Letzter Schlumpfennachmittag nach 33 Jahren

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Hannelore Keimer, Heidrun Benger und Anneliese Mallon verabschieden sich nach 33 Jahren vom Schlumpfennachmittag. Zur letzten Bastelstunde vergangenen Mittwoch stellten Djamel (7) und Isabel (6) Osterkörbe her. Unterstützt wurden sie dabei auch von der Jahrespraktikantin des Jugendzentrums Saskia Hock.

Meinerzhagen - Am 13. April 1983 gab es den ersten Schlumpfennachmittag im Meinerzhagener Jugendzentrum. Kommenden Mittwoch findet diese besondere Aktion zum letzten Mal statt. Heidrun Benger, Hannelore Keimer und Anneliese Mallon müssen aus persönlichen Gründen aufhören – und vermissen den Schlumpfennachmittag schon jetzt.

Benger und Keimer waren von der ersten Stunde an dabei, Mallon hat das Duo 2007 ergänzt. Sie haben die Idee gehabt, ein spezielles Angebot für Kinder auf die Beine zu stellen. Es sollte ein Bastelnachmittag mit anschließendem Spielen sein – und zwar jeden Mittwoch. Am meisten werden die drei Frauen die Wohlfühlatmosphäre im Jugendzentrum vermissen. „Wir hängen an den Kindern“, sagen die drei. Und sie hätten viel gelernt. 

Ihr Ziel sei es gewesen, die Kinder von klein auf zu begleiten – und das haben sie erreicht. Einige sind über Jahre hinweg jeden Mittwoch zum Schlumpfennachmittag gekommen. Vier von ihnen arbeiten inzwischen sogar im Jugendzentrum. Darauf sind die Frauen besonders stolz. Für sie werde es sehr ungewohnt sein, den Mittwoch einmal nicht verplant zu haben. 

Abschied aus persönlichen Gründen 

Ihnen fällt der Abschied sichtlich schwer, auch wenn es sein muss – aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen. „Sie gehen in den wohlverdienten Ruhestand“, bestätigt auch Silke Stöhr, Leiterin des Jugendzentrums. Auch für sie werde es komisch sein, mittwochs nicht mehr die Gesichter der drei Frauen zu sehen. Doch ab und an wollten sie dann doch nochmal vorbeischauen und helfen. 

Schade ist, dass Benger, Keimer und Mallon keine Nachfolger haben finden können. „Viele wollen helfen, aber nicht verpflichtend jeden Mittwoch“, sagt Keimer. Und nur einmal im Monat die Kinder im Jugendzentrum zu betreuen, sei keine Option. Das Mittwochs-Programm – basteln und spielen – soll aber trotzdem beibehalten werden – eben nur nicht als Schlumpfennachmittag. 

Zu den Aufgaben der drei Frauen gehörte neben der eigentlichen Betreuung der Kinder und das gemeinsame Basteln auch die Vorbereitung der Nachmittage. Sie mussten sich vorab überlegen, zu welchem Thema oder was gebastelt werden sollte, Schablonen und Materialien besorgen. Doch auch die Mädchen und Jungen konnten natürlich mitbestimmen, was an dem Nachmittag einmal in der Woche auf dem Programm stehen sollte. Dazu gehörte Wandern, Filme schauen oder Ausflüge zu Feuerwehr, Polizei oder Bäckerei machen. Am beliebtesten war aber wohl immer das Pizzabacken, verriet Stöhr.

Bis zu 50 Kinder im Jugendzentrum 

An besonderen Tagen, wenn etwa zu Muttertag oder Weihnachten gebastelt wurde, kamen schon mal bis zu 50 Kinder ins Jugendzentrum. Im Durchschnitt waren es etwa 20. Am vergangenen Mittwoch allerdings kamen zur letzten Bastelstunde lediglich zwei Kinder in die Einrichtung. „Vielleicht haben viele Kinder gedacht, dass es den Schlumpfennachmittag schon nicht mehr gibt“, vermuten die drei Frauen – sichtlich enttäuscht über die geringe Teilnehmerzahl an ihrem allerletzten Bastelnachmittag. 

Doch eine letzte Gelegenheit bleibt Interessierten noch: Am kommenden Mittwoch, 16. März, gastiert ab 15 Uhr das Kindertheater Schnurze-Piepe im Jugendzentrum. Der Eintritt kostet 50 Cent. Karten gibt es im Jugendzentrum montags bis freitags ab 15 Uhr. Dann verabschieden sich Heidrun Benger, Hannelore Keimer und Anneliese Mallon aber wirklich von dem Schlumpfennachmittag und den Kindern.

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