„Les Dances“ begeistert mit spannender Mordnacht

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Geschafft. Nach einer tollen Zugabe formierte sich „Les Dances“ zu einer letzten Figur auf der Bühne der Stadthalle.

MEINERZHAGEN ▪ Zu einer „Mordnacht“ hatte „Les Dances“ für Samstagabend in die Stadthalle eingeladen, einer Mordnacht, die ausgesprochen unterhaltend war.

„Ein Mord, der aus der Reihe tanzt“, lautete der Untertitel des Programmes und um das Tanzen ging es an diesem Abend hauptsächlich. „Es ist der sechste Tanzabend innerhalb von 20 Jahren, zu dem „Les Dances“ in einer jeweils vollbesetzten Stadthalle eingeladen hat“, informierte der Vorsitzende des Turn- und Sportvereins Meinerzhagen, Harald Elbertshagen, das Publikum zu Beginn der Aufführung. Doch „Les Dances“ bestritt den Abend nicht allein. Mit ins Boot hatten sie sich die Kindergruppe „Glamour Girls“ und die Jugendgruppe „El Temperamento“ sowie die Band „Lightness“ geholt.

Das „Lady’s Inn“ war der Schauplatz des Geschehens, auf dem anfangs viel getanzt und auf dem der Mord „vorbereitet“ wurde. Eine Beziehungstat bahnte sich an. „Lightness“ begann den Krimi mit „The Achilles Paradox“, es folgten „Das Licht“ von Unheilig, „Der Alte“, „Your body“, bis letztendlich bei „Murder on the Dancefloor“ eine der Darstellerinnen inmitten eines Tanzes tot zusammenbrach. Nach der Pause hatte Kommissarin Kirsten Brandt, alias Kirsten Betten, alle Hände voll zu tun. Hier ein Telefonat mit ihrem Chef, dort das Hineinbringen einer Verhörstruktur in die Ermittlungen und immer wieder hatte sie es mit verdächtigen Mitwirkenden zu tun. „Gift, das ist der Stoff, der Frauen morden lässt“, überlegte sie laut und brachte ihre Ermittlungen auf andere Bahnen. So war es letztendlich dann auch, es war ein Giftmord, begangen vom Barkeeper und nicht von einer Frau.

Tanztheater begeistert in der Stadthalle

Erzählt wurde die Geschichte in der ersten Halbzeit durch die Musik, nach der „Les Dances“ tanzte. Die durchdachte Auswahl der Titel erzählte schon für sich eine Geschichte, Handlung gab es in diesem Teil noch wenig. Die Tänzerinnen drückten mit ihrer von Maike Klose entworfenen Choreografie die Geschichte bis hin zum Mord aus. So wurden die Beziehungsprobleme des Mordopfers mit dessen Freundin dargestellt und die um beide herum ablaufenden Geschehnisse im „Lady’s Inn“. Es wurde, wie in einer Discothek üblich, viel getanzt. In Szenen kümmerte sich die Putzfrau um die Toiletten und der Barkeeper bediente die Gäste an seiner Theke.

Nach der Pause veränderte sich die Ausdrucksform der Tänzer. Beim Lied „Der Kommissar“ von Falco wurden typische Tätigkeiten eines Kriminalbeamten eingeflochten. Es wurde telefoniert, die Hände zu Pistolen geformt oder auch mit einem Koffer voll „Money“ nach Pink Floyd in die Unterwelt abgetaucht bis die Kommissarin den Fall löste. Mit einem Putzfrauentanz und „Celebration“ wurde die Mordnacht abgeschlossen.

Den Hauptpart hatte an diesem Abend „Les Dances“, zehn junge Frauen im Alter von 23 bis 35 Jahren. Obwohl sie in den vergangenen Wochen, ähnlich wie viele ihrer Mitmenschen, mit der Grippe zu kämpfen hatten, zeigten sie ein überzeugendes Programm mit vielen sehr schönen Choreografien. Bewundernswert war die Fülle von 20 Nummern, die sie zu tanzen hatten und die für das Auge des Betrachters sehenswerten Figuren und Kombinationen, die nicht nur tänzerisch Aussagekraft hatten sondern auch Handlung vermittelten.

Doch nicht nur die Großen des Abends waren zu ihrer Höchstform aufgelaufen, auch die Kindergruppe „Glamour Girls“ tanzte sich mitreißend durch die „Party in the USA“, ebenso wie die Jugendtanzgruppe „El Temperamento“ mit „Your Body“.

Obwohl das Programm erst kurz vor 23 Uhr beendet war, lang dürfte es dem Publikum nicht vorgekommen sein. Immer wieder andere Tanzformationen, immer wieder eine andere Ausdrucksform und nicht zuletzt der Wechsel von Tanz, Handlung und den Musikeinlagen von „Lightness“ ließen keine Langeweile aufkommen. ▪ GeG

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