Leerstände bei der MBG unterdurchschnittlich

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Am Hohschlader Weg (Foto) sind einige Leerstände zu verzeichnen. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Seit Ende 2011 liegt der LEG-Wohnungsmarktreport NRW für 2011 vor.

Darin informiert die Landesentwicklungsgesellschaft NRW auf insgesamt 265 Seiten zum zweiten Mal ausführlich über die wirtschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen der einzelnen Standorte, die Entwicklung der Mieten und Kaufpreise von Wohnungen und Mehrfamilienhäusern, die Bautätigkeit sowie die Leerstandsentwicklung.

Ermittelt und zusammengefasst wurden die Daten und Fakten vom renomierten unabhängigem Researchbüro (Marktforschung und Analyse) CB Richard Ellis (Düsseldorf). Dabei wurden neben den Mitteilungen von gewerblichen Wohnungsanbietern auch die Veröffentlichungen von privaten Anzeigen in den Zeitungen und Internetportalen berücksichtigt.

Der Bericht enthält viel Wissenswertes über die Wohnungsmärkte der 54 kreisfreien Städte und und der Landkreise mit ihren jeweiligen Kommunen. Die Zusammenfassung aller verfügbaren Informationen zeichnet dabei ein vielschichtiges Bild über die Wohnverhältnisse der knapp 18 Millionen Bürger des Landes.

Der Report wendet sich an alle, die sich für das Thema Wohnen in Nordrhein-Westfalen interessieren, wie beispielsweise an die Mieter- und Eigentümerhaushalte, die Verantwortlichen in den Kommunen, Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Immobilienvermittler und Investoren.

Besonders interessant ist hierbei, dass das Zahlenmaterial beispielsweise nicht nur verrät, wo mit Wohnungsneubau künftig noch zu rechnen ist, sondern auch, wo mit neuen Entwicklungskonzepten über die Zukunftsfähigkeit von Standorten nachgedacht werden sollte. Die aufgeführten Analysen zeigen dabei auch erneut auf, dass die demografischen Problemzonen nicht nur zu beiden Seiten der Ruhr liegen, sondern auch in zahlreichen ländlichen Regionen zu finden sind.

Der im Bericht vorgenommene Vergleich bezieht sich jeweils auf den Zeitpunkt April 2010/2011. Für den Märkischen Kreis mit seinen 15 Städten und Gemeinden und rund 435 000 Einwohnern, ergaben sich laut LEG-Report im Betrachtungszeitraum keine wesentlichen Veränderungen. Insgesamt stagnierten die Angebotsmieten auf dem Niveau des Vorjahres, lediglich die inserierten Preise, im unteren als auch oberen Preissegment, waren rückläufig. Eine Entwicklung, die sich aufgrund der zukünftig sinkenden Einwohner- und Haushaltszahlen wahrscheinlich fortsetzen dürfte.

Die von den Fachleuten landesweit ermittelte, durchschnittliche Leerstandsquote im Geschosswohnungsbau lag im April 2011bei 4,3 Prozent. Eine Quote, die für den Bestand der Meinerzhagener Baugesellschaft allerdings in dieser Höhe nicht zutrifft. „Wir hatten in 2010 einen Leerstand von 2,9 Prozent, dieser ist 2011 auf 1,86 Prozent gesunken“, so Ralf Heuel von der MBG auf Nachfrage der MZ.

In absoluten Zahlen bedeutet dies: Von den rund 1400 Mietwohnungen stehen gerade mal rund 30 frei. Ein Grund für diese deutlich unterdurchschnittliche Zahl dürfte die in den letzten Jahren von der MBG betriebenen „Bestandspflege“ an ihren Gebäuden sein. Grundlegende Sanierungen an den Sanitär- und Heizungsanlage der Wohnungen, aber auch energetische Verbesserungen und Verschönerungen am Wohnumfeld haben sicherlich ein Übriges zum Ergebnis beigetragen.

Durchschnittlich 74 Quadratmeter beträgt die Wohnungsgröße einer Meinerzhagener Mietwohnung, für die rund fünf Euro Kaltmiete pro Quadratmeter zu zahlen sind. Die Preisspanne von der günstigsten bis zur höchsten Kaltmiete reicht von knapp unter vier Euro bis an stolze 6,67 Euro heran.

Bei einer monatlichen Haushaltskaufkraft – laut LEG-Report von im Durchschnitt 3857 Euro Brutto – schlägt die Kaltmiete somit mit rund zehn Prozent des Haushaltsbudgets zu Buche. Durch Heizkosten und Stromverbrauch kann der „Posten Miete“ aber sehr schnell die 20 Prozentgrenze erreichen.

Beim Vergleich der Daten mit der Nachbarstadt Herscheid zeigt sich, dass dort die Durchschnittsmieten etwa 50 Cent pro Quadratmeter niedriger liegen. In Kierspe hingegen liegen die Fakten – bis auf geringste Abweichung – so wie in Meinerzhagen. ▪ jjh

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