Grenzwerte unterschritten

Legionellen in der Valberter Schulturnhalle

In Valbert wird bald eine neue Probe entnommen, um festzustellen ob die Maßnahmen Erfolg hatten.

VALBERT - In der Valberter Schulturnhalle wurden bei einer jährlich erfolgenden Routineuntersuchung in den Sanitäranlagen Legionellen entdeckt.

Von Jürgen Beil

Dass die Situation im Ebbedorf nun – wie vor Wochen im sauerländischen Warstein – eskaliert, befürchten die Verantwortlichen allerdings nicht. Denn: Die Konzentration der so genannten „koloniebildenden Einheiten“ (KBE) liegt laut Heinz-Gerd Maikranz, Leiter des städtischen Fachbereiches Bildung, Sport und Kultur, voraussichtlich unter den Grenzwerten, die umfangreiche Sanierungen notwendig machen. Dennoch, so der Fachbereichsleiter, in dessen Zuständigkeit die Schule liegt, habe man sofort reagiert und die Turnhalle bereits vor einigen Tagen geschlossen. Erkrankt ist noch niemand.

Der Märkische Kreis, dessen Gesundheitsamt auch für Meinerzhagen zuständig ist, informiert auf seiner Homepage im Internet über die Gefahren durch Legionellen: „Legionellen sind Bakterien, die sich in geringer Konzentration bereits im angelieferten Kaltwasser befinden. Wird das Wasser über einen längeren Zeitraum auf Temperaturen zwischen 30 und 60 Grad Celsius erwärmt, vermehren sich die Legionellen langsam. Wird dann dieses Wasser – z.B. in Duschen – fein versprüht und eingeatmet, kann es besonders bei immungeschwächten Menschen zu einer Legionellose, einer gefährlichen Lungenerkrankung kommen. Das Trinken des Wassers ist hingegen unbedenklich. Eine erhöhte Infektionsgefahr besteht in Gebäuden, in denen das Warmwasser in großen Speicherbehältern oder langen Rohrleitungen lange steht und anschließend als Sprühnebel eingeatmet wird. Nach der Trinkwasserverordnung sind ab einem Wert von 100 Legionellen pro 100 Milliliter Wasser Abhilfemaßnahmen erforderlich.“

In Valbert werde die Schulturnhalle jetzt wieder geöffnet, teilte Heinz-Gerd Maikranz mit. Um sicherzugehen, würden die Duschen und Waschräume allerdings weiterhin geschlossen bleiben, hieß es.

Inzwischen ist auch eine Desinfektionsmaßnahme durchgeführt worden. So erfolgte eine thermische Behandlung, bei der die Erreger durch Hitze abgetötet werden. Das Wasser wird dabei auf Temperaturen zwischen 60 bis 70 Grad Celsius aufgewärmt. Außerdem, so Maikranz, werde man die betroffenen Bereiche chemisch behandeln. Danach werde dann erneut eine Wasserprobe entnommen und untersucht. - beil

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