Auch Holländer, Kanadier und Dänen lieben den „Seeblick“

+
Ulla Joerißen, ihr Ehemann Hermann und der Niederländer Hans Verhoeven (von links). Letztgenannter ist ein Dauergast, der beinahe schon zur Familie gehört.

Meinerzhagen - Ulla Joerißen ist 50 Jahre alt, genauso wie ihr Ehemann Hermann. Und die Ferienanlage Camping Seeblick an der Listertalsperre wird am 1. August ebenfalls „50“. Zufall? Ja! Aber dennoch gibt es einen Zusammenhang: Die gelernte Schlosserin und der Steinmetz-Meister sind seit sieben Jahren Besitzer des Campingplatzes an den Ufern der Lister in Windebruch, wo der Name Programm ist.

Hamm war lange Heimat des Ehepaares. „Als unser Sohn Timo dann drei Jahre alt war, ergab sich die Chance unseres Lebens. Schon immer hatten wir eine Vorliebe für’s Campen. Als der Platz in Windebruch dann zu verkaufen war, haben wir zugegriffen. Es war der ideale Zeitpunkt“, erinnert sich Ulla Joerißen. Bereut haben beide diesen mutigen Schritt nie: „Heute würden wir es wieder so machen.“

Hermann Joerißen mit seinem zehnjährigen Sohn Timo. Dieses Bild zeigt, warum der Campingplatz „Seeblick“ heißt.

Wo andere Urlaub machen, ist die schönste Zeit des Jahres die ganze Saison über auch für die Joerißens „greifbar“. „Die Menschen, mit denen wir täglich zu tun haben, sind einfach immer gut drauf – kein Wunder, denn sie haben Ferien. Hier macht es doch viel mehr Spaß zu arbeiten als irgendwo anders“, ist auch Hermann Joerißen nach wie vor begeistert von seinem Job. Unterdessen wartet bereits der nächste Kunde an der Rezeption auf den Platz-Besitzer. Ein Däne mit seiner Frau und zwei Kindern will einchecken. Nachdem geklärt ist, dass die „Neuen“ aus dem hohen Norden für den nächsten Morgen acht Brötchen wünschen, muss nur noch der Stellplatz zugewiesen werden. „Skandinavier haben wir hier häufig als Gäste. Meistens machen sie mit ihren Wohnwagen aber nur Zwischenstation auf dem Weg ans Mittelmeer“, weiß Helmut Joerißen. Willkommen sind die Dänen natürlich dennoch.

Der Campingplatz in Windebruch ist 2,5 Hektar groß und verfügt über 120 Stellplätze.

120 Stellplätze sind auf dem 2,5 Hektar großen Gelände des „Seeblicks“ verfügbar, 85 davon sind dauerhaft belegt. 1000 Euro werden als Miete für ein ganzes Jahr berechnet. „Dafür können die Gäste kommen und gehen wann sie wollen“, weiß Joerißen um die Vorteile eines Urlaubsquartiers auf Dauer. Die restlichen 35 Plätze werden jeweils für 25 Euro am Tag vermietet. „Wir haben erstaunlich viele Sauerländer unter unseren Gästen, beispielsweise aus Lüdenscheid“, wundert sich Hermann Joerißen inzwischen nicht mehr, wenn Märker einchecken. Aber auch aus dem östlichen Ruhrgebiet kommen zahlreiche Urlauber an die Lister. Die Menschen aus dem Westen des Ruhrgebiets fahren nach seiner Erfahrung eher nach Holland. „Und die aus dem Raum Köln steuern meist die Regionen Eifel oder Westerwald an.“

Diesen überdachten Anbau errichtete Hermann Joerißen. Er steht auch Gästen von „Außerhalb“ offen, so wieder der Kiosk.

50 Jahre Camping Seeblick – was sich in dieser Zeit alles verändert hat, weiß Joerißen zum Teil aus eigener Erfahrung, zum Teil aus Erzählungen: „Früher waren es fast nur Zelter mit Gaskocher und Luftmatratze, heute reisen auch Gäste in mehrere 100 000 Euro teuren Luxuswohnmobilen an. Wenn es früher ausreichte, eine Wiese zu präsentieren, so wollen die Gäste heute entsprechende Sanitäranlagen, Service und Dienstleistungen angeboten bekommen.“ Die Joerißens sind jedenfalls bemüht, alle Wünsche zu erfüllen: „Wir haben einen Kiosk, an dem zum Beispiel Pommes, Currywurst, Eis und Getränke angeboten werden. Den dürfen natürlich auch Menschen nutzen, die nicht Gäste unseres Campingplatzes sind. Außerdem gibt es natürlich Strom an jedem Stellplatz, Wasser-Entnahmestellen über den Platz verteilt und Duschen, die kostenlos benutzt werden können. Und in dem sauberen Wasser der Lister kann sowieso jeder umsonst baden“, lächelt Hermann Joerißen.

Kanadier, Finnen, Norweger, ein Australier, Engländer – viele internationale Gäste verbrachten auf der Anlage „Seeblick“ bereits erholsame Tage. Aber einer kommt, wie viele Landsleute, jedes Jahr wieder. „Hans Verhoeven aus Kerkrade, Niederlande. „Ich bin acht Monate im Jahr hier. Das Wasser, die Berge und der Wald. Hier ist es sehr, sehr schön“, findet er.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare