Letzter Bauabschnitt der Südumgehung steht an

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Blick auf den künftigen Verkehrsknotenpunkt bei Scherl, wo kurz hintereinander neue Einmündungsbereiche von Südumgehung, Bundesstraße 54, der Autobahn und der Landstraße 539 entstehen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Die vor dem Winter in südliche Gefilde entschwundenen Zugvögel sind noch nicht zurückgekehrt. Doch auf den Großbaustellen im Stadtgebiet und hier insbesondere der Südumgehung, zeugen erste Aktivitäten der Bauarbeiter davon, dass das Frühjahr und damit auch die wärmere Jahreszeit sozusagen vor der Tür stehen. Es wird allenthalben wieder fleißig gewerkelt.

Olaf Bühren, für die Südumgehung zuständiger Projektleiter bei der Regionalniederlassung Südwestfalen des Landesbetriebs Straßen NRW, zeigt sich im Gespräch mit der MZ erleichtert: „Dieser Winter war zwar hart, aber erfreulicher Weise nicht so lang wie im Jahr zuvor, als wir eine rund viermonatige Zwangspause auf der Baustelle einlegen mussten.“ Insgesamt hatte man beim 2009 in Angriff genommenen fünften und mit rund 2,5 Kilometern Ausbaustrecke auch längsten Teilstück der künftigen Ortsumgehung rund sechs Monate witterungsbedingte Ausfälle in Kauf nehmen müssen. „Dies hat auch dazu geführt, dass wir nicht wie erhofft bis zum Jahresende 2010 bereits bis zur Ortslage Schnüffel fertig geworden sind“, verdeutlicht Bühren.

Kanalbau zwischen der

Bergstraße und Schnüffel

Bei einer aktuellen Projektbesprechung in Hagen unter Einbeziehung der Stadt Meinerzhagen wurden kürzlich die weiteren Schritte bis zur vollständigen Fertigstellung der Landstraße 306 n, wie die Südumgehung offiziell heißt, abgestimmt.

Auf der bereits fertig planierten künftigen Trasse der Südumgehung zwischen Schallershaus und Schnüffel geht es zurzeit um den Bau von Entwässerungsanlagen: Die Stadt lässt hier ihren Abwasserkanal erneuern. Parallel dazu wird die Oberflächenentwässerung für die Straße erstellt. Im Anschluss daran geht es an den eigentlichen Straßenbau. Projektleiter Bühren geht davon aus, dass man bis zum Sommer auch diesen Abschnitt erledigt hat und dann dem Verkehr übergeben kann – somit rund sechs Monate später als ursprünglich terminiert.

Vorbereitet wird zurzeit die Ausschreibung des sechsten und zugleich auch letzten Bauabschnitts der Südumgehung, der ein Investitionsvolumen von weiteren rund 2,5 Millionen Euro umfassen wird. Die Kosten der Gesamtbaumaßnahme dürften am Ende bei rund 25 Millionen Euro liegen.

Beim letzten, nur noch rund 300 Meter langen Bauabschnitt geht es um die Herstellung der Verbindungen der Südumgehung mit der Bundesstraße 54, der Autobahn und der Landstraße 539 im Bereich Scherl/Tarrenbrink. Bühren rechnet damit, dass die Submission der Arbeiten noch vor Ostern erfolgen kann. Baubeginn dürfte voraussichtlich im Mai/Juni sein.

Zwei Brücken, Damm und Regenrückhaltebecken

Wesentliche bauliche Voraussetzungen für den verkehrstechnisch besonders aufwendigen Knotenpunkt sind bereits geschaffen: Zwei Brückenbauwerke zur Überquerung der Eisenbahnstrecke und des Verbindungswegs zur Verladestelle Scherl. Auch die hier erforderliche Dammschüttung ist erfolgt. Ein zur Oberflächenentwässerung erforderliches großes Regenrückhalte- und -klärbecken auf dem Gelände des Parkplatzes am Feuerwehrgerätehaus Willertshagen ist im Bau.

Und so wird die Verknüpfung der Südumgehung mit den übrigen Straßen gestaltet: In Höhe der Ortslage Tarrenbrink, wo zurzeit die Straße Zum Schnüffel auf die B 54 einmündet, entsteht der erste Kreuzungspunkt. Dabei wird die Bundesstraße aus Richtung Olpe/Drolshagen an die Südumgehung angebunden. Die bisherige Fortführung der B 54 Richtung Scherl/ehemals Battenfeld entfällt. Die Straße wird aus Richtung Stadtmitte kommend oberhalb der Eisenbahnbrücke und der Zufahrt zur Firma Danieli-Fröhling zur Sackgasse. Der Verkehr von Südumgehung und B 54 aus Richtung Olpe wird über den neuen Damm und die darin integrierten Brücken zur Autobahnanschlussstelle geführt. Hier entsteht eine neue rechtwinkelige Anbindung an die Autobahn. Und in Höhe der bisherigen Autobahneinmündung aus Richtung Lüdenscheid erfolgt die Verknüpfung mit der Landstraße 539 und der B 54 in Richtung Kierspe. Während der Bauphase soll der Verkehr im Baustellenbereich durch Ampeln geregelt werden.

Startschuss für das Projekt

im September 2004

Projektleiter Olaf Bühren hofft, dass man den avisierten Fertigstellungstermin mit Übergabe der kompletten neuen Südumgehung auf einer Gesamtausbaulänge von 3,9 Kilometern zwischen Hohbüschen und Scherl bis Ende 2011 wird realisieren können.

Der Startschuss für den Bau der Südumgehung, das aktuell zu den größten Neubauvorhaben des Landes NRW gehört, erfolgte im September 2004. Für den Verkehr freigegeben ist schon die Trasse zwischen dem Ortseingang bei Hohbüschen über den neuen Kreisverkehrsplatz Trotzenburg, weiter entlang des Wohngebiets Fumberg zum zweiten Kreisverkehr am Schützenplatz bis zur Bergstraße.

Die Landstraße 306 n wird nach dem vollständigen Ausbau künftig die zurzeit noch im Stadtgebiet verteilten Verkehrsströme zwischen der Autobahn Sauerlandlinie (A 45) und dem Bergischen Land (A 4) aufnehmen. Entlastet werden dadurch die innerstädtischen Verbindungsstraßen, wie auch die zurzeit besonders stark frequentierte Ortsdurchfahrt im Zuge der Bundesstraße 54/Oststraße.

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