Lions aus dem Volmetal beim Treffen in Hamburg dabei

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Insgesamt 18 Clubmitglieder aus dem Volmetal besuchten das große internationale Treffen in Hamburg.

MEINERZHAGEN/KIERSPE - Es war ein beeindruckendes Schauspiel, welches sich den Mitgliedern des Lions-Clubs Meinerzhagen-Kierspe und dem Fanfarenzug Meinerzhagen am Wochenende in Hamburg bot. Eine große, farbenbunte und fröhliche Parade mit Lions aus 151 Ländern zog über den 1500 Meter langen Weg um die Binnenalster.

Von Goldbach Goldbach

„Guten Tag“, „Hello“ oder „Bonjour“ riefen sie den am Rande stehenden Zuschauern zu und winkten dabei fröhlich mit ihren Landesfahnen.

1917 hatte Melvin Jones, ein vermögender Versicherungskaufmann aus Chicago, eine Idee. Er gründete den Lions Club, eine Vereinigung ehrbarer Geschäftsleute, die Gutes tun wollten. Im Laufe der Jahrzehnte entstand eine internationale Organisation, die heute 1,35 Millionen Mitglieder in 46 672 Clubs und 204 Ländern hat. Fast 20 000 Teilnehmer waren am in Hamburg zu einem Internationalen Kongress zu Gast, um in der Zeit vom 5. bis zum 9. Juli sich in drei Plenarsitzungen, einer großen Show in der O2-World, einem Markt am Jungfernstieg, Ausstellungen in den Messehallen und Empfängen diverser Gastländer zu treffen und gleichzeitig ihren Präsidenten für das kommende Jahr zu wählen.

Mitten unter den vielen Besuchern waren auch zwei Volmetaler Clubs, der Lions Club Meinerzhagen-Kierspe und der von den Lions eingeladene Fanfarenzug Meinerzhagen. Während die Volmetaler Lions schon am Freitagmorgen nach Hamburg gereist sind, machten sich der Fanfarenzug am späten Mittag auf den Weg. 27 Landser mit Trommeln, Fanfaren und ihren Uniformen nutzten diese Einladung auch als Jahresausflug für den Verein. Untergebracht war die Gruppe in der Nähe von Hamburg, in Buchholz in der Nordheide, eine gute halbe Stunde von Hamburg entfernt. Für den Abend trafen sich die Mitfahrer zu einem gemütlichen Grillabend im Hotelgarten, denn etwas anderes zu unternehmen hatte nicht viel Sinn, da sie erst gegen 20 Uhr am Hotel eingetroffen waren.

Lions-Treffen mit großer Parade in Hamburg

Am nächsten Morgen ging es schon zeitig in die Innenstadt, denn die offizielle Aufstellungszeit war 11 Uhr am Adolphplatz. Rechts neben dem Fanfarenzug nahm eine Bergmannskapelle Aufstellung, links daneben war es der Bläserchor Tonica Mackenzell und mit der Trachtenkapelle aus Höpfingen kamen die Sauerländer sofort in Kontakt, sangen sie doch zu ihren Liedern munter mit. Für Besucher gab es jetzt schon viel zu sehen und zu hören. Die Musikkapellen spielten abwechselnd Lieder aus ihrem Repertoire, so wurde ihnen und auch den Zuschauern nicht langweilig. Die Lions aus dem Volmetal standen nicht weit vom Fanfarenzug entfernt, direkt auf dem Rathausmarkt. Gelbe T-Shirts, schwarze Hosen und Sonnenschirme in den Deutschlandfarben waren das äußere Erkennungsmerkmal. Bunter und individueller waren die Mitglieder anderer Länderlions-Clubs anzusehen. So hatten Vertreter aus Kolumbien Strohhüte auf und verteilten unter den anderen Lions-Club-Mitgliedern kolumbische Kaffeebonbons. Die Vertreter aus Kanada hatten in den Stoffen ihrer Uniformen rote Ahornblätter auf weißem Grund gedruckt. Das taten viele Clubs, die die Stoffe ihrer Uniformen in den Landesfarben und dem Lions-Symbol bedruckt hatten.

Bald schon setzte sich die Parade um die Binnenalster in Bewegung. Schöne Trachten waren zu sehen, wie bei den Skandinaviern. In Gelb-Blau waren die Schweden, Rot-Blau-Weiß die Norweger. Die Spanierinnen trugen hochgesteckte Mosqueros, das sind Spitzenschleier, die Schweizer kamen in Rot-Weiß mit langen Alphörnern über die Schulter. Doch das waren alles noch Vertreter, deren Länder viele schon im Urlaub bereist haben.

Interessanter wurde es bei den afrikanischen Ländern. Fröhlich bunt waren hier die Uniformen und wunderschön anzusehen. Erstaunt hörten die Volmetaler Raoul Cheuteu aus Kamerun zu, der sich mit ihnen in einem perfekten Deutsch unterhielt. Das Erfolgsrezept hatte ihm seine Großmutter verraten. „Wenn Du eine Sprache gut sprechen willst, schaffe Dir ein zweibeiniges Wörterbuch an“, riet sie ihm und so suchte er sich eine deutsche Frau.

Auch das Austauschen von Plaketten war ein beliebtes Handeln in diesen Tagen. „Ich biete Dir meine deutsche Plakette an, hast Du eine aus Deinem Land für mich?“, war eine beliebte Frage an diesen Tagen. Das waren jedoch eher Erlebnisse am Rande. Die größte Aufmerksamkeit genossen die Lions-Clubs der einzelnen Länder in ihren bunten und unterschiedlichen Trachten. Einige von ihnen hatten eigene Musiker mitgebracht, die auf traditionellen Instrumenten für abwechslungsreiche Klänge sorgten.

Vor jedem Land trugen die Lions ein großes Banner, welches Auskunft über ihre Herkunft gab. Gute drei Stunden gab es viel rund um die Binnenalster zu sehen, dann war die große Parade vorbei. Der Fanfarenzug setzte sich in seinen Bus, fuhr zu den Landungsbrücken und hatte dort die Möglichkeit, Hamburg auf eigene Faust zu erkunden. Gegen 22 Uhr war die Heimfahrt geplant und wer wollte, konnte am nächsten Morgen noch nach Hamburg hineinfahren und den Fischmarkt besuchen. Am frühen Vormittag wurden die Fischmarktbesucher in Hamburg abgeholt und die Rückfahrt ging dann über Lüneburg, einer Stadt mit einer wunderschönen Altstadt und kühlen Biergärten weiter Richtung Heimat.

Es war ein gelungener und rundherum schöner Ausflug, den die Volmetaler nach Hamburg unternommen hatten. Zudem war es für sie einmal eine ungewöhnliche Erfahrung, mit Gruppen aus der ganzen Welt in einem Umzug zu gehen. Das letzte Mal war es für sie 1994 in New York zur Steubenparade gewesen. Für den Fanfarenzug war es fast ein Familienausflug, da in ihm nicht nur die Väter, vielfach auch die Kinder mitspielen. Für den Lions-Club war es auch ein beeindruckendes Gemeinschaftserlebnis. Dieses war das dritte europäische Treffen, das nächste wird in Toronto stattfinden.

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