An Lepra Erkrankte werden ausgegrenzt

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Betroffene werden nach wie vor oftmals ausgegrenzt. Lepra ist mit der richtigen Behandlung heutzutage heilbar. Am 29. Januar ist „Welt-Lepra-Tag“ ▪

MEINERZHAGEN ▪ Der 29. Januar ist „Welt-Lepra-Tag“. Immer noch leiden viele Menschen an dieser Krankheit – auch in Meinerzhagen gibt es eine Gruppe der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW), die sich der Hilfe Infizierter verschrieben hat. Alljährlich werden von Thomas Arens und zahlreichen Helfern die ausgedienten Weihnachtsbäume entsorgt, die Meinerzhagener spenden im Gegenzug für die DAHW. In diesem Jahr kamen dabei 8613,23 Euro zusammen, die für die Leprastation im indischen Pullambady ausgegeben werden.

Zum Aktionstag ruft auch die Aktionsgruppe Meinerzhagen als Initiative zur Förderung der DAHW zu weiteren Spenden auf. Wer möchte, kann eine beliebige Summe auf das Konto 36400 bei der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen, BLZ 45851665, für den guten Zweck einzahlen.

Zum Welt-Lepratag informiert die DAHW: „Seit 30 Jahren ist Lepra heilbar. Mehr als 15 Millionen Menschen konnten seither geheilt werden von dieser Krankheit, die Jahrtausende lang als „Geißel der Menschheit“ galt und die Betroffenen stigmatisiert hat.

Doch heilen können wir nur die Krankheit an sich: die reine Infektion, hervorgerufen durch das Mykobakterium Leprae. Bekommen die Menschen früh genug die rettenden Medikamente, entstehen nicht einmal die für diese Krankheit so typischen Behinderungen.

Was aber bleibt und was keine Medizin auf dieser Welt heilen kann, ist das Stigma der Lepra. Nicht von ungefähr wurde die Krankheit früher „Aussatz“ genannt – eine exakte Beschreibung, was mit den Menschen geschieht, die daran erkranken.

Als es Lepra auch in Deutschland noch gab, sind wir genauso mit den Erkrankten umgegangen: Aus Angst vor Ansteckung haben wir sie verstoßen, sie gezwungen, in Leprosarien außerhalb der Städte unter ihresgleichen zu leben und ihr täglich Brot zu erbetteln. Oft passiert dies auch heute noch, dort wo es Lepra noch gibt. Viele Menschen dort können oder wollen kaum glauben, dass Lepra heilbar ist und diskriminieren die von dieser Krankheit der Armut Betroffenen. Sie werden also weiterhin von ihren Mitmenschen verstoßen.

Dies zu ändern, die Heilung der Patienten nicht nur rein medizinisch zu betrachten, ist die Aufgabe, die vor uns liegt. Denn jedes Jahr erkranken mehr als 200 000 Menschen neu an Lepra und rund vier Millionen Menschen müssen nach der rein medizinischen Heilung mit Behinderungen leben. Diesen Menschen müssen wir eine Zukunft ermöglichen, indem sie ihr Leben selbst bestimmen können ohne Angst vor Stigmatisierung, Ausgrenzung oder Benachteiligung. Eine echte Hilfe für Lepra-Patienten hört leider nicht mit der letzten Tablette der Therapie auf. Diese Hilfe ist intensiver als die rein medizinische Behandlung. Lepra gibt es heute in den armen Ländern ohne funktionierendes Sozial- oder Gesundheitssystem, das für diese Menschen sorgen könnte. Daher benötigen wir Menschen, die unser Anliegen unterstützen – mit Spenden, mit Aktionen, mit Solidarität.“

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