Blauzungenkrankheit: Keine Panik auf dem Alpaka-Hof

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Lutz Aufenacker züchtet seit 2012 Alpakas in Blomberg.

Meinerzhagen - Bei Züchtern gefürchtet, für Rinder, Schafe und Ziegen tödlich: Vor der Blauzungenkrankheit müssen sich derzeit auch Tierhalter im Märkischen Kreis in Acht nehmen. Und die Krankheit wird auch in Blomberg aufmerksam verfolgt - auf dem Alpakahof von Lutz und Silke Aufenacker.

Seit 2012 züchten die Aufenacker in Blomberg Alpakas, eine Tierart, die eigentlich nicht am gefürchteten Virus erkranken kann. Und doch verfolgt Lutz Aufenacker die Entwicklung und Ausbreitung der Krankheit genau, denn: Die Neuweltkameliden – zu dieser Art gehören Alpakas – können die Blauzungenkrankheit durchaus übertragen. 

Direkt betroffen wären die Tiere in Blomberg also nicht. Sich zurücklehnen will und darf Aufenacker dennoch nicht. „Ich wäre verrückt, wenn mir das alles egal wäre. Mein Nachbar würde mir mit seinem Rinderbetrieb zurecht aufs Dach steigen, wenn ich ihm über meine Tiere die Blauzungenkrankheit ins Haus hole!“ 

Ministerium erklärt MK zur Seuchen-Sperrzone

Deshalb ist der Alpaka-Züchter etwa bei Zukäufen für seine Herde generell äußerst vorsichtig. „Tiere aus England nehmen wir zum Beispiel gar nicht. Dort stellt die Krankheit dauerhaft ein echtes Problem dar“, erklärt Lutz Aufenacker. Sobald die Herkunftslinie künftiger „Blomberger Tiere“ englische Wurzeln aufweist, gebe er Bluttests ins Labor.

Kein verlässlicher Impfstoff 

Warum nicht einfach die Tiere impfen? Die Antwort ist kurz und einfach: „Es gibt für Alpakas keinen wissenschaftlich getesteten Impfstoff“, erklärt Lutz Aufenacker. Sollte der Amtstierarzt bei einer größeren Gefährdung eine Impfung vorschreiben, müsse der Tierarzt ein Mittel für andere Tierarten – ob Rind oder Schaf – verwenden und in der Dosierung entsprechend anpassen. „Aber verlässlich kann das aufgrund fehlender Nachweise nicht sein“, schränkt der Blomberger Züchter die Präventionsmöglichkeiten einer solchen Impfung bei Alpakas ein. 

Alpaka in Blomberg: Keine Angst vor der blauen Zunge.

Zu solch einer „experimentellen Impfung“ ist es bislang noch nicht gekommen. Mit Einschränkungen für seine Zucht muss Aufenacker dennoch rechnen. Etwa, wenn es Ende März zu einer großen Alpaka-Show in Alsfeld gehen soll. Stand gestern sollten die dort gezeigten Tiere nicht unter die sogenannte BTV-Restriktionsverordnung fallen, sodass dort auch Alpakas aus Sperrgebieten wie dem Märkischen Kreis ohne Probleme gezeigt werden können. Für Lutz Aufenacker ist das äußerst wichtig, schließlich sind solche Schauen für kommerzielle Züchter ein wesentlicher Bestandteil ihres Geschäfts. 

Aber: Die Gesundheit für die Tiere geht natürlich vor. Und so gehört der Blomberger derzeit zu jenen Meinerzhagenern, die sich über die Kälte besonders freuen. Denn: Die Blauzungenkrankheit wird vor allem durch eine Mückenart aus der Gattung der Gnitzen übertragen. „Und die fliegen nicht, wenn es so kalt ist, können also auch nichts übertragen.“

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