Kleinster Löschzug von Meinerzhagen feiert 125-Jähriges

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Die Frauen der Lengelscheider Blauröcke überreichten ihren Männern selbst gebastelte Holzwappen.

Meinerzhagen – Große Party im kleinen Dorf: Am Wochenende feierten die Blauröcke vom Löschzug III in Lengelscheid ihr 125-jähriges Bestehen. Die kleinste Meinerzhagener Einheit hat für die Jubiläumsfeier einiges auf die Beine gestellt.

Ein großes Festzelt wurde vor das Gerätehaus gesetzt, ein üppiges Verpflegungszelt, Bierwagen und Theke erwarteten die Gäste. Parkmöglichkeiten wurden auf der Wiese neben der L 694 geschaffen.

„Wir feiern sonst nur alle zwei Jahre unseren Frühschoppen“, verdeutlichte der stellvertretende Einheitsführer Jan Wehmann den logistischen Aufwand der Veranstaltung. „Unsere ganze Mannschaft hat hierfür ganze 18 Monate lang regelmäßig geplant.“ Einheitsführer Oliver Schröder erinnerte sich an die letzte große Feier der Lengelscheider: „Damals haben wir unseren 112. Geburtstag gefeiert“. Um nicht nur den anderen beim Feiern zusehen zu müssen, haben sich die Jubilare extra freigenommen. „Wir sind bis Montagmorgen um 8 Uhr vom Dienst abgemeldet“, sagte der Einheitsführer.

Gute Stimmung herrschte bei den Besuchern des Jubiläumsfests.

Während das Festzelt am Samstag und Sonntag für alle Besucher offen stand, war der Freitag mit einem offiziellen Programm nur für geladene Gäste gedacht. Nach der Begrüßung der beiden Einheitsführer erinnerte Meinerzhagens Bürgermeister Jan Nesselrath an den verheerenden Brand, der ausschlaggebender Grund für die Geburt der Lengelscheider Wehr im Jahre 1894 war.

„Seit 125 Jahren sind Sie für uns da, nicht nur, wenn es brennt“, richtete das Stadtoberhaupt seine lobenden Worte an die Mitglieder des Löschzugs, der seit 1990 gemeinsam mit der Löschguppe Willertshagen eine Einheit bildet. „Wir wollen uns bei ihnen allen bedanken. Sie arbeiten hier zum Wohle aller, und das ehrenamtlich. Das kann man nicht hoch genug einschätzen“. Zum Abschluss seiner Rede überreichte er noch einen Umschlag an Oliver Schröder. Dass sich darin ein Geldgeschenk befindet, verriet Jan Nesselrath uns auf Nachfrage. Über den genauen Betrag machte er augenzwinkernd aber keine Angaben.

Bürgermeister Jan Nesselrath dankte den Wehrleuten für ihren Einsatz und überreichte nach seiner Rede ein Geldgeschenk an Einheitsführer Oliver Schröder.

Auch Stadtbrandinspektor Thomas Decker bedankte sich bei den Blauröcken und hob in seiner Rede hervor: „Während viele andere zu Hause vor den Fernseher sitzen oder vor dem PC spielen, setzen unsere Einsatzkräfte für uns ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel“. Nicht alle Menschen wüssten zu schätzen, was die Feuerwehrleute leisten.

Die Frauen der Lengelscheider Blauröcke standen anschließend geschlossen hinter dem Rednerpult und präsentierten ihre selbst gestalteten Geschenke in Form von verzierten Holzwappen. Sie sind natürlich stolz auf ihre Männer, doch wenn sich morgens um zwei der Pieper meldet, da sind sich die Gattinnen einig, schrecken nicht nur ihre Männer auf. Und bei einigen Einsätzen blieben sie voller Sorge alleine zu Hause zurück. Es sind halt nicht nur die Männer, denen dieser Job vieles abverlangt. Doch an diesem Abend konnten alle gemeinsam bei frisch Gegrilltem und Gezapftem die Feier genießen – ohne Pieper und ohne Sirenen.

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