Gedanken zum Thema Mobilität auf dem Land

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Leader-Ideenschmiede bei den Stadtwerken: Links Referent Jörg Heiner Stein vom Projekt Gemeinschaftsauto in Grund, daneben Petra Schaller, Klimaschutzbeauftrage des Märkischen Kreises.

Meinerzhagen - Mit dem Projekt E-Bike-Verleih am Bahnhof kann Meinerzhagen im Sommer ins Leader-Bewilligungsverfahren gehen. Das ist ein konkretes Ergebnis der Ideenschmiede zum Thema Mobilität im ländlichen Raum.

Gut 25 Teilnehmer konnten Susanne Neumann und Friederike Schriever vom Leadermangement „Oben an der Volme“ dazu am Donnerstag begrüßen. Auch Michael Berkenkopf, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke, freute sich als Gastgeber über das rege Interesse.

Bis zum Jahr 2023 haben die Bürger in den beteiligten Kommmunen Schalksmühle, Halver, Kierspe und Meinerzhagen Zeit, innovative und nachhaltige Ideen in die Tat umzusetzen. Als Fördersumme stehen dafür 2,3 Millionen Euro im Rahmen des EU-Projekts bereit. Die maximale Förderhöhe liegt bei 65 Prozent.

Beim Schwerpunkt-Thema Mobilität tun sich die Beteiligten schwer. Susanne Neumann nannte eingangs Beispiele wie den Anrufbus, der im Flächenbetrieb zielgenau auf Bestellung fährt, das vom Staat geförderte Dienstfahrrad als Alternative zum Dienstwagen, das Anrufsammeltaxi oder die Zusteiger- und Mitnahmesysteme, die ein bisschen an das Trampen erinnern.

Passend dazu gab es den Beitrag von Referent Jörg Heiner Stein aus dem 250-Einwohnerdorf Hilchenbach-Grund. „Aus gutem Grund“ nennt sich der Verein, der dort das Dorfauto betreibt. Die Mercedes B-Klasse mit Elektromotor steht den derzeit 24 Vereinsmitgliedern für Fahrten aller Art zur Verfügung. Die Nutzung kostet vier Euro pro Stunde. Hinzu kommt der jährliche Mitgliedsbeitrag von 24 Euro.

Zuerst die Idee und die Suche nach Unterstützern, dann Versuche mit einem alten Golf, der Bau der Ladestation am Dorfhaus, die Beschaffung des Öko-Stroms, der Aufbau des Buchungsportals, der Abschluss einer passenden Haftpflichtversicherung und schließlich der Kauf des 40 000 Euro teuren Autos: Jörg Heiner Stein machte deutlich, dass all das Durchhaltevermögen erfordert. Aber, es ist machbar, wie das verhältnismäßig kleine Dorf Grund gerade zeigt.

Bei Karl-Friedrich Markus und Ulrich Finke, die so etwas in Rönsahl aufziehen möchten, überwiegen noch die Bedenken. Sie spüren zu wenig Rückhalt seitens der Mitbürger. Auch das Angebot der Kreisumweltbeauftragten Petra Schaller, vier Wochen lang ein E-Auto zur Probe anzubieten, erscheint Karl-Friedrich Markus verfrüht.

Friederike Schriever und Susanne Neumann schlugen vor, der Unsicherheit in Sachen E-Mobilität mit einer Anbahnungsförderung zu begegnen. Daher gibt es dazu jetzt eine Projektgruppe für die vier Kommunen. Das entspricht dem Wunsch von Klaus Brunsmeier, Geschäftsführer des Vereins Heesfelder Mühle, der zusammen mit anderen Teilnehmern die Verknüpfung von E-Mobilität und Ökostromprojekten vorschlug. Im Jahr 2020, so schließlich sein Hinweis, enden die ersten Ökostromförderungen.

„Strom aus diesen Anlagen könnte dann gezielt in die E-Mobilität fließen.“ Für Brunsmeier macht es daher Sinn, dass die örtlichen Stadtwerke mit im Boot sind.

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