März war außerordentlich warm und trocken

Außerordentlich warm, trocken und sonnenreich war der März. Da ließen sich früh auch schon die Krokusse blicken. ▪

MEINERZHAGEN ▪ „Außerordentlich warm, trocken und sonnenscheinreich“ – so fällt kurz zusammengefasst die Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für den ersten Frühlingsmonat März aus. Dieses Fazit kann aus örtlicher Sicht auch der Meinerzhagener Wetterbeobachter Reinhard Hinz nur bestätigen.

Einen ganz besonders aus dem Rahmen fallenden Wert hat er am Sonntag, 25. März, gemessen: „Da lag die Luftfeuchtigkeit nur bei 18 Prozent – das ist noch deutlich weniger als in einer Sauna ohne Aufguss, wo dann etwa 30 Prozent herrschen“, so sein Befund.

Mit insgesamt nur 28 Millimetern Niederschlag als Monatsmenge war der März 2012 in Meinerzhagen ungewöhnlich trocken. Der Niederschlag fiel an insgesamt acht Tagen. An mindestens 20 Tagen herrschte in der Volmestadt Sonnenschein pur. „Vom 14. bis 29. März, also über gut zwei Wochen, herrschte eine stabile Schönwetterlage“, informiert Hinz im Gespräch mit der MZ. Die höchste Temperatur, gemessen in zwei Metern über dem Boden, wurde am 16. März mit 19,1 Grad Celsius erreicht. Die niedrigste Temperatur mit 2,8 Grad minus herrschte am 20. März. Direkt über dem Boden waren es 5,4 Grad minus.

Das fügt sich ein in die außergewöhnliche Gesamtbilanz, die NRW im März mit einer Durchschnittstemperatur von 8,0 Grad zum wärmsten Bundesland machte. Die Sonne schien 154 Stunden lang. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge lag bei nur 20 Litern auf den Quadratmeter.

Deutschlandweit fällt die Bilanz des Deutschen Wetterdienstes fällt so aus:

„Fast ununterbrochener Hochdruckeinfluss verwöhnte die Menschen in Deutschland in diesem März mit wunderschönem Frühlingswetter: Der Monat präsentierte sich bei ungewöhnlich viel Sonnenschein sehr warm und sehr trocken. Der Witterungscharakter war insofern ähnlich dem März 2011. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen. An einigen der Messstellen wurden dabei neue Rekordwerte für den März verzeichnet.

Gegenüber der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 übertraf der März 2012 bundesweit mit 6,9 Grad Celsius (°C) sein Soll von 3,5°C um +3,4 Grad. Geht man von der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 aus, betrug die Abweichung +2,6 Grad. Somit war der Monat nur geringfügig kühler als die bisher wärmsten Märzmonate aus den Jahren 1938 und 1989, beide mit 7,0°C. Während sonst im März durchaus auch nochmals Tiefstwerte bis unter -20 Grad vorkommen, sanken die Temperaturen diesmal in ganz Deutschland nicht unter -8,7°C, so am 7. März in Zinnwald-Georgenfeld im Erzgebirge. Dagegen kletterte am 16. das Quecksilber in Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg, auf 23,9°C. Rheinfelden am Hochrhein meldete an insgesamt elf Tagen ein Maximum von über 20°C.

Mit einer gefallenen Wassermenge von etwa 16 Litern pro Quadratmeter (l/m²) brachte der März 2012 nur 28 Prozent des Sollwertes von 57 l/m² zusammen. Seit Aufzeichnungsbeginn 1881 fielen nur die Märzmonate 1929 mit 10 l/m² und 1953 mit 13 l/m² noch trockener aus. Gerade in den sonst recht nassen Regionen, wie dem Sauerland oder dem Schwarzwald, fehlten die Niederschläge. So meldete der Kahle Asten anstelle des vieljährigen Mittels von 125 l/m² nur 32 l/m² oder Freudenstadt anstatt 150 l/m² gar nur 15 l/m². Besonders trocken war es in Bad Mergentheim-Neunkirchen im Main-Tauber-Kreis Baden-Württembergs mit 4,5 l/m². Vor allem wegen der noch fehlenden frischen Bodenvegetation erhöhte sich die Gefahr von Wald- und Flächenbränden in einigen Gebieten auf die zweithöchste Stufe. Zahlreiche kleinere Feuer brachen aus.

Der März 2012 erreichte bundesweit mit rund 168 Sonnenstunden immerhin 152 Prozent seines Solls von 111 Stunden. Damit war der März 2012 sogar sonniger als der Sommermonat Juli 2011, der nur 158 Stunden schaffte.

In der 1951 beginnenden Messreihe landete der März 2012 auf dem vierten Platz hinter den Jahren 1953, 2011 und 2003 mit 194, 187 und 171 Sonnenscheinstunden. Das sonnige Frühlingswetter war in erster Linie dem Hochdruckgebiet „Harry“ zu verdanken, das große Teile Deutschlands ab dem 19. beeinflusste. Die Hochs „Eitel“ und „Falk“ sowie anfangs auch „Gulliver“ brachten in der ersten Monatshälfte dagegen einigen Regionen zähen Hochnebel, vor allem im Norden beziehungsweise in Küstennähe. So kam Oldenburg in Niedersachsen nur auf 121 Sonnenstunden. Dem gegenüber stand der ungewöhnlich sonnenscheinreiche Süden mit neuen Stationsrekorden, wie Rheinfelden am Hochrhein mit 247 Stunden, wo in der seit 1953 bestehenden Messreihe erst 2011 mit 195 Stunden ein neuer Spitzenwert für den März aufgetreten war. ▪ -fe

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