Jubelrufe auf der einen, Stille auf der anderen Seite

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Bei der Landtagswahl machten 59,6 Prozent der wahlberechtigten Meinerzhagener von ihrem Stimmrecht Gebrauch – wie hier im Alten Rathaus.

Meinerzhagen - Nein, es war kein ereignisarmer Sonntag an der Volme – und doch fanden zahlreiche Meinerzhagener doch die Zeit, ihrer „ersten Bürgerpflicht“ nachzukommen: Mit 59,6 Prozent lag die Beteiligung an der Landtagswahl deutlich höher als vor fünf Jahren. Doch das war nicht der Hauptgrund für lauten Jubel am frühen Abend im Rathaus.

CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Stracke und Ratsherr Volkmar Rüsche ließen ihren Emotionen freien Lauf, als um Punkt 18 Uhr die Prognose über die Bildschirme flimmerte und ihrer Partei einen deutlichen Wahlsieg prophezeite. Und als die Meinerzhagener Stimmbezirke eben diesen Trend bestätigten, war die heimische Union so glückselig, dass im Ratssaal gleich eine Runde Freibier geschmissen wurde. In 14 der 20 Stimmbezirke behielt die CDU die Oberhand – ein vor allem aus SPD-Sicht dramatischer Erfolg, denn die Sozialdemokraten blieben weit hinter ihren eigenen Erwartungen zurück, verloren fast neun Prozent im Vergleich zur Landtagswahl 2012.

Zuvor hatte sich schon früh in den Meinerzhagener Wahllokalen eine hohe Beteiligung an der Landtagswahl abgezeichnet. Zeitweise bildeten sich sogar Schlangen wartender Wähler, die von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen wollten. Und tatsächlich war die Wahlbeteiligung um 5,5 Prozentpunkte höher als vor fünf Jahren – was auch zu einer längeren Auszählung in einzelnen Wahllokalen führte.

Fast traditionell am schnellsten hatten die Wahlhelfer im Haus Eckern ihre Stimmzettel gezählt. Um 18.27 Uhr lief bereits das Ergebnis dieses Stimmbezirks ein, in dem allerdings auch nur 88 Stimmen ausgezählt werden mussten. Ein wenig sorgenvoll schaute das Wahlamt im Rathaus am späten Abend jedoch zum Kindergarten Hochstraße (Stimmbezirk 100): Sämtliche anderen Bezirke waren längst ausgezählt, als um 22.19 Uhr auch dort endlich Klarheit herrschte. Aus welchem Grund die Auszählung an der Hochstraße deutlich länger dauerte als in den übrigen Wahllokalen, konnte zunächst nicht gesagt werden.

Für Aufsehen sorgte im gut besuchten Ratssaal, in dem die lokalen Ergebnisse präsentiert wurden, das Abschneiden der AfD in Meinerzhagen: Insbesondere nach der Einblendung der Stimmen aus den Stimmbezirken mit den Wahllokalen Rothenstein I und II sowie CA Vending Krugmann ging ein Raunen durch den Saal, vereinte die Alternative für Deutschland dort doch jeweils mehr als 14 Prozent der Stimmen auf sich. Bemerkenswert jedoch: In diesen drei Stimmbezirken lag die Wahlbeteiligung deutlich unter 40 Prozent. Bürgermeister Jan Nesselrath freute sich für „seine“ CDU, zeigte sich angesichts des AfD-Resultats jedoch nachdenklich: „Es besorgt mich, das muss ich ganz klar sagen.“

Ein SPD-Politiker hatte indes Grund zur Freude: In Lüdenscheid bejubelte Gordan Dudas sein gewonnenes Direktmandat. In Meinerzhagen jedoch holte sein CDU-Kontrahent Ralf Schwarzkopf die Mehrheit der Erststimmen.

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