Denkmalschutz für St. Marien-Kirche

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Die Kirche St. Marien soll unter Denkmalschutz gestellt werden.

Meinerzhagen - Die Kirche St. Marien soll offenbar unter Denkmalschutz gestellt werden. Die Pfarrei könnte dadurch vor Probleme gestellt werden.

Nach der MZ vorliegenden Informationen kommt ein Gutachten des Landschaftverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu dem Schluss, dass der gesamte Gebäudekomplex an der Kampstraße besonders schützenswert ist und in die Denkmalschutzliste eingetragen werden sollte. Das Bistum Essen bestätigte dies am Donnerstag auf Anfrage. 

Allerdings könnte die Unterschutzstellung die Pfarrei St. Maria Immaculata vor finanzielle Probleme stellen. Denn: Im Zuge der Umstrukturierung der Pfarrei war eine umfangreiche Sanierung von St. Marien geplant, die nun nur unter besonderen Voraussetzungen umgesetzt werden kann. 

Wie die MZ erfuhr, war bereits im September ein Sachverständiger des LWL vor Ort, um die Immobilie von innen wie auch von außen zu untersuchen. 

Dabei sei bereits unmittelbar nach der Besichtigung eine deutliche Tendenz erkennbar gewesen: Gleich mehrere Elemente seien schützenswert, hieß es. Eine Feststellung, die nun auch schriftlich in Form des Gutachtens bestätigt wurde. Was das nun für die Zukunft der Pfarrei St. Maria Immaculata bedeutet, ist allerdings noch unklar. 

Ein Sprecher des Bistums sagte auf Anfrage, dass es sich immer noch um ein schwebendes Verfahren handele und die Pfarrei als Eigentümerin nun zunächst eine Stellungnahme abgeben könnte. Dann habe die Stadt als Untere Denkmalbehörde über das weitere Vorgehen zu entscheiden. 

Bistum sieht Unterschutzstellung kritisch

Generell sieht das Bistum solche Unterschutzstellungen von Kirchen kritisch: „Wir befinden uns da seit längerer Zeit in intensiven Gesprächen mit der Landesregierung“, so hieß es am Donnerstag. Letztlich müssten die Gemeinden im Zuge sinkender Mitgliederzahlen entscheiden, ob sie lieber in Steine oder in Menschen investieren wollen. Für das Bistum stehe fest, dass die Menschen im Vordergrund stehen müssten.

Der bei der Stadt Meinerzhagen zuständige Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar konnte sich nicht im Detail zum Stand der Dinge äußern: Da das Gutachten des LWL der Stadt als Untere Denkmalbehörde erst seit Kurzem vorliege, befinde man sich noch in Abstimmungsgesprächen, erklärte Rothaar.

Dass die Pfarrei mit einer entsprechenden Stellungnahme den Eintrag in die Denkmalschutzliste aber noch verhindern kann, gilt als unwahrscheinlich. 

Und angesichts des baldigen Abschieds von Pfarrer Torsten Rehberg wird wohl erst der bald zu benennende Administrator der Pfarrei gemeinsam mit dem Kirchenvorstand weitere Schritte unternehmen. Wie berichtet, wird dieser Administrator die Pfarrgeschäfte von Pfarrer Rehberg so lange übernehmen, bis ein Nachfolger gefunden ist.

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