Corona und die Folgen

Lockdown-Verlängerung: Viel Verständnis und große Sorgen

Auch am Evangelischen Gymnasium fehlen die sozialen Kontakte, wie sie vor der Pandemie normal waren.
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Auch am Evangelischen Gymnasium fehlen die sozialen Kontakte, wie sie vor der Pandemie normal waren.

Um mindestens zwei Wochen wird der Lockdown verlängert. Friseursalons, Restaurants, Geschäfte, Schulen – sie alle bleiben verwaist.

Meinerzhagen – Wie reagieren Meinerzhagener Unternehmer und Pädagogen auf die gestrigen Beschlüsse? Die Meinerzhagener Zeitung fragte bei einigen von ihnen nach:

Friseursalon Trendstyle

Natürlich hätte sich Friseurmeisterin Bilor Sahin gewünscht, bald wieder Kunden in ihren Räumen am Löher Weg begrüßen zu dürfen. Daraus wird nun vorerst weiter nichts – und dafür hat sich grundsätzlich angesichts der Corona-Zahlen auch Verständnis. „Mich wundert aber, wie häufig ich frisch frisierte Leute in Meinerzhagen sehe. Ich weiß, dass der große Teil der Saloninhaber keinesfalls derzeit Haare schneiden würden – da halten sich aber andere Friseure offenbar nicht dran. Und das ärgert mich“, sagt Sahin. Die Regeln würden schließlich für alle gelten, „und es fällt mir schwer, zu sehen, dass diejenigen, die sich daran halten, Nachteile haben.“ Denn der wirtschaftliche Schaden sei enorm, privates Geld längst in den Salon geflossen. In der ersten Lockdown-Phase im Frühjahr 2020 seien die Hilfszahlungen schnell geflossen, „für Dezember steht diese Hilfe aber noch aus und wie es mit dem Januar aussieht, weiß ich noch nicht“, sagt Bilor Sahin. Doch aufgeben will sie nicht – auch nicht bei einem verlängerten Lockdown. „Ich bin jetzt seit 16 Jahren hier, habe mir etwas erarbeitet und gebe das nicht einfach auf. Ich werde weiter kämpfen.“

Sekundarschule

Die Infektionszahlen ließen keine andere Wahl, als weiter auf Distanzunterricht zu setzen, sagte Christiane Dickhut am Dienstag vorbehaltlich der noch offiziell zu bestätigenden Beschlüsse. Die Leiterin der Sekundarschule Meinerzhagen hält die Verlängerung des Schul-Lockdowns mit Blick auf die hohe Ansteckungsgefahr für sinnvoll, weiß aber auch um die Nachteile, die geschlossene Schulen für die Mädchen und Jungen haben. „Die soziale Komponente fehlt natürlich akut. Auch wenn wir froh sind, dass unsere Lern-App Sdui mittlerweile stabil läuft und auch das Chatten der Schüler untereinander ermöglicht, so fallen Spiel und Spaß abseits des Unterrichts, auf dem Schulhof und zwischen den Stunden, weg“, sagt Dickhut. Hinzu komme das Probleme der technischen Ausstattung jedes einzelnen Schülers. „Es hat nicht jeder die Voraussetzung, um sämtliche Angebote nutzen zu können“, sagt die Schulleiterin. Jedoch lasse das Kollegium kein Kind im Stich.

Evangelisches Gymnasium

„Keine Frage: Präsenzunterricht ist und bleibt die absolute Nummer eins“, sagt Sven Dombrowski, Schulleiter des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen (EGM). Auch er sieht, dass die sozialen Kontakte im Distanzunterricht fehlen. „Das gemeinsame Erarbeiten eines Unterrichtsthemas findet nicht statt.“ Aber: Für Dombrowski steht ebenfalls fest, dass die aktuellen Infektionszahlen eine Rückkehr zum „normalen“ Unterricht verbieten. Was am EGM aber kein großes Problem sei, so Dombrowski. „Das Lernen auf Distanz klappt hervorragend – sogar für unsere Abschlussklasse. Da gelingt es sogar, neue Inhalte zu vermitteln. Und durch die klare Tagesstruktur wissen die Schüler, wann Unterricht ist und wann sie Freizeit haben.“

Gaststätte Theile

Ibrahim Mrzljak ist Inhaber der Gaststätte Theile an der Derschlager Straße. Und er sieht die Verlängerung des Lockdowns inzwischen pragmatisch: „Wir können daran eh nichts ändern. Ich nehme es, wie es kommt.“ Aufregen will er sich über die Verlängerung nicht: „Das schadet nur der Gesundheit.“ Resignation kommt für ihn allerdings auch nicht in Frage: „Restaurants sind doch eigentlich Orte der Begegnung, des Lachens. Und so wird es auch wieder sein, irgendwann. Die Meinerzhagener warten doch nur auf den Moment, in dem Corona besiegt ist. Eine Rückkehr zum Alltag wird es dann schnell geben, denn die Leute vermissen doch ihren Restaurant-Besuch.“

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