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„Local Heroes“ sollen gegen Ärztemangel helfen

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Von: Birgitta Negel-Täuber

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Auch in Meinerzhagen sind die Local Heroes im Einsatz.
Local Heroes in Meinerzhagen: (von links) Frank Markus, Fachbereichsleiter, Maxi Irnich, Severin Pfeil, Dr. Holger Reimann, Bürgermeister Jan Nesselrath und Robert Stelzer. © Negel-Täuber, Birgitta

Robert Stelzer und Severin Pfeil sind „Local Heroes“. Die beiden studieren inzwischen im dritten Semester Medizin an der Universität Witten/Herdecke und machen zur Zeit ein einwöchiges Praktikum (Famulatur nennt das der Fachmann) in Meinerzhagen.

Meinerzhagen – Severin Pfeil bringt sein in zwei Semestern erworbenes Wissen in der Praxis von Holger Reimann ein, Robert Stelzer ist im Multimedicum aktiv. Beide haben bereits eine Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert. Die Dritte im Bunde ist Maxi Irnich, die in Düsseldorf bereits im fünften Semester Medizin studiert.

Ärztlichen Nachwuchs sichern

Grund des Praktikums der beiden Männer ist das Programm „Local Heroes“, das sich – anders als bei anderen „Landarzt“-Projekten – zum Ziel gesetzt hat, angehende Medizinerinnen und Mediziner bereits im Studium für das Thema zu interessieren und Faktoren zu identifizieren, die den ärztlichen Nachwuchs langfristig in der Region halten. Es wird vom Bundesministerium für Gesundheit mit 1,7 Millionen Euro gefördert und als Verbundprojekt mit den Unis Duisburg-Essen, Bochum, Düsseldorf und Witten/Herdecke durchgeführt.

Profitieren will davon auch der Märkische Kreis, der auf Allgemeinmediziner genau dort hofft, wo sie im Kreis fehlen. Sechs Wittener Medizinstudenten absolvieren derzeit zwischen Menden und Meinerzhagen ein derartiges Praktikum, nach Kräften unterstützt vom Kreis, der für die jungen Leute auch ein kleines Touristik-Programm aufgelegt hat. Pfeil und Stelzer haben in Meinerzhagen auch schon Schützenfest gefeiert.

Gute Gründe für Arbeit auf dem Land

Aber auch aus beruflicher Sicht gebe es gute Gründe aufs Land zu gehen, findet Dr. Holger Reimann und hebt vor allem die persönlichen Kontakte sowohl zu den Patienten als auch zu Kollegen hervor. Wer die Ärzte im Krankenhaus kenne, könne im Ernstfall sehr schnell eine Behandlung für den Patienten organisieren. Außerdem helfe es auch, wenn man etwa die Familienverhältnisse der Patienten kenne.

Maxi Irnich braucht er nicht zu überzeugen. Die junge Frau kommt aus Reichshof und weiß jetzt schon, dass sie wieder aufs Land will. Bei ihren Kommilitonen, der eine aus Köln, der andere aus Dortmund, sieht das anders aus. Für sie soll das Praktikum ein erster Einblick in die Arbeit in einer Hausarztpraxis sein. Zu entscheiden braucht sich so früh noch niemand, aber das Projekt zielt auf langfristige Bindung an den ländlichen Raum ab. Die Studenten werden deshalb im nächsten Jahr noch einmal ein zweiwöchiges Praktikum im Märkischen Kreis absolvieren.

Das Projekt „Local Hero“ (LOngitudinales Curriculum ALlgemeinmedizin zur Stärkung der Hausärztlichen VErsorgung in ländlichen RegiOnen) startete im Januar 2022 und läuft bis Ende 2024. In den kommenden zwei Jahren folgen jeweils weitere Gruppen mit geplanten Größen von 50 bis 75 Studierenden pro Jahr.

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