„Last Christmas“ & Co. können teuer werden

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Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kurz Gema, ist auch in Meinerzhagen immer wieder ein Thema.

Meinerzhagen - 90.000 Euro für ein wenig „Last Christmas“ und andere moderne Weihnachtslieder? Was unglaublich klingt, hat die Veranstalter des Soester Weihnachtsmarktes kalt erwischt. Als Veranstalter des Meinerzhagener Adventsmarktes gibt der Stadtmarketingverein aber Entwarnung: Hier, so betont Geschäftsführer Bernd-Martin Leonidas, sei nicht mit solchen Forderungen zu rechnen.

Hinter der horrenden Forderung in Soest steht die Gema, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte: Die Verwertungsgesellschaft von Urheberrechten greift zu, wenn geschützte Werke öffentlich wiedergegeben werden. „Das bemisst sich an der Größe des Platzes, auf dem die Stücke gespielt werden“, weiß Leonidas aus Erfahrung. Die schiere Größe des Soesters Marktes führt zu der entsprechend hohen Summe von 90 000 Euro – während der Stadtmarketingverein für den Adventsmarkt rund um die Jesus-Christus-Kirche vor zwei Jahren noch 900 Euro zahlen musste.

Doch auch diese vergleichsweise geringe Summe muss seit 2015 nicht mehr an die Gema abgeführt werden, wie Leonidas erklärt. „Durch das Engagement der Meinhardus Musikanten oder in diesem Jahr auch des Chores Vivendi, die jeweils Konzerte veranstalten, sind die eventuell anfallenden Gema-Gebühren über die Musikverbände beglichen.“ Im Zweifel, so der Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins, würde man wohl eher auf eine Beschallung verzichten, als diese Summe aufzubringen.

Allerdings gibt es auch eine Alternative: Nachdem sich die Veranstalter des Soester Weihnachtsmarktes über die Abgabe beschwert hatten, stellte die Gema den Organisatoren eine Liste mit 93 Lieder zur Verfügung, die von der Gema befreit sind.

Die Soester Verantwortlichen schlagen unterdessen vor, dass sich in naher Zukunft der Städte- und Gemeindebund mit dem Thema befasst, da Soest kein Einzelfall sei. So hat man auch im Nachbarort Bad Sassendorf reagiert: Im dortigen Weihnachtsdorf, das an den fünf erweiterten Wochenenden vor dem Christfest geöffnet ist, ertönen donnerstags und sonntags jeweils Musikwerke, die frei sind. Die Regelung mit der bespielten Fläche gilt auch im Kurort, aus diesem Grund sind die Hütten des Weihnachtsdorfes in den vergangenen Jahren enger zusammengerückt, so dass sich der Weihnachtsmarkt ausschließlich auf einen kleineren Platz konzentriert.

Der Adventsmarkt rund um die Jesus-Christus-Kirche findet an diesem Wochenende am Samstag von 13 bis 21 Uhr und am Sonntag von 12.30 bis 18 Uhr statt.

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