Lister & Co. als Energielieferanten

+

Meinerzhagen - Sonne, Wind und Wasser – wenn es um das Klima und eine Verringerung des Ausstoßes von Co2 geht, spielen diese Energiequellen eine entscheidende Rolle. Photovoltaikanlagen und Windräder gibt es auch in Meinerzhagen. Und mit dem Wasserkraftwerk an der Lister kommt ein drittes „Standbein“ hinzu, das umweltfreundlich für elektrischen Strom sorgt.

Das alte Listerkraftwerk am Fuße der 1912 fertiggestellten Listerstaumauer war sogar das erste Wasserkraftwerk, das die Lister- und Lenne-Kraftwerke GmbH (LLK) zur Erzeugung von Energie nutzte. Damit wurde im Jahr 1913 begonnen. Die LLK ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Ruhrverbandes.

 „Durch den Bau der Biggetalsperre wurde die Listertalsperre zu einem Vorbecken. Das alte Listerkraftwerk wurde 1963 abgerissen und durch ein 36 Meter hohes Turmkraftwerk ersetzt. Eine Kaplan-Turbine mit vertikaler Welle für maximal 9 Kubikmeter Wasser pro Sekunde erzeugt im Jahr durchschnittlich 2 Millionen Kilowattstunden Strom“, berichtet der Ruhrverband, der Bigge- und Listertalsperre unterhält, stolz. 

2 Millionen Kubikmeter Strom – eine beachtliche Menge. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch eines Vier-Personen-Haushaltes von 5000 Kilowattstunden im Jahr können damit theoretisch 400 Haushalte 12 Monate lang versorgt werden. Auch an der Fürwiggetalsperre wird Wasserkraft übrigens zur Energieversorgung eingesetzt, allerdings in kleinerem Umfang. Laut Ruhrverband gibt es dort ein Kleinwasserkraftwerk, das die Fallhöhe der Fürwiggetalsperre nutzt und Strom an etwa 30 Haushalte liefert. Die Nutzung der Wasserkraft hat in der regenreichen Mittelgebirgsregion Sauerland lange Tradition. „Bereits vor Jahrhunderten wurden an der Ruhr, an der Lenne und ihren Nebenflüssen zahllose Stauwehre errichtet. Hunderte von Wasserrädern erzeugten die mechanische Energie, die zum Betrieb von Hammerwerken und Mühlen benötigt wurde“, blickt der Ruhrverband zurück. Vielfach seien diese Wasserkraftanlagen die Keimzellen noch heute bestehender Unternehmen gewesen.

Wasserkraft liefert Energie- auch an der Listertalsperre.

 Ende des 19. Jahrhunderts seien dann die ersten modernen Wasserkraftanlagen entstanden, deren Turbinen über angekoppelte Generatoren elektrischen Strom erzeugten. Laut Ruhrverband gab es Überlegungen zur Ausnutzung der Wasserkraft durch den damaligen Ruhrtalsperrenverein schon ab dem Jahr 1905. Das erste eigene Wasserkraftwerk an der neu erbauten Listertalsperre nahm im Mai 1913 den Betrieb auf. Dessen Leistung reichte jedoch bald nicht mehr aus. „Und so wurden zu Beginn der 1920er-Jahre an der Lenne die Wasserkraftwerke Bamenohl und Lenhausen errichtet. Die Kraftwerke an Lister und Lenne wurden so zu den Namensgebern der heutigen Lister- und Lennekraftwerke GmbH (LLK) in Olpe“, wird weiter informiert. Das große Wasserkraftwerk an der Biggetalsperre, das laut Ruhrverband seit mehr als 40 Jahren mit seinen vier Turbinen und einer Leistung von 15,6 Megawatt etwa 22 Millionen Kilowattstunden pro Jahr produziert, ist noch einmal eine andere „Hausnummer“. Es kann knapp 4500 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen.

Mit Wasser lässt sich Energie erzeugen, Wasser kann aber auch Kosten verursachen. Stichwort Abwasser: Der Ruhrverband betreibt in seinem Zuständigkeitsbereich insgesamt 65 Kläranlagen. Hier wird Strom verbraucht. Aber Abwasser lässt sich auch als Energiequelle nutzen. „So wird der Klärschlamm in Faulbehältern durch anaerobe Mikroorganismen teilweise in methanhaltiges Faulgas überführt, das zur Stromerzeugung beispielsweise in Blockheizkraftwerken eingesetzt wird. Die Co-Vergärung, also die zusätzliche Annahme von Fetten, Küchen- und Speiseabfällen zur Steigerung der Gaserzeugung in den Faulbehältern, reduziert den Stromeinkauf, sodass in diesen Kläranlagen ein großer Teil des benötigten Strom selbst erzeugt wird“, berichtet der Ruhrverband.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare