Wasserkissen für Versorgung mit Löschwasser

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Sie erinnern ein wenig an die besonders bei Kindern beliebten Hüpfburgen. Je 60 000 Liter Wasser kann in den Kissen bevorratet werden.

Meinerzhagen - Aus den verschiedensten Gründen ist es manchmal notwendig und viele Einwohner Meinerzhagens haben es schon einmal erlebt: Die Stadtwerke müssen vorübergehend das Wasser abdrehen. Häufigste Ursache dafür sind naturgemäß plötzlich aufgetretene Schäden am Leitungsnetz. Aber auch dessen erforderliche Erweiterung im Bereich von Neubaugebieten oder der vorbeugende Austausch von alten Leitungen im Rahmen von Straßensanierungen zählen dazu.

Für den Endverbraucher heißt es dann Vorräte anzulegen. Eine volle Badewanne oder ein Eimer für die Toilettenspülung und den kleinen Abwasch, sind immer irgendwie zu realisieren.

Schwieriger ist das Problem bei der Löschwasserversorgung in den Griff zu bekommen. Diese wird für die Feuerwehr im Regelfall über das öffentliche Wassernetz sichergestellt. An zahlreichen Unter- und Oberflurhydranten im Stadtgebiet kann diese im Einsatzfall ihre Schläuche anschließen und die Brandbekämpfung vornehmen.

Zwar verfügt die Feuerwehr auch über Fahrzeuge mit eingebauten Tanks, deren Fassungsvermögen ist jedoch beschränkt und dient nur dem kurzfristigen Löscheinsatz. Umso wichtiger ist es, dass möglichst schnell der Nachschub gesichert werden kann.

Neben den klassischen Varianten mit Löschteichen, der Wasserversorgung über eine lange Wegstrecke – dabei werden lange Schlauchleitungen mit zwischengeschalteten Pumpen genutzt – oder Tankanhängern, haben die Meinerzhagener Stadtwerke ein weiteres Angebot in petto: „Wir haben vor einiger Zeit zwei Wasserkissen angeschafft. In jedes passen 60 000 Liter Wasser“, erläutert Michael Berkenkopf, Geschäftsführer der Stadtwerke.

Mit ihren stattlichen Ausmaßen von rund acht Metern Länge und fünf Metern Breite, sind sie im ungefüllten Zustand faltbar und somit ohne größeren Aufwand zu transportieren. Am Einsatzort angekommen, können sie durch die vorhandenen Schlauchanschlüsse, welche auch der Wasserentnahme dienen, befüllt werden. Etwa 1,5 Meter hoch erinnern sie prall gefüllt ein wenig an besonders bei Kindern beliebte Hüpfburgen. „Die Kissen hatten wir schon an verschiedenen Stellen, unter anderem bei Arbeiten am Leitungsnetz in Ihne, im Einsatz. Natürlich hatte es vor der Anschaffung den Kontakt zur Feuerwehr gegeben und die entsprechende Übung. „Das Urteil der Feuerwehr war danach äußerst positiv“, so Michael Berkenkopf. Bei der Abwägung aller Fakten, sieht der Geschäftsführer nur Vorteile durch die mobile Löschwasserreserve, wobei der vergleichsweise geringe Preis von insgesamt unter 10 000 Euro sich auch positiv auswirke. Trinkwasser wird von den Stadtwerken aus hygienischen Gründen nicht in den Wasserkissen bevorratet.

Als nächster Einsatzort steht schon das Gewerbegebiet Grünewald fest. Dort sollen im Rahmen der Neuansiedlung einer weiteren Firma (MZ berichtete) wie im Bebauungsplan vorgesehen eine Stichstraße gebaut und entsprechend neue Gas- und Wasserleitungen verlegt werden. Während dieser Arbeiten tragen dann die Wasserkissen zusätzlich dazu bei, dass im Ernstfall genug Löschwasser zur Verfügung steht.

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