Regentage zögern Mais-Ernte hinaus

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Mit dem Wachstum der Kolben können die Landwirte in diesem Jahr zufrieden sein.

Meinerzhagen -  Er gehört zur Familie der Süßgräser und hat in Österreich einen eher exotischen Namen: Kukuruz. Ursprünglich stammt er aus Mexiko. 50 000 (!) verschiedene Sorten gibt es, die sich in Farbe, Gestalt und Größe der Körper unterscheiden. Die Rede ist vom Mais.

Von Simone Benninghaus

Von Mitte April bis Anfang Mai ausgesät, ist derzeit Erntezeit für das Sommergetreide – wenn es nicht zu nass wäre. „Vielfach steht der Mais noch“, weiß Karl-Wilhelm Biewald, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Meinerzhagen-Valbert. Das Problem sei der Regen, der leider dafür sorge, dass die Böden aufgeweicht würden. Die schweren Maschinen könnten die Felder nur schlecht befahren und würden das Bodengefüge zerstören. „Und die Straßen würden bei den Transporten völlig verdreckt“, gibt Biewald zu bedenken. Durch die feuchte Witterung würde sich die Ernte daher bei vielen Betrieben zeitlich etwas nach hinten verschieben. Die meisten Ernten würden von Lohnunternehmen durchgeführt. „Dann muss man warten, bis man an der Reihe ist“, so Biewald.

Während beispielsweise im Ruhrgebiet der Mais ausgedroschen wird, rollen in der heimischen Region riesige Häcksler auf die Felder, die die gesamte Pflanze zu Futtermais zerkleinern, der dann als Silo gelagert wird.

Auch wenn die gesamte Pflanze als Ernte eingefahren wird, gilt: der Kolben ist das nährstoffreichste Pflanzenstück. Und mit seinem Wachstum könne man zufrieden sein, berichtet Karl-Wilhelm Biewald: „Der Kolben ist in diesem Jahr gut ausgebildet.“ Das sei durchaus nicht immer so. Es habe auch schon Jahre gegeben, da seien die Körner eher kümmerlich gewachsen oder hätten an der Kolbenspitze gefehlt.

Dass mit der Ernte noch ein paar Tage gewartet wird, hängt mit der derzeitigen Beschaffenheit der Felder zusammen. Die Regengüsse haben aber auch Auswirkungen für die Pflanze an sich. „Mais, der versoffen ist, will niemand haben“, weiß Biewald. Werde der Mais zu nass abgeerntet, habe das zur Folge, dass Flüssigkeit aus dem Silo auslaufe. Nährstoffe würden dabei ebenfalls ausgetragen.

Nicht nur bei der Ernte ist trockene Witterung von Vorteil. Das gilt auch für das Wachstum der Pflanze. Mais liebt Sonne und wurde daher früher nur in klimatisch günstigeren Zonen angebaut. Erst in den 1970er Jahren wurden an mitteleuropäische Standortverhältnisse angepasste Sorten entwickelt und der Maisanbau weitete sich aus.

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