Kampen „öffnet“

Corona und die Partnerschaft

Am Königstag reist traditionell auch eine Gruppe des heimischen Partnerschaftskomitees um den Vorsitzenden Ulrich Blumenrath (links) nach Kampen. In diesem Jahr war das nicht möglich.
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Am Königstag reist traditionell auch eine Gruppe des heimischen Partnerschaftskomitees um den Vorsitzenden Ulrich Blumenrath (links) nach Kampen. In diesem Jahr war das nicht möglich.

In der vergangenen Woche feierten die Niederländer am Geburtstag ihres Monarchen Willem-Alexander den traditionellen Königstag.

Meinerzhagen – Normalerweise wäre auch eine Gruppe des heimischen Partnerschaftskomitees um den Vorsitzenden Ulrich Blumenrath vor Ort dabei gewesen. Während die dritte Welle der Pandemie „rollt“ und das Nachbarland eine Inzidenz von deutlich mehr als 200 aufweist, stand ein Besuch diesmal gar nicht zur Debatte.

Ernüchterndes Fazit

„Alles, was wir uns jahrelang aufgebaut haben, droht den Bach herunterzugehen“, zieht Ulrich Blumenrath angesichts der langen Zwangspause in den Partnerschaftsbeziehungen zu St. Cyr sur Loire und Kampen ein mehr als ernüchterndes Fazit. Die Freunde aus Frankreich und den Niederlanden dürfen nicht an die Volme reisen, ebenso sind Gegenbesuche unmöglich. Wann sich dieser Zustand ändern wird – niemand weiß es. Und genau das macht alles so schwierig.

Sind die gegenseitigen Beziehungen nach mehr als einem Jahr ohne engeren Kontakt ganz eingeschlafen? Ulrich Blumenrath verneint das: „Natürlich halten wir Kontakt, so gut es geht. Beispielsweise über Whatsapp.“

Es läuft nichts

Teun de Man ist Vorsitzender des Kampener Arbeitskreises, der zuständig ist für die Beziehungen zu den deutschen Partnerstädten Meinerzhagen und Soest. Der Niederländer habe sich erst kürzlich bei ihm nach der Situation in Meinerzhagen erkundigt, berichtet Ulrich Blumenrath. „Ich habe ihm dann einen aktuellen Bericht darüber aus der MZ geschickt“, erläutert der Komitee-Vorsitzende. Viel mehr an Austausch geht allerdings nicht. „Es läuft sonst nichts. Wir haben auch keine Pläne, in diesem Jahr noch ein größeres Treffen zu organisieren. So wurde schon das eigentlich für Oktober geplante Chorkonzert abgesagt“, schildert Ulrich Blumenrath den (traurigen) Stand der Dinge.

Dass sich die Situation schnell bessert, daran glaubt im Moment niemand so recht. Blumenrath: „Natürlich schlafen die Kontakte, die über einen so langen Zeitraum einfach nicht möglich waren und es immer noch nicht sind, ein wenig ein. Aber eines ist auch klar: So bald es wieder geht, werde ich wieder nach Kampen reisen.“

Weil die Niederländer ihren Lockdown trotz hoher Infektionszahlen lockern, schwant aber auch Ulrich Blumenrath zurzeit nichts Gutes: „Dort ist Straßengastronomie beispielsweise zwischen 12 und 18 Uhr wieder geöffnet – das kommt auch im Land nicht überall besonders gut an.“

Sorge über Regierungskurs

Das gilt auch für Teun de Man. Im Gespräch mit der Redaktion äußerte er große Sorge über den Kurs der niederländischen Regierung: „Cafés öffnen wieder. Nach 18 Uhr müssen die Besucher dann wieder gehen. Da kommt es zu Kontakten, es wird wohl große Probleme geben. Und das, wo im ganzen Land die Infektionszahlen steigen.“ Der Partnerschafts-Aktivist berichtet weiter, dass in Kampen zurzeit etwa 25 bis 50 positive Tests am Tag registriert werden. Allerdings, so Teun de Man weiter, würden „nur“ ein bis zwei Krankenhaus-Einweisungen wegen Covid-19 veranlasst.

Und wie steht es aus seiner Sicht um die partnerschaftlichen Beziehungen zu Meinerzhagen? „Ich habe weiter regelmäßig Kontakt zu Uli Blumenrath und zu Mitgliedern des Komitees. Pläne für Treffen gibt es aber nicht, wir hoffen, dass das nach dem Sommer wieder möglich sein wird. Es ist eine schlimme Zeit und ich freue mich schon darauf, wenn wir uns wieder treffen können. Das war immer s ehr schön und sehr fröhlich. Viele Menschen bei uns warten auf den Neustart der partnerschaftlichen Beziehungen.“

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