E-Mobilität mit Potenzial: Nur wenige private Ladestellen

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Meinerzhagen - Wer mit Stromantrieb im Volmetal unterwegs ist, nutzt gerne die öffentlich zugänglichen Ladestationen. Und muss es manchmal auch tun. Denn die Hürden für die sogenannte Wallbox im Eigenheim sind mitunter hoch.

So viel steht fest: Das Ziel der Bundesregierung, bis ins Jahr 2020 eine Millionen Elektro- oder sogenannte Plug-in-Hybrid-Autos auf Deutschlands Straßen fahren zu sehen, kann nicht erreicht werden. Im Oktober setzte man sich also eine neue Frist bis 2022. Aber warum stockt der Trend zur Elektromobilität? Vielen fehlt das Angebot an Fahrzeugen, sind die Preise zu hoch – und auch die Infrastruktur ist ausbaufähig, das Volmetal bildet da keine Ausnahme.

Öffentlich zugängliche Ladestationen sind zwar immer wieder in städtischen Gremien ein Thema. Doch neben den öffentlich zugänglichen Stellplätzen mit Ladesäulen würden sich viele potenzielle Besitzer von E-Autos auch die Möglichkeit wünschen, ihr Fahrzeug in unmittelbarer Nähe zur Wohnung aufzuladen. 

Zum Einsatz kommen dann sogenannte Wallboxes, kleine Aufladestationen, die in Garagen oder an Carports installiert werden können. Doch die sind in der Region die Ausnahme. 

Wallboxes für Mieter schwierig umzusetzen

Andreas Köster, Pressesprecher des heimischen Energieversorgers Mark-E, räumte auf Anfrage ein, dass sein Unternehmen vornehmlich im Bereich der öffentlich zugänglichen Ladesäulen aktiv sei. „Natürlich sind wir auch im Bereich der Wallboxes unterwegs, aber die Nachfrage ist insbesondere von Mietern relativ überschaubar.“ Ob jedoch das pure Interesse oder hohe Hürden diese geringe Nachfrage zur Folge haben, kann auch er nicht sagen. 

„Natürlich müssen sich Mieter mit ihrem Vermieter einig werden, welche Maßnahmen überhaupt am oder im Gebäude zur Errichtung von Ladestationen möglich sind“, sagt Köster. Nicht weniger problematisch stellt sich die Situation in Eigentümergemeinschaften dar, wie auch der ADAC zuletzt berichtete. Zur Installation nur einer Wallbox zum Beispiel in der Gemeinschaftsgarage ist die Zustimmung sämtlicher Eigentümer notwendig. Dass die Errichtung dann – je nach notwendigem Aufwand – auch noch extrem teuer werden kann, verwundert kaum.

Keine offiziellen Zahlen zu privaten Stationen

Wie viele Privathaushalte im Märkischen Kreis über eine Wallbox verfügen, konnte Köster nicht sagen. „Die Zahl ist sehr gering“, sagt der Mark-E-Pressesprecher. Noch baue man entsprechende Angebote für die Kunden auf, um diese gezielt ansprechen zu können. Allerdings führe bei Interesse einer Wallbox-Installation der erste Weg stets zum Netzbetreiber, in diesem Fall „Enervie vernetzt“. 

„Der Betreiber muss ausmessen, ob und wie ein Ladevorgang in dem betreffenden Haushalt überhaupt möglich ist. Erst dann können weitere Maßnahmen getroffen werden“, erklärt Andreas Köster, der die Elektromobilität für die Mark-E als „Geschäftsfeld der Zukunft“ bezeichnet. Derzeit steckt sie aber offenbar noch in den Kinderschuhen. 

Auch MBG beschäftigt sich mit E-Mobilität

Als großer Vermieter in Meinerzhagen hat sich auch die Meinerzhagener Baugesellschaft (MBG) bereits mit dem Thema beschäftigt. Geschäftsführer Oliver Drenkard weiß aber um die technischen Schwierigkeiten, in oder an Bestandsbauten Ladesäulen für Mieter zu schaffen. „Wenn es um Neubauten geht, wollen wir die Möglichkeit, E-Autos aufzuladen, aber auf jeden Fall immer mit berücksichtigen“, sagt Drenkard. So wolle man auch beim geplanten Bau an der Fröbelstraße (siehe Bericht rechts) eine entsprechende Infrastruktur schaffen.

Hier geht´s zur Übersicht öffentlicher Ladestationen

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