Strompreis steigt: Mark E will Umlage weitergeben

Das Entgelt für den Bezug von Strom wird sich für Endkunden im kommenden Jahr erhöhen. ▪ MZ-Foto

MEINERZHAGEN/KIERSPE ▪ 50 Prozent des Bruttostrompreises machen Steuern und staatliche Abgaben aus. Deshalb wird eine vierköpfige Familie mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden ab 2013 rund 60 Euro mehr berappen müssen.

Denn am Montag gaben die vier Betreiber der deutschen Stromübertragungsnetze bekannt, dass die Umlage für die Förderung erneuerbarer Energien auf 5,277 Cent je Kilowattstunde ansteigt. Das ist eine Erhöhung um 47 Prozent.

Rund 11 000 Kunden in Meinerzhagen und etwa 8000 in Kierspe sind davon betroffen, teilt Pressesprecher Uwe Reuter vom regionalen Stromversorger Enervie/Mark E auf MZ-Anfrage mit. „Wir selbst als Enervie-Gruppe haben immer weniger Möglichkeiten, den Bruttostrompreis zu beeinflussen. Neben den 50 Prozent Abgaben werden 25 Prozent für die Netzentgelte fällig, der Rest bleibt für die eigene Preisgestaltung.“

Letztlich gehe an der Umlageerhöhung kein Weg vorbei. Das sei gesellschaftlich und politisch so gewollt. Die Verbraucher selbst könnten durch ihren persönlichen Energieverbrauch Einfluss nehmen. „Dazu können sie sich in unserem Energietreff am Rathausplatz beraten lassen. Ich erinnere zum Beispiel an unseren KlimaFair-Tarif“, sagt Reuter.

Sechs Wochen vor der Erhöhung zum 1. Januar 2013 müssen die Kunden über die genaue Aufschlüsselung des Strompreises informiert werden. Die Erhöhung des Brutto-Strompreises resultiert einerseits aus dem hohen Anstieg der Nutzung von Solarenergie. Die vier Betreiber der Höchstspannungsleitungen rechnen aus, wieviel Ökostrom erzeugt wird und wie hoch entsprechend die Vergütungen sind. Hinzu kommt aber auch die Befreiung von Firmen mit hohem Energieverbrauch, was bei den Privatkunden für Unmut sorgt, da sie dies mittragen müssen. In Meinerzhagen und Kierspe gibt es nach MZ-Informationen nur zwei Betriebe, die davon befreit sind. Uwe Reuter. „Unternehmen, die befreit werden, müssen mehr als 10 Gigawattstunden bei mehr als 7000 Nutzungsstunden im Jahr verbrauchen“, schildert er die Dimension. Eine Gigawattstunde entspricht eine Million Kilowattstunden. ▪ my/-fe

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