Lohnsteuerkarten kommen nicht mehr mit der Post

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Gundula Klotz vom Bürgerbüro der Stadt Meinerzhagen hält Informationsbroschüren zur Einführung der neuen elektronischen Lohnsteuerkarte bereit. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Wer in diesen Tagen darauf wartet, dass ihm wie sonst üblich von der Stadt die neue Lohnsteuerkarte für das kommende Jahr per Post zugesendet wird, der wird vergeblich warten.

 „Einige haben auch schon bei uns nachgefragt“, so Gundula Klotz vom Bürgerbüro der Stadt Meinerzhagen. Rund 14 000 Steuerkarten hatte die Ortsbehörde bislang jeweils im Oktober verschickt. Diese Aufgabe entfällt jetzt. Dafür gibt es jede Menge Informationsbedarf zur Einführung der „elektronischen Lohnsteuerkarte“. Das Bürgerbüro hält dazu Informationsbroschüren bereit. Vorrätig sind hier auch Anträge für den möglichen Wechsel der Steuerklasse. Das rät Gundula Klotz auf jeden Fall Ehepaaren an, die sich im Laufe dieses Jahres getrennt haben. Falls hier nicht eine Änderung beantragt werde, könne das für 2011 als Konsequenz erhebliche Steuernachzahlungen nach sich ziehen.

Wichtig sind die folgenden Eckpunkte:

• Die Lohnsteuerkarte des Jahres 2010 behält auch für das Kalenderjahr 2011 ihre Gültigkeit.

• Sofern Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte 2010 eingetragen sind, gelten diese unabhängig vom Gültigkeitsbeginn auch im Jahr 2011 weiter.

• Ändert sich die Steuerklasse oder die Anzahl der Kinderfreibeträge, so ist der Betroffene verpflichtet, dem Finanzamt diese Änderung mitzuteilen.

• Wechselt ein Arbeitnehmer in 2011 seinen Arbeitsplatz, so nimmt er die Steuerkarte aus 2010 zum neuen Arbeitgeber mit.

• Wird für das Jahr 2011 erstmalig eine Lohnsteuerkarte benötigt, stellt das zuständige Finanzamt stattdessen eine Ersatzbescheinigung aus.

• Ab dem 1. Januar 2011 ist für Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte 2010 ausschließlich das Wohnsitzfinanzamt des Arbeitnehmers zuständig.

Die Lohnsteuerkarte 2010 war somit die letzte Lohnsteuerkarte auf Papier. Die Lohnsteuerkarte auf Karton fällt ganz weg. Bereits ab dem Jahr 2011 sollten nach dem ursprünglichen Plan die Lohnsteuerabzugsmerkmale aller Arbeitnehmer, wie die Steuerklasse, die Kirchensteuermerkmale, die Zahl der Kinderfreibeträge und vom Finanzamt im Ermäßigungsverfahren gewährte Freibeträge, den Arbeitgebern über ein elektronisches Verfahren zum Abruf bereit gestellt. Wegen der Umstellungsschwierigkeiten erfolgt die komplette Umstellung aber erst zum Jahr 2012. Aus diesem Grund behält die Lohnsteuerkarte 2010 für den Übergangszeitraum ab dem Jahr 2011 bis zur erstmaligen Anwendung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale ihre Gültigkeit.

Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale – kurz ELStAM heißt das Verfahren, mit dem alles schneller und effizienter werden soll. Zunächst kommt es mit ELStAM zu einer Verlagerung der Zuständigkeit und damit der Arbeitslast von den Kommunalverwaltungen zu den Finanzämtern. Diese Zielsetzung macht auch Sinn, weil insoweit bürokratische Umwege vermieden werden und für den Steuerpflichtigen mit dem Finanzamt nur eine Behörde zuständige ist.

Die Lohnsteuerkarte soll ab dem Jahr 2012 durch ein elektronisches Verfahren ersetzt werden. Ab dem Jahr 2011 wechselt die Zuständigkeit für die Änderung der Lohnsteuerabzugsmerkmale (z. B. Steuerklassenwechsel, Eintragung von Kinderfreibeträgen und anderen Freibeträgen) von den Meldebehörden auf die Finanzämter. Die Finanzämter werden bereits im Jahr 2010 zuständig, falls die Änderungen den Lohnsteuerabzug 2011 betreffen.

Die Angaben auf der Vorderseite der Lohnsteuerkarte (Steuerklasse, Anzahl der Kinderfreibeträge, sonstige Freibeträge und Religionszugehörigkeit) werden in einer Datenbank der Finanzverwaltung zum elektronischen Abruf für die Arbeitgeber bereitgestellt und künftig als Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale (ELStAM) bezeichnet.

Infos im Internet unter http://www.elster.de-fe

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