Liste wird größer

Legionellen in zwei weiteren Turnhallen

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Nach der Schulturnhalle in Valbert (Foto) sind nun auch die Hallen Rothenstein und Genkeler Straße betroffen.

MEINERZHAGEN - Zuerst die Valberter Schulturnhalle, jetzt auch noch die Turnhalle am Rothenstein und die TuS-Halle an der Genkeler Straße. Die Liste der mit Legionellen-Bakterien befallenen Sportstätten in Meinerzhagen wird immer größer.

Von Jürgen Beil

Am Mittwoch teilte die Pressesprecherin des Märkischen Kreises, Ursula Erkens, auf MZ-Anfrage mit, dass das Kreis-Gesundheitsamt in der Einrichtung am Rothenstein an einem Waschbecken im Sanitärbereich von einer Konzentration von 3600 Legionellen in einer 100 Milliliter-Wasserprobe berichte. Der Grenzwert liege bei 100 Legionellen. In Valbert seien in einem Jungen-Waschraum am Waschbecken 800 Legionellen in 100 Millilitern Wasser entdeckt worden und an der Genkeler Straße am Damen-Waschbecken 1300, fügte sie hinzu. Erfreulich: In der Kleinschwimmhalle Genkeler Straße gab es keinen Befund, ebensowenig wie in der Turnhalle der Kohlberschule.

Erkens weiter: „Wir haben daraufhin eine thermische Desinfektion angeraten. Dabei werden die Anlagen mit Wasser gespült, das etwa 70 Grad heiß ist. Dadurch werden die Legionellen vernichtet.“ Von sich aus, so Erkens, habe die Stadt Meinerzhagen aber auch mit einer darüber hinaus gehenden chemischen Desinfektion begonnen, obwohl das aus Sicht des Kreises eigentlich nicht nötig sei. Erkens weiter: „Solch ein Befall kommt vor, gründliche Kontrollen sind nötig.“

Der Leiter des städtischen Fachbereiches Bildung, Sport und Kultur, Heinz-Gerd Maikranz, ist angesichts der Legionellen-Befunde weit davon entfernt, Panik zu verbreiten: „Die Konzentration war auch am Rothenstein nicht so hoch, dass wir sofort härtere Maßnahmen hätten ergreifen müssen. Dennoch wurden auch hier die Sanitäranlagen gesperrt.“ Maßnahmen zur Gefahrenabwehr seien noch vor Jahren erst ab 10 000 Legionellen pro 100 Milliliter Wasser vorgesehen gewesen. „Inzwischen wurde das aber geändert, jetzt wird im Einzelfall beurteilt, was unternommen werden muss.“

Maikranz, der die beiden neuen Fälle als „weniger gravierend“ bezeichnete, berichtete von konkreten Gegenmaßnahmen. So habe man die Leitungen am Rothenstein bereits mit einer Chlorlösung spülen lassen. „Mittwoch haben wir das auch in Valbert getan. Und für die Halle an der Genkeler Straße ist diese Maßnahme ebenfalls vorgesehen“, kündigte der Fachbereichsleiter an. Eine Belastung durch das Desinfektionsmittel Chlor schloss er trotz des Geruches, den die Maßnahme nach sich zog, aus. Wir haben das durch die Feuerwehr Willertshagen messen lassen – es wurde nichts festgestellt“, erläuterte Maikranz. Er teilte außerdem mit, dass sich die Schulleitung in Valbert darauf verständigt habe, zunächst auf Sportunterricht zu verzichten. „Vorsorglich“, wie Maikranz betonte. Wie sich die Situation in den betroffenen drei Schulturnhallen dann nach den Gegenmaßnahmen darstellt, wird unverzüglich untersucht.

Am Wochenende jedenfalls kann am Rothenstein nach Auskunft der Stadt auch Vereinssport betrieben werden, ebenso wie in der TuS-Turnhalle an der Genkeler Straße. „Als Ausweichquartiere zum Duschen bieten sich die Kohlberghalle und die alte Turnhalle an der Genkeler Straße an“, hat Maikranz einen „Plan B“ bereit.

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