Problem mit den Bahnübergängen

Zeitplan beim Lückenschluss der Regionalbahnlinie 25 nicht einzuhalten

+
Der Bahnübergang Im Tempel in Meinerzhagen ist bereits in Betrieb und für die Frequenz der Regionalbahnlinie 25 ausgelegt. Viele andere müssen jedoch noch umgebaut werden.

Meinerzhagen - Skepsis herrschte seit langem, nun steht es fest: Aus dem für Dezember 2017 geplanten Lückenschluss der Regionalbahnlinie 25 zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid-Brügge wird nichts.

Ein Sprecher der DB Netz AG bestätigte der Redaktion vorliegende Informationen, nach denen der Zeitplan nicht zu halten sein wird. Grund für die erneute Verzögerung sind – einmal mehr – die 19 Bahnübergänge zwischen Meinerzhagen und Halver-Oberbrügge. Sie waren bereits vor zweieinhalb Jahren als Grund für den späten Lückenschluss genannt worden.

Zur Erinnerung: Ursprünglich sollte dieser bereits Ende 2015 erfolgen. Ausgebremst wird der Bahn-Plan allerdings diesmal nicht allein durch den baulichen Aufwand, sondern durch eine neue Herangehensweise in der Planung. Nach Informationen der MZ hat sich die DB Netz AG dazu entschlossen, für jeden einzelnen Bahnübergang ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren zu eröffnen. Hintergrund sind offenbar negative Erfahrungen bei solchen Projekten.

Und was bürokratisch klingt, ist es auch: In der Regel beträgt die Gesamtdauer eines Planfeststellungsverfahrens laut Eisenbahn-Bundesamt ein bis drei Jahre. Einen konkreten neuen Termin für die Reaktivierung des Personennahverkehrs zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid konnte die Bahn am Donnerstag indes noch nicht nennen.

Pro Bahnübergang ein separates Verfahren

Zumal die Beantragungen des Baurechts längst nicht abgeschlossen sind, wie ein Sprecher der Bahntochter DB Netz erklärte. „Für die Bahnübergänge liegen immer noch nicht alle Zustimmungen von Betroffenen vor.“ Dabei geht es insbesondere um Grundstückseigentümer der entsprechenden Bahnübergänge. Deren Zustimmungen seien für ein verkürztes Baurechtsverfahren jedoch notwendig, dem letztlich das Eisenbahn-Bundesamt zustimmen müsse.

Aufgrund fehlender Zustimmungen kommt das Planfeststellungsverfahren ins Spiel: Durch dieses Instrument kann auch ohne Zustimmung der Betroffenen Baurecht erlangt werden. Aber: „Dieses Verfahren dauert naturgemäß deutlich länger als das vereinfachte Verfahren. Die betroffenen Bahnübergänge werden bis Dezember 2017 nicht umgebaut worden sein.“

Schallschutzgutachten für Kiersper Bahnhof

Zudem werde für jeden Bahnübergang ein eigenes Verfahren beantragt, um Risiken zu minimieren, wie es von Seiten der Bahn heißt. Und: Für den Bahnhof Kierspe sei ein überarbeitetes Schallschutzgutachten in Bearbeitung. Ergebnisse würden im Januar erwartet. „Auch hier wird ein separates Plangenehmigungs-, respektive Planfeststellungsverfahren durchgeführt“, heißt es von der DB Netze aus Düsseldorf. Die Art des Verfahrens hänge vom Ergebnis des Schallschutzgutachtens ab.

 Ungeachtet der Verzögerung ist eine wichtige Voraussetzung für den Lückenschluss immerhin bereits erfüllt: Am vergangenen Wochenende ging das elektronische Stellwerk in Brügge in Betrieb.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare