Bahn kämpft auf Strecke nach Köln mit Problemen

Antonio Mejias, Teilnetzmanager der DB Regio, bezeichnete die Regionalbahn 25 als „sehr anspruchsvolle Linie“. - Archivfoto: Zacharias

Meinerzhagen - Antonio Mejias ist „Teilnetzmanager“ bei der DB Regio. Der Bahn-Mitarbeiter war am Dienstag zu Gast im Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt – und er hatte keinen leichten Stand.

Die Ausschussmitglieder nutzten die Gelegenheit, um über Probleme zu berichten, die im Zusammenhang mit Zugausfällen und Verspätungen bekannt geworden sind. Und Mejias stand Rede und Antwort: Zunächst noch fehlende Neufahrzeuge auf der Strecke der Regionalbahn 25 (RB 25), dann technische Probleme an den Triebwagen und schließlich externe Einflüsse wie Streik und Sturmschäden, diese Punkte führte der Teilnetzmanager als Ursachen an. Beispielhaft „beleuchtete“ er den Monat September. Damals wurden 37 Zugausfälle auf der Strecke von Köln nach Meinerzhagen registriert.

Elfmal waren „Personen im Gleis“ dafür verantwortlich, neunmal war der Streik schuld, in fünf Fällen gab es Stellwerksstörungen“. Die restlichen Ausfälle verteilten sich auf Gründe wie „fehlende Triebfahrzeugführer“ oder „Probleme in der Zugfolge“.

77 Kilometer lang ist die Strecke von Köln-Hansaring bis nach Meinerzhagen, davon sind 68 Kilometer nur eingleisig ausgebaut. Das führt zu Problemen, sobald ein Zug die vorgegebene Zeit nicht mehr einhalten kann. Es kommt zu Verzögerungen durch Wartezeiten an den Ausweichstellen im Gegenverkehr, außerdem wirkt sich auch der drei-Minuten-Takt im Kölner S-Bahn-Netz auf die RB 25 aus.

Denn: Erreicht die Bahn Köln, muss sie in diesen Takt einbezogen werden. Mejias zeigte sich am Dienstag allerdings zuversichtlich, die Verspätungen und Zugausfälle in den Griff zu bekommen: „Natürlich ist die Koordinierung schwierig, aber Verbesserungen werden sich auch ergeben, wenn die Strecke Ende 2016 Richtung Lüdenscheid durchgängig befahren wird.“

Neue Werkstatt und zusätzliche Lokführer

Bis dahin sollen andere Maßnahmen greifen: In Zusammenarbeit mit den Herstellern der neuen Züge will die Bahn die technischen Probleme – oft im Bereich Software – ausmerzen. Außerdem gibt es eine neue Werkstatt der Bahn in Köln-Deutz und zusätzliche Lokführer sind ebenfalls vorgesehen. Mejias: „Wir kennen die Fehler. Die RB 25 ist eine sehr anspruchsvolle Linie, aber wir bekommen sie wieder in den Griff.“ Abschließend bat der Teilnetzmanager darum, Probleme sofort zu melden. Dafür gebe es eine Telefon-Hotline und ein Kontakformular im Internet unter der Adresse www.bahn.de.

Volkmar Rüsche (CDU) wies in diesem Zusammenhang noch auf einen Punkt hin, der nach seiner Meinung ein weiteres großes Problem darstellt: „Es muss auch an der Freundlichkeit der Zugbegleiter gearbeitet werden. Außerdem wären frühere Durchsagen nützlich, wenn es zu Ausfällen kommt oder ein Zug gar nicht bis Meinerzhagen durchfährt. Hier haperte es in der Vergangenheit und auch das sind Gründe, warum die Menschen hier auf die Bahn momentan nicht besonders gut zu sprechen sind.“

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