Mahnwache am Pollmanns-Eck

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Noch heute können Kerzen und Blumen an der Mahnwache abgestellt werden.

Meinerzhagen -   „Es ist eine große Tragödie, dass immer wieder so viele Menschen im Mittelmeer ertrinken“, sagte Gretel Langenohl am Dienstagabend vor Pollmanns-Eck, als sie die zahlreich erschienenen Mitbürgerinnen und -Bürger zur Mahnwache für die ertrunkenen Flüchtlinge begrüßte.

Die Initiatorin der Mahnwache freute sich, dass sich so schnell so viele bereitgefunden hätten, bei der Einrichtung der Mahnwache dabei zu sein. Es sei ein ganz spontaner Einfall gewesen, eine Mahnwache einzurichten, sagte Gretel Langenohl. Denn es sei einfach eine große Tragödie, dass so viele Menschen keinen anderen Ausweg mehr sehen, vor Krieg, Terror, Hunger, Seuchen und mangelnden Überlebensbedingungen zu fliehen und unter großen Risiken versuchten, Europa zu erreichen.

„Ich möchte, dass wir hier Gelegenheit erhalten, unsere Trauer und unsere Empörung zu zeigen“, so Gretel Langenohl, die sich aktiv in der Flüchtlingshilfe Meinerzhagen engagiert. Man müsse die Gründe dieser Katastrophe hinterfragen und nach Lösungen suchen. „Wir dürfen nicht aufhören, uns für Verbesserungen einzusetzen. Das können wir durch Appelle an die Politiker tun und durch praktisches Handeln hier vor Ort.“

Erste Hilfsmaßnahmen könnten sein: Mehr und bessere Seenotrettungsschiffe in größeren Einsatzgebieten, mehr finanzielle Unterstützung für Auffanglager an der Mittelmeerküste, gerechte Verteilung der Flüchtlinge unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Möglichkeiten der Länder und eine großzügigere Flüchtlings- und Einwanderungspolitik. Es müsse ein Umdenken stattfinden, um die Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern zu verbessern. Zudem müsse die Hilfe und Unterstützung der Flüchtlinge, die schon hier angekommen seien, weiter verbessert werden.

Arbeitskreis für Flüchtlinge bietet Hilfe an

„Wir möchten uns dafür einsetzen, dass sie hier freundlich und menschlich aufgenommen werden und ihnen rechtliche Hilfestellung geben“. Der Arbeitskreis für Flüchtlinge habe einiges in die Wege geleitet und biete zahlreiche Hilfsleistungen an. Neben der Begrüßung und Begleitung neu angekommener Flüchtlinge und erste Orientierung im Ort auch Betreuung und Patenschaften für verschiedene Wohnungseinheiten.

Sprechstunden und Beratung finden immer dienstags von 15 bis 17 Uhr im Sozialen Bürgerzentrum „Mittendrin“ statt, hinzu kommen Sprachkurse, Bekleidungs- und Einrichtungsangebote (Second Hand) sowie eine Fahrradwerkstatt. Gretel Langenohl wies noch darauf hin, dass der Arbeitskreis der Flüchtlingshilfe weitere Menschen suche, die sich eine Patenschaft zutrauten.

Zum Schluss erläuterte Gretel Langenohl noch, dass Europa den Friedensnobelpreis bekommen habe. „Ich denke, den müssen wir uns erst noch verdienen“. Für die zahlreich erschienenen Flüchtlinge übersetzte Fady Salema die Worte von Gretel Langenohl in arabischer und englischer Sprache.Am Donnerstag findet um 17.30 Uhr eine weitere Mahnwache statt. - bäs

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