Verfahren wegen Unfallflucht in Meinerzhagen wird eingestellt

Lauter Knall ruft Zeugin auf den Plan

Das Verfahren gegen einen Meinerzhagener wurde eingestellt.
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Das Verfahren gegen einen Meinerzhagener wurde eingestellt.

Als eine Frau am Nachmittag des 30. Juni vergangenen Jahres in einer Wohnsiedlung in Meinerzhagen in der Küche ihrer Wohnung war, hörte sie einen lauten Knall. Sie schaute direkt aus dem Fenster und sah ihren Nachbarn, der mit einem Transporter einen parkenden Wagen unsanft berührt und damit angehoben hatte. Der 26-jährige Nachbar sei aus seinem Fahrzeug ausgestiegen, habe die Kofferraumklappe an seinem Fahrzeug geöffnet, sich in den Wagen gesetzt und telefoniert. Dann sei er einfach weggefahren, ohne den von ihm verursachten Unfall zu melden. All das berichtete die Frau im Zeugenstand des Amtsgerichts Meinerzhagen. Dort war der Mann wegen Unfallflucht angeklagt worden.

Meinerzhagen – „Er hat von dem Unfall nichts bemerkt“, erklärte der Verteidiger des Angeklagten. Sein Mandant hatte wegen der vorgeworfenen Flucht einen Strafbefehl über 1500 Euro und ein dreimonatiges Fahrverbot bekommen.

Dagegen legte er Einspruch ein. Ein Fahrverbot, so der Verteidiger, würde die Existenz seines Mandanten gefährden, weil er Berufskraftfahrer ist.

Verteidiger hegt Zweifel

Was die Aussage der Zeugin anginge, hegte der Verteidiger Zweifel. Beide hätten ein sehr belastetes Verhältnis. So habe die Frau schon öfter Beschwerden gegen den Angeklagten an die Hausverwaltung gegeben. Die Frau war sich allerdings sicher, deutlich den Angeklagten als Fahrer erkannt zu haben. Dieser hatte zuvor angegeben, dass an dem Tag aufgrund eines Umzugs mehrere Personen den Transporter gefahren hätten. Die Nachbarin war sich auch sicher, dass der Mann den Unfall hätte mitbekommen müssen. „Den Knall muss er bemerkt haben.“

Die Nachbarin meinte darüber hinaus gesehen zu haben, wie sich der Meinerzhagener unauffällig umgesehen habe, etwa so, als wolle er überprüfen, ob er beobachtet würde. Beim Sitzen in seinem Auto habe er den anderen Wagen in Augenschein genommen, um eventuelle Schäden zu entdecken. Danach sei er dann weggefahren, so die Nachbarin.

Aussage beinhaltet Vermutungen

Unterm Strich beinhaltete die Aussage der Nachbarin jede Menge Vermutungen, befand der Richter. Ob der Angeklagte den Unfall hätte bemerken müssen, ließ das Gericht offen. Der Meinerzhagener brachte keine Vorstrafen mit. Der Vorfall lag schon längere Zeit zurück und der Schaden sei mit knapp 3000 Euro nicht allzu hoch. So entschied der Richter schließlich, das Verfahren einzustellen. Damit fiel zumindest das verhängte dreimonatige Fahrverbot weg. Die 1500 Euro aus dem Strafbefehl muss der Angeklagte aber zahlen, und zwar in Form eines Bußgelds. Das gilt dann als Voraussetzung für die endgültige Einstellung des Verfahrens.

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