Stunden für Einzelpersonen

Hundeschulen dürfen zumindest Einzelunterricht anbieten

Renate Dimter (rechts) und Gabi Hösel dürfen zumindest wieder Einzelunterricht und Freilauf anbieten.
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Renate Dimter (rechts) und Gabi Hösel dürfen zumindest wieder Einzelunterricht und Freilauf anbieten.

Es war eine gute Nachricht, die Renate Dimter schon vor einigen Tagen erreichte: Hundeschulen dürfen wieder öffnen.

Meinerzhagen/Halver – Doch die Ernüchterung kam schnell für die Halveranerin, die in Meinerzhagen die Hundeschule „Bonita“ betreibt. Nach Rücksprache mit den örtlichen Ordnungsbehörden war klar: Gruppenstunden sind selbst auf dem großen Gelände im Freien immer noch nicht erlaubt, die Trainerin darf zunächst nur Stunden für Einzelpersonen anbieten.

Keine Einnahmen seit November

Immerhin etwas – denn seit dem 14. November hatte Renate Dimter keinerlei Einnahmen mehr zu verzeichnen, kam zu allem Überfluss auch für keines der staatlichen Hilfspakete oder Förderungen infrage. „Ich bin da einfach durchs Raster gefallen“, sagt Dimter. Nicht einmal Einzelstunden durfte sie während dieser Zeit anbieten. Finanziell ein extrem harter Schlag für die Halveranerin.

Dennoch hat sie Kontakt gehalten mit den meisten Hundeschul-Besuchern – per WhatsApp und Telefon. Regelmäßig „grüßten“ die Hundeschul-Vierbeiner vom Bildschirm.

Positive Resonanz

Als die „Bonita“-Klienten von den vermeintlichen Lockerungen hörten, war auch bei ihnen die Freude groß: „Die Resonanz war durchweg positiv, alle wollten direkt wiederkommen“, berichtet Renate Dimter. Umso größer dann die Enttäuschung, als klar war: Ganz so schnell wird es noch nicht gehen mit dem normalen Hundeschul-Alltag. Um insbesondere den Hunden untereinander Kontakt zu Artgenossen zu ermöglichen, haben Renate Dimter und ihre Kollegin Gabi Hösel, die in der Hundeschule „Bonita“ die Welpengruppen betreut, ein kontaktloses Angebot aufgelegt, das auch in Corona-Zeiten erlaubt ist: Freilauf nur für die Vierbeiner auf dem großen Gelände der Hundeschule. Die Besitzer fahren mit ihren Tieren vor, Hösel und Dimter holen die Hunde kontaktlos am Auto ab und bringen sie auf das Trainingsgelände. Dort dürfen die Tiere dann unter Aufsicht miteinander spielen und toben, während Herrchen und Frauchen im Auto bleiben.

Telefonische Beratung

Für die Hunde ein großer Spaß – aber natürlich kein Ersatz für den regulären Hundeschul-Betrieb. Bei akuten Problemen standen Renate Dimter und Gabi Hösel den Besitzern während des Lockdowns auch telefonisch mit Rat zur Seite. Doch häufig hilft das eben nicht so sehr wie der persönliche Kontakt – insbesondere in Bezug auf die jungen Hunde, die viel Aufmerksamkeit und Ausbildung benötigen. Gabi Hösel konnte mit den Welpenbesitzern ebenfalls nur virtuell in Kontakt treten. „Wir haben Videos mit Übungen vorbereitet und versendet, sodass zu Hause entsprechend trainiert werden konnte“, sagt Hösel. Eine Lösung, die die Hundeschule bereits während des ersten harten Lockdowns angeboten hatte. „Doch diesmal war die Resonanz darauf deutlich geringer“, bedauert Hösel.

Großer Bedarf

Dabei sei der Bedarf eigentlich groß, sind sich Dimter und Hösel sicher. Viele Anrufe und Anmeldungen gingen in den vergangenen Wochen ein. Denn zahlreiche Tierliebhaber haben die Corona-Zeit genutzt und sich einen eigenen Vierbeiner angeschafft. „Wir wissen außerdem von ganz vielen Hundebesitzern, die sich noch einen Zweithund dazu geholt haben“, so Dimter. Durch Home-Office und Kurzarbeit war das während der Pandemie zeitlich häufig möglich.

Doch insbesondere keiner der Welpen und Junghunde, die während des Lockdowns zu ihren Familien kamen, konnte eine Hundeschule besuchen oder an Trainings teilnehmen. „Die Befürchtung ist natürlich da, dass sich auch einige dieser Hunde zu Problemfällen entwickeln“, sagen Dimter und Hösel unisono.

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