Lydall Gerhardi setzt auf weitere Expansion

Bürgermeister Erhard Pierlings besichtigte am Mittwoch das neue Logistik- und Vertriebszentrum von Lydall-Gerhardi.

MEINERZHAGEN ▪ Passend zu den guten Nachrichten vom heimischen Arbeitsmarkt gibt es erfreuliche Neuigkeiten auch bei Lydall Gerhardi in Meinerzhagen. Am Mittwoch stellte die Geschäftsleitung Bürgermeister Erhard Pierlings ihr erst am vergangenen Wochenende bezogenes neues Versand- und Logistikzentrum vor. Es ist untergebracht in einer angemieteten Halle der ehemaligen Spedition Dehnhardt an der Willertshagener Straße.

Die Auslagerung hierhin war notwendig geworden, um am Hauptstandort im benachbarten Industriegebiet Schwenke dringend benötigte weitere Produktionskapazitäten schaffen zu können. „Wir platzten dort zuletzt buchstäblich aus allen Nähten“, schildert der kaufmännische Leiter Klaus Ritschel. Sein technischer Kollege in der Geschäftsleitung, Martin Klautke, berichtet von „Vollauslastung“ seit April vergangenen Jahres.

Seit August wieder Neueinstellungen

Nur für eine relativ kurze Zeit hatte man bei Lydall Gerhardi als Folge der Wirtschaftskrise Kurzarbeit einführen müssen. Danach „brummte“ es aber wieder um so kräftiger. „Seit August konnten wir sogar wieder neue Mitarbeiter einstellen, müssen zurzeit sogar Überstunden fahren“, informiert Klaus Ritschel. Der erst gerade mit überwältigender Mehrheit wiedergewählte Betriebsratsvorsitzende Markus Nixdorf ergänzt: „Es ist in gemeinsamer Anstrengung zunächst gelungen, die Arbeitsplätze vor Ort erhalten zu können. Und jetzt sind die Perspektiven noch deutlich erfreulicher, wie die zuletzt erfolgten Neueinstellungen zeigen.“ Aktuell umfasst die Lydall-Belegschaft 194 festangestellte Mitarbeiter. Hinzu kommen 12 Leiharbeiter.

„Eine mehr als erfreuliche Entwicklung, auch aus Sicht der Stadt“, attestierte beim Rundgang durch das neue Versand- und Logistikzentrum Bürgermeister Erhard Pierlings. Bei der Sicherstellung der notwendigen Infrastruktur im Bereich der Telekommunikation hatte die Stadt Meinerzhagen übrigens nach Auskunft von Klaus Ritschel in dankenswerter Weise behilflich sein können. Zwischen den beiden Standorten Auf der Koppel und Willertshagener Straße steht ein neues Breitbandkabel von ausreichender Dimensionierung für den kontinuierlichen Datenaustausch zur Verfügung.

Weltweiter Marktführer für Hitze- und Geräuschschutz

Als spezialisierter und entwicklungsstarker Hersteller von wärme- und geräuschabsorbierenden Bauteilen aus Aluminium zählt das Unternehmen – hervorgegangen aus der Gerhardi-Gruppe in Lüdenscheid, seit 1999 zur US-amerikanischen Unternehmensgruppe Lydall Inc. mit Hauptsitz in Manchester/Connecticut gehörend – weltweit zu den Marktführern. Auf einer Produktionsfläche von rund 10 000 Quadratmetern werden über 16 Millionen Bauteile jährlich für fast alle europäischen Automobilhersteller und deren Zulieferer produziert.

Produktionskapazität wird noch einmal erweitert

Eine weitere bauliche Erweiterung ist noch möglich, war aber so schnell nicht umsetzbar, wie es die aktuell und schon länger anhaltend außerordentlich gute Auftragslage erforderte. Die Anmietung der großen Dehnhardt-Halle bietet auf rund 2000 Quadratmetern die Möglichkeit, in dem jetzt siebenstöckigen Hochregallager bis zu 3000 Boxen mit Produkten zu lagern. Logistik-Leiterin Silke Thöne erläutert: „Rund 600 Boxen täglich werden hier umgeschlagen.“

Mit dem Shuttle-Verkehr zwischen den beiden Standorten wurde die Meinerzhagener Spedition Stellberg beauftragt. Weitere rund 20 Speditionen sorgen für die Just-in-time-Belieferung der Kunden.

Dank der Auslagerung der Logistik kann am bisherigen Standort nun die Produktionsfläche um rund 600 Quadratmeter erweitert werden. Hier soll in Kürze auch eine neue 320-Tonnen-Presse aufgestellt werden.

Horst vom Hofe

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