LED-Licht spart und schont die Umwelt

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Eugen Ratzlaff mit der neuen LED-Beleuchtung, die in Valbert installiert wird. ▪

Valbert ▪ Drei Straßen in Valbert erhalten Straßenbeleuchtung mit LED-Technik.

Insgesamt 44 neue Leuchten werden am Heidehang, Heidewinkel und Am Piwitt montiert. Bei strahlendem Sonnenschein und somit besten natürlichen Lichtverhältnissen war in dieser Woche Eugen Ratzlaff – langjähriger Mitarbeiter der Meinerzhagener Firma Elektro-Busch – damit beschäftigt, die neuen Leuchten zu installieren.

Begonnen hatte er damit am Heidehang, wo er mit seinem Hubsteiger von einer Straßenleuchte zur nächsten fuhr, um die „Laternenköpfe“ auszutauschen. Rein äußerlich unterscheiden sich die Lampengehäuse der jetzt in Betrieb genommen Led-Leuchten der Firma Trilux nur geringfügig von ihren Vorgänger. Bei denen handelte es sich um die im Stadtgebiet immer noch hauptsächlich – neben den Kompaktleuchtstofflampen – eingesetzten Quecksilberdampf-Hochdrucklampen (HQL-Lampen).

Die Entscheidung, die Straßenbeleuchtung in Meinerzhagen nach und nach auf die neue, Energie sparende Led-Technik umzurüsten hat allerdings nicht nur finanzielle Gründe. Und das, obwohl diese nicht unerheblich sind. Denn immerhin wird die voraussichtliche Stromersparnis alleine in den drei Anwohnerstraßen bei rund 9500 Kilowattstunden im Jahr liegen.

Ein drängender Fakt mit der Umrüstung zu beginnen, ist vielmehr eine entsprechende EU-Verordnung aus dem Jahr 2008/09. Ähnlich wie bei der guten alten Glühlampe für den Hausgebrauch, sie hat nach dem Willen der EU mit dem Ende dieses Jahres endgültig ausgeleuchtet, werden durch diese Verordnung Ende 2015 auch die HQL-Lampen europaweit verboten.

Schätzungsweise 35 Millionen Leuchten dieser Art müssen bis dahin umgerüstet werden. Der größere Teil davon, rund 20 Millionen, entfällt auf die öffentliche Straßenbeleuchtung, der Rest verteilt sich auf die Industrie.

„Wir haben bereits im vergangenen Jahr das neue Baugebiet Vorderhagen im Rahmen des Endausbaus mit der neuen Led-Technik ausgerüstet“, erläutert Markus Schade vom Tiefbauamt der Stadt auf Nachfrage der MZ.

Mit dem „Lampentausch“ im Ebbedorf wird die Umrüstung in diesem Jahr fortgesetzt. „Etwa rund 28 000 Euro kostet der Austausch, wobei wir durch rund 11 000 Euro an Fördergeldern unseren Eigenanteil auf etwa 60 Prozent der Gesamtkosten senken können“, so Markus Schade.

Gefördert wird die Maßnahme vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Für das nächste Jahr ist nach dem Abschluss der Baumaßnahme der MBG im Prumbomweg auch dort eine LED-Straßenbeleuchtung vorgesehen.

Da in den meisten Städte und Gemeinden, so auch Meinerzhagen, die Anliegerstraßen etwa 70 bis 80 Prozent des kommunalen Straßennetzes ausmachen und dort zumeist noch die „alte Lichttechnik“ ihren Dienst leistet, bietet die moderne LED-Technik für die Kommunen durch ihren geringeren Verbrauch und die höhere Lebensdauer erhebliche Einsparmöglichkeiten. Also auch ohne „EU-Zwang“ Anreiz genug, auf die neue Technik umzusatteln.

„Die LED-Technik versetzt uns aber auch zusätzlich durch bisher nicht vorhandene technische Möglichkeiten in die Lage, mit intelligenter Regel- und Steuertechnik weitere Einsparmöglichkeiten zu erproben“, so Markus Schade.

Ein relativ unbekannter, für die Umwelt aber positiver Aspekt der LED-Technik, ist deren „Insektenfreundlichkeit“. Das Licht der LED strahlt fast nicht in den Frequenzbereichen, für die Insektenaugen besonders empfindlich sind und die sie besonders stark anlocken. Dieses belegen die Ergebnisse einer Feldstudie in Tirol aus dem Jahr 2010, die sich mit der Problematik der „Anlockwirkung moderner Leuchtmittel auf nachtaktive Insekten“ befasst hat.

Auch wenn der Mensch dadurch in den Abend- und Nachtstunden nur rein „optische Vorteile hat, für die Lebewesen, die sich von den sonst um die Straßenlampen herum schwirrenden Insekten ernähren, ist es eine deutliche „Verbesserung ihres Speiseplans“. ▪ jjh

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