Marihuana-Dealer wandert ins Gefängnis

Ein 32-jähriger Meinerzhagener muss für zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

MEINERZHAGEN ▪ Seine Marihuana-Sucht und deren Finanzierung durch den Handel mit der Droge büßte ein 32-jähriger Meinerzhagener jetzt mit einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten.

Vor einem Schöffengericht des Amtsgerichts Lüdenscheid hatte er zuvor gestanden, im April, Mai und Juni 2009 von einem niederländischen Kurier jeweils ein Kilo Marihuana zum Preis von 3500 Euro gekauft und in Meinerzhagen weiterveräußert zu haben. Bei der letzten Tour war auch ein Kilo Amphetamine dabei. „Anstiftung zur illegalen Einfuhr und illegaler Handel mit Betäubungsmitteln“, lautete der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

„Ich habe einen Fehler gemacht“, beteuerte der Angeklagte und wich nur in Details von jenem umfassenden Geständnis ab, das er bereits bei der Polizei abgelegt hatte. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob er mit seinen Kumpels lediglich Geld für ein Kilo zusammengelegt hatte. Schließlich gab der 32-Jährige aber zu, dass er unter anderem im Umfeld der Meinerzhagener Stadthalle Drogen verkauft hatte.

Ein Sondereinsatzkommando hatte ihn und zwei nicht tatverdächtige Frauen bei einem spektakulären Einsatz im McDonalds in Gummersbach verhaftet. Von „Prellungen am Kopf und Schlägen“ berichtete der Angeklagte, der sich immer von seinem Venloer Lieferanten die Ware nach Meinerzhagen hatte bringen lassen. Strafverschärfend waren eine einschlägige Vorstrafe und eine noch nicht erledigte Bewährungsstrafe.

Strafmildernd wirkte sich dagegen aus, dass der Angeklagte nach seiner Verhaftung umfassend mit der Polizei zusammengearbeitet hatte und so die Verhaftung seines niederländischen Lieferanten ermöglichte. Für vier illegale Drogenlieferungen wurde der 22-Jährige Venloer in einem getrennten Verfahren zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt. Nun besuchte er in alter Verbundenheit die Verfahren seines Meinerzhagener Kunden und eines weiteren Angeklagten. Von Richter Leichter nach der Vollstreckung der von einem deutschen Gericht ausgesprochenen Haftstrafe in den Niederlanden befragt, antwortete er: „Das dauert noch!“

Verurteilt wurde in einem weiteren Verfahren ein ebenfalls 22-jähriger Mann aus Venlo, der bei einer der Kurierfahrten am Steuer gesessen hatte. Er gab zu, gewusst zu haben, dass sich hinter einer der Bassboxen des Fahrzeugs ein Kilo Marihuana und ein Kilo Amphetamin befanden. „Woher die Drogen kamen, weiß ich nicht. Ich sollte nur mitfahren“, gab er zu Protokoll.

Das Gericht würdigte sein Geständnis und die bereits verbüßte fünfwöchige Untersuchungshaft in einem fremden Land und verurteilte den jungen Mann wegen Beihilfe zum illegalen Drogenhandel zu einer Haftstrafe von acht Monaten auf Bewährung. Die Zahlung von 15 Monatsraten zu je 50 Euro soll ihn noch eine Weile daran erinnern, dass seine Verurteilung mehr ist als ein Freispruch zweiter Klasse. ▪ thk

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