Gelungene Renaturierung in Listertals Kleinod

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Experten überzeugten sich von der gelungenen Renaturierung der Lister im Naturschutzgebiet Listertal. Das Ökosystem und die Lebensbedingungen für die dort beheimateten Bachforellen und Mühlkoppen wurde auf diese Weise verbessert.

Listertal - Barbara Dienstel-Kümper geriet beim Anblick des Naturschutzgebietes Listertal in Schwärmen: Wie ein „romantischer Alpenbach“ plätschere die Lister durch das Tal, befand die Kreisdirektorin.

Von Simone Benninghaus

In Ingemerterhammer überzeugte sie sich am Donnerstag zusammen mit Experten von der naturnahen Gewässerumgestaltung in diesem Gebiet. Für das Naturschutzzentrum MK war Gerd Eppe vor Ort, Christian Faust und Uwe Sieg vertraten die Untere Wasserbehörde.

Im Rahmen des Regionale-Projektes „Ein Kreis packt aus“ sind im Naturschutzgebiet insgesamt vier Wehre entfernt worden, die noch aus der Zeit stammten, als es in diesem Gebiet vermehrt mit Wasserkraft betriebene Hammerwerke gab – 39 seien es einst gewesen, berichtete Valko Gerber vom städtischen Fachbereich Technischer Service. In Ingemerterhammer wurde außerdem eine sanierungsbedürftige Brücke abgerissen und eine Furt angelegt, die vom land- und forstwirtschaftlichen Verkehr genutzt werden kann (wir berichteten). Die Kosten in Höhe von rund 65 000 Euro werden dabei zu 80 Prozent aus Landesmitteln gefördert.

Aus Sicht der Experten war die Renaturierung zugunsten einer Wiederherstellung eines guten ökologischen Zustandes gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie ein Erfolg. Klaus Kraats von der Unteren Landschaftsbehörde attestierte „Meinerzhagens Kleinod“ daher auch großen Artenreichtum.

Mit Blättrigem Hahnenfuß und Orchideen gedeihen Pflanzen, die auf der Roten Liste stehen. Die Auen sind Lebensraum für Prachtlibellen und Ringelnattern. Der Bachlauf dürfe sich Dynamik erlauben und an den Uferrändern „knabbern“. Mit dem Rückbau der Abstürze – bis dahin ein Wanderhindernis für die in dem Gewässer lebenden Fische und Kleinlebewesen – wurde eine Stabilisierung des Ökosystems und des Lebenszyklus der Tiere erzielt.

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