mal 18 Jahre jung, kutschierte die zwölf Kinder aus Familien denen es momentan finanziell nicht so gut geht, dann zur Landesgartenschau. Die Idee, so eine Reise zu organisieren, hatte der Gewürzhändler Ralf Tofote. Ein Großteil seiner Kollegen des Wochenmarktes unserer Stadt spendete spontan Geld. „Wir wollten etwas für die Kinder tun, sie sind unsere Zukunft“, so Tofote. „Das Reisebusunternehmen Manß aus Lüdenscheid kam uns mit einem sehr guten Fahrpreis entgegen. Dadurch wurde diese Fahrt erst möglich.“ Das Restaurant Máro übernahm die Verpflegung. Obst spendierte Wochenmarkthändler Bernd Syrek. Rucksäcke steuerte Spielwaren Hilbert bei und Süßes kam vom Kaufpark. Und so war der Bollerwagen, mit dem die Truppe durch die Gartenschau zog, gut gefüllt. Damit Gisela Bösel und Karin Jahnke von der Tafel ihre Schäfchen auch immer wieder fanden, trugen diese Kappen der Volksbank.

Keiner der Kinder war schon einmal in Hemer und so war die Neugier groß. „Cool“, war das erste Wort von Fabian, als der vor dem Eingang stand. Und cool sagte er noch öfter an diesem Tag. Obwohl Gisela Bösel extra eine Mail mit der Bitte um gutes Wetter an Gott geschickt hatte, machte Selbiges dann, was es wollte. Mal war es schön, mal goss es wie aus Kannen, dann lächelte die Sonne wieder. Den Kindern war alles Recht. Die staunten, tobten, probierten sich aus. Und die zogen auch den Bollerwagen. Ralf Tofote hatte immer jemanden, der ihm half, an seiner Seite. Schnell kamen die Kinder aus den unterschiedlichen Kulturkreisen ins Gespräch, freundeten sich an. „Ist das hoch“ staunte die zwölfjährige Isabella, als sie vor der Himmeltreppe stand. An jeder Ecke fand Spaß statt, wurde die Neugier geweckt, die Entdeckerlust. Und selbst der Regen verwischte diese Freude nicht. Die Schuhe quietschten irgendwann vor Nässe, die Kinder vor Freude, als sie im Treffpunkt der Landwirtschaft warmen Kakao spendiert bekamen, sich dort im Stelzenlauf und mehr ausprobieren konnten, ihr Melkdiplom machen konnten. Samuel war dabei der Beste. Barbara fand den Streichelzoo toll, der hohe Turm der Gartenschau war ihr nicht geheuer. „Der hat gewackelt“, meinte sie. Tiana verlor trotz nassen Sachen ihre gute Laune nicht: „Alles hat Spaß gemacht, besonders der Irrgarten und das Felsenmeer.“ Und Nicole fragte, wann es wieder auf die Reise ginge. Die Zwillinge Abdallah und Rehema fanden einfach alles gut.

Am Ende des Tages, der dann doch noch einigermaßen trocken wurde, strahlten alle. Die Kinder waren einfach nur guter Laune, die Organisation klappte bestens. „Danke, dass meine Kinder mitfahren durften“, sagte die Mama der Zwillinge, Naima Butoy. „Das war sehr, sehr lieb und gut.“ Und auch die Kinder verabschiedeten sich mit strahlenden Augen bei den beiden Damen der Tafel und bei Ralf Tofote. ▪ mmf

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