SGV macht sich Gedanken über seine Zukunft

+
Auch Willi Müller und Reinhard Wicker waren unter den aufmerksamen Zuhörern.

MEINERZHAGEN ▪ Die Zukunft des SGV war bestimmendes Thema beim 5. Regionaltreffen der Region Märkisches Sauerland. Im Gasthaus „Zum Winzenberg“ fanden sich Vorstandsmitglieder der drei Bezirke und 35 Abteilungen auf MK-Ebene ein, um von den Delegierten des Hauptvereins und Präsident, Aloys Steppuhn, Neuigkeiten und Hintergrund-Infos zu bekommen.

 Letztmals als Vorsitzender leitete Wolfgang Herberg die Veranstaltung; mit Jahresbeginn nimmt Manfred Kettler diese Position ein.

Der mit rund 40 000 Mitgliedern größte Wanderverein in Deutschland hat aktuell mit Blickwinkel Binnen- oder Außensicht gleich mehrere „Baustellen“: Schwund bei Mitgliedern und Finanzausstattung, Kommunikationsprobleme zwischen Hauptverein und Basis, eine bevorstehende neue Aufgabenverteilung im Vorstand bei „schlanker“ Besetzung, die fortschreitende Überalterung und ein verstaubtes Image. „Dieser SGV muss sich in dieser Zeit neuen Herausforderungen stellen, das ist alternativlos“, befand Steppuhn ohne am Ursprünglichen zu rütteln. „Der SGV bleibt so wie er ist und Heimat für uns alle.“ Erste Schritte in Richtung Erneuerung seien bereits gemacht, wie Manfred Kipp, Geschäftsführer der SGV Marketing, ausführlich darlegte: So gebe es eine Vereinbarung mit der Landesregierung in Sachen Schulwanderung mit dem Ziel, nicht nur bei den Schülern Bewegung und landeskundliches Interesse zu fördern, sondern dieses schon in die Lehrerausbildung einzubringen. In der Wegemarkierung ehrenamtlich Tätige sollen eine bessere finanzielle Unterstützung bekommen. Wie die Kommunikationswege zu verbessern sind, das sollen Gesprächsrunden am 26. Januar (abends) und am 29. Januar (vormittags) in Letmathe erarbeiten. Einen Arbeitskreis „Zukunft SGV“ zu Familien- und Jugendarbeit in den Abteilungen „als Grundstock“ gebe es bereits. Unter dem „Zauberwort Online“, versehen mit einer Zusatzmarke SGV, werde über ein „adäquates Auftreten mit anderen Organisationen sowie in der Zielgruppenbeschreibung“ nachgedacht. Anglizismen inklusive.

Andere Formen der Mitgliedschaft sollen junge Leute ansprechen. Denn Angebote vor Ort zeigten, dass diese gerne Einrichtungen nutzen, sich aber nicht im Verein binden oder verpflichten wollten. Großen Anklang fänden Aktionen bei Gruppen mit bis zu 40 Kindern aus Grundschulen oder Kindergärten, solange die Organisatoren alles machten und möglichst kostenfrei bereitstellten. „Aber sie bleiben nicht; Eltern kommen nicht, wollen sich an der Menge Arbeit, die das macht, nicht beteiligen“, so die Erfahrungsberichte.

Schul- und Ferienwandern, 180 Teilnehmer bei Ponyreiten und Wandern in Kierspe, 40 Leute bei einer Pilzwanderung. „Ein Riesenaufwand; hängengeblieben oder Mitglied geworden ist keiner.

Wer von uns aus der Altersriege der über Siebzigjährigen soll‘s den Jungen vermitteln?“, lautete die bange Frage. Geduld sei nötig und Kontinuität, rieten die Funktionäre, und auch dies: Kosten berechnen, Unterstützung bei Gemeinden und Sponsoren suchen. Kooperationen, Zertifizierung, der Wander-Fitness-Pass, gemeinsame Projekte. Etwa mit Sauerlandtourismus und Bestückung der Minicards-Points an 25 Stellen in 15 Städten durch den SGV. Aktionen mit ausgewählten Wanderangeboten. Auch die Einbindung von Migranten. Denn die Potentiale beim Bevölkerungszuwachs lägen vor allem dort. ▪ As

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare