Kunstwerke aus dem ehemaligen Besitz des Meinerzhageners Dr. Luda übergeben

Das Erbe von Dr. Manfred Luda

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Dr. Manfred Luda und seine Ehefrau Hannelore vor der Privatbibliothek des ehemaligen Bundespolitikers. Der einstige CDU-Wirtschaftsexperte aus der Volmestadt starb im Jahr 2014, seine Ehefrau im März dieses Jahres.

Meinerzhagen – Dr. Manfred Luda verstarb im Jahr 2014. Der CDU-Politiker war Ehrenringträger der Stadt Meinerzhagen. Und er schrieb deutsche Geschichte. Bereits im Jahr 2010 schenkt Dr. Luda der Stadt Teile seiner einzigartigen Sammlung.

Jetzt, nach dem Tod seiner Ehefrau Hannelore im März dieses Jahres, erbt auch der Märkische Kreis wieder aus dem Besitz des Ehepaares Luda.

Dr. Luda (1921-2014) gehörte von 1961 bis 1980 dem Bundestag an und er widmete sich hier als CDU-Abgeordneter besonders rechts-, steuer- und wirtschaftspolitischen Themen. Er war Weggefährte von berühmten Persönlichkeiten wie Ludwig Erhard. Beinahe selbstverständlich, dass der Meinerzhagener über eine umfangreiche Bibliothek verfügte. In den vielen Jahren seiner politischen Tätigkeit auf Bundes-, Kreis- und städtischer Ebene sammelte sich im Laufe von Jahrzehnten einiges an, was auch für die Öffentlichkeit von erheblichem Interesse ist. Deshalb entschieden sich Dr. Manfred Luda und seine Ehefrau Hannelore früh, ihre Bibliothek der Stadt Meinerzhagen zu vermachen.

Ganz besondere Werke

Dabei handelte es sich um mehrere Tausend Bücher, vornehmlich aus den Bereichen Politik und Geschichte. Darunter waren auch ganz besondere Werke wie Bücher mit Widmungen des ehemaligen Kanzlers Adenauer, Bücher und stenografische Berichte über die Sitzungen des Parlamentarischen Rates von 1948 bis 1959, eine Erstausgabe des Grundgesetzes, ein Faksimile-Druck von Ludwig Erhards Schlussbilanz der NS-Schuldenwirtschaft von 1943/44 und diverse Lyrik.

 „Die Geschichte der Grafschaft Mark interessierte Dr. Manfred Luda Zeit seines Lebens. Er war regelmäßig mit Aufsätzen in der landeskundlichen Zeitschrift ,Der Märker’ vertreten. 2006 ehrte der Märkische Kreis ihn deshalb mit einer Sonderausgabe anlässlich seines 85. Geburtstages. Nun gingen wertvolle Teile seines historischen Nachlasses in den Besitz des Kreisarchivs des Märkischen Kreises über“, teilt die Pressestelle des Kreises jetzt mit.

Karten, Gemälde, Holz- und Kupferstiche

Kreishistorikerin Dr. Christiane Todrowski: „Seinen umfangreichen historischen Nachlass hatte der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete schon vor Jahren dem Kreisarchiv übergeben und verfügt, dass nach dem Tod seiner Ehefrau Hannelore der Märkische Kreis auch historische Karten, Gemälde, Holz- und Kupferstiche aus seinem Wohnhaus erbt.“ Hannelore Luda verstarb am 21. März im Alter von 91 Jahren. Dr. Christiane Todrowski und Restaurator Holger Lüders haben die Erbschaft jetzt abgeholt.

Dr. Manfred Luda war neben seinem politischen Leben Jurist und Historiker. Der Christdemokrat war auch kommunalpolitisch aktiv. Er gehörte 1952/53 dem Rat der Stadt Lüdenscheid an und war dort Vorsitzender der CDU-Fraktion. Von 1956 bis 1964 hatte er die gleiche Position in der CDU-Fraktion im Kreistag inne. 1964 wurde er in den Rat der Stadt Meinerzhagen gewählt. Dr. Luda war Mitgründer, erster Vorsitzender und Ehrenvorsitzender der CDU-Ortsunion in Meinerzhagen. 

Der Nachlass

Und das sind einige Archivarien aus dem Nachlass von Dr. Manfred Luda:

Zwei Gemälde/Federzeichnungen von Heinz Wever (1890-1966). Der Herscheider Maler und plattdeutsche Mundartdichter ist vor allem wegen seiner Motive aus dem Arbeitsleben des märkischen Sauerlandes und Porträts berühmt.

Kupferstich Johann Moritz von Nassau-Siegen, Fürst von Nassau-Siegen und Statthalter von Kleve-Mark (1604-1679). Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ernannte Johann Moritz 1647 zu seinem Statthalter für Kleve und Mark. In seiner 32-jährigen Amtszeit führte er eine Finanzreform durch und gründete die Universität Duisburg. Die selbstbewussten märkischen Stände konnte er niemals bändigen.

Kupferstich Georg Freiherr von Vincke. Der in Hagen geborene linksliberale Parlamentarier spielte bei der Gründung der ersten deutschen Nationalversammlung nach der Märzrevolution 1848 eine wichtige Rolle. Berühmt wurde er auch durch sein Duell mit dem späteren Reichskanzler Otto von Bismarck (bei dem beide unverletzt blieben).

Kupferstich Frankfurter Paulskirche. Tagungsort der Nationalversammlung.

Holzschnitt Agricola „Vom Bergwerk“ 1556. De re metallica libri XII (Vom Bergkwerck XII Bücher) ist ein 1556 in lateinischer Sprache erschienenes Buch von Georgius Agricola (Georg Bauer) über die zur damaligen Zeit bekannten Bergbau- und Verhüttungsmethoden. Die darin enthaltenen Kupferstiche wurden auch als Einzelblätter verkauft und sind heute Raritäten.

Fünf topografische Karten von Matthäus Seutter (1678 – 1757). Der Kartograf und Kupferstecher stellte repräsentative Karten mit üppig-barocken Kartuschen und allegorischen Szenerien her.

Topographische Karte des „Westfälischen Kreises“ von Antonio Zatta (1757-1797). Italienischer Kartograf und Kupferstecher.

Topographische Karte der Herzogtümer Jülich, Berg, Kleve und Limburg von Johann Baptist Homann (1664- 1724). Großformatige Landkarte mit einer hübschen und figürlichen Titelkartusche.

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