Einsatz für eine lebendige Einkaufsstadt

Eines belegt, dass nächste frei – so stellt sich mit fast unschöner Regelmäßigkeit die Belegung der Ladenlokale an der Derschlager- und Hauptstraße dar. - Foto: Helmecke

Meinerzhagen - Leerstände in der Innenstadt sind eine Herausforderung für die Akteure der Stadtentwicklung, ein Einzelhandelskonzept dient als „roter Faden“ für die Zukunft. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe, an der dementsprechend auch eine Vielzahl von Akteuren beteiligt ist: Die Stadtentwicklung und hierbei besonders das Leerstandsmanagement.

Von Jochen Helmecke

„Unsere grundsätzliche Zielsetzung ist es dabei, dort wo Leerstände von Ladenlokalen entstanden sind, eine Nachnutzung durch Handel oder Dienstleister zu erreichen“, so Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar auf Nachfrage der Meinerzhagener Zeitung.

Und auch die städtische Wirtschaftsförderin Petra Gothe verweist in der Frage auf diese Ausrichtung: „Wir bemühen uns bei der Suche nach ansiedlungswilligen Gewerbetreibenden natürlich, auch die im Einzelhandelskonzept aufgelisteten fehlenden Angebote zu realisieren.“

Dazu zeigt das im April dieses Jahres vorgelegte und vom Rat verabschiedete Konzept auf Seite 36 (von insgesamt 121) Bedarf bei Drogerien, Parfümerien, Kosmetika und Apotheken auf. Gefolgt wird dieser von den Sortimenten Kleidung, Glas, Porzellan, Schuhe und Lederwaren.

Ermittelt wurden diese Fakten im Auftrag der Stadt Meinerzhagen durch eine Telefonumfrage vom Dortmunder Büro Stadt und Handel, welches das gesamte Einzelhandelskonzept erstellt hat.

Beim Bummel durch die Stadt zeigt sich selbst für den nicht „professionellen“ Betrachter eines ganz deutlich: Es gibt sehr viel zu tun! Egal ob auf der Derschlager Straße oder auch auf der Hauptstraße, es reihen sich oft ein „belegtes“ Ladenlokal und ein leerstehendes Geschäft aneinander. Oftmals sind es auch keine Neuzugänge, sondern lediglich Umzüge, die für eine „Wiederbelebung“ an anderer Stelle sorgen.

„Wenn eine Nachnutzung nicht durch einen gewerblichen Händler möglich ist, versuchen wir gerade im Bereich der Derschlager Straße einen gastronomischen Betrieb anzusiedeln. Dazu sind wir im regelmäßigen Dialog mit den Eigentümern, den vor Ort ansässigen Händlern und Dienstleistern und den potenziellen Interessenten“, so Friedrich Rothaar, der dabei beispielhaft auf die hierzu stattfindenden Workshops verweist. Wie wichtig dieses Zusammenspiel ist, zeigt sich auch am Beispiel der Gebäude Derschlager Straße Nummer 4 und 6. Während der Laden des ehemaligen Elektrofachgeschäftes seit geraumer Zeit leer steht, stecken der nebenan noch untergebrachte Änderungsschneider und die Goldschmiedin in Umzugsvorbereitungen. Sind diese zum Ende Oktober abgeschlossen, gibt es an dieser Stelle einen weiteren Leerstand. Mittlerweile ist die Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen Eigentümerin der Häuserzeile.

Ob und gegebenenfalls welche Pläne für dieses Areal existieren, teilte Sparkassenvorstand Roman Kappius der Meinerzhagener Zeitung auf Nachfrage mit. „Wir haben noch keine abschließenden Überlegungen angestellt. Nicht zuletzt auch, weil ein Teil der Gebäude noch von unseren Mietern genutzt wird. Was nach dem Auslaufen der Verträge geschehen soll, wollen wir im Einklang mit den Verantwortlichen für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt festlegen“, so Kappius.

Die von dem einen oder anderen schon mal ins Gespräch gebrachte Variante, die „freien Läden“ in Wohnungen und hier besonders in barrierefreie umzuwandeln, ist für den städtischen Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar nur die „absolut letzte Lösung“. „Unser Ziel ist und bleibt es, so weit wie machbar für eine lebendige Einkaufsstadt zu sorgen. Reines Wohnen in der Innenstadt trägt dazu nicht bei.“

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