Bilder über den Betten

„Himmelsbilder“ als Fenster in die Vergangenheit

+
Monika Besner (links) und Martina Hüttebräucker im Zimmer einer Bewohnerin, über deren Bett ein Himmelsbild aufgehängt wurde. Insgesamt wurden durch die Spende fünf großformatige Fotografien angeschafft.

Meinerzhagen - Wolken ziehen vorbei. Eine mächtige Baumkrone hebt sich vor dem Blau des Himmels ab. Dieses Bild suggeriert Ruhe und Entspannung. Die Gedanken können schweifen.

Wer genießt das nicht? Eine Ruhepause in der Natur ist Balsam für die Seele, die Alltagssorgen bleiben für einige Zeit außen vor.

Doch was ist mit jenen, die gebrechlich oder durch Krankheit gehandicapt an ihr Bett gefesselt sind? Oft existieren solche Bilder bei diesen Menschen nur noch in der immer mehr verblassenden Erinnerung. Das muss nicht sein, wie ein Projekt aus dem Wilhelm-Langemann-Haus zeigt. In der Senioreneinrichtung an der Mühlenbergstraße konnten jetzt dank einer Spende so genannte „Himmelsbilder“ angeschafft werden. Die großformatigen Werke werden über dem Kopfende des Bettes aufgehängt. Sie zeigen eine Baumkrone vor dem Hintergrund des Himmels. Aufgenommen wurden die Fotos exakt aus der Perspektive, die sich einem im Bett liegenden Heimbewohner tagtäglich über viele Stunden bietet.

Monika Besner ist Leiterin des Langemann-Hauses und sie freut sich – zusammen mit Martina Hüttebräucker, Leiterin des Sozialen Dienstes – über die „Himmelsbilder“. Möglich wurde deren Anschaffung durch eine Spende von Gisela Raudschus. Die Ehefrau des inzwischen verstorbenen ehemaligen Heimbeirats-Mitgliedes und Sozialamtsleiters Willi Raudschus stellte einen vierstelligen Betrag zur Verfügung, mit dem im Langemann-Haus fünf „Himmelsbilder“ angeschafft werden konnten. Sie alle zeigen Bäume vor dem Blau des Firmaments. Die Werke stammen von der Firma Bildfarbkonzepte Turek aus Köln. „Uwe Turek stammt aus dem Sauerland, das passt doch“, war Monika Besner gleich von den Fotos begeistert.

„Wir haben einige Schwerstpflegebedürftige im Haus. In deren Zimmern haben wir schon früher Mobiles über dem Bett an der Decke aufgehängt. Doch die ,Himmelsbilder’ eignen sich besser“, hat sie festgestellt. Das zeigen auch Reaktionen der Bewohner. Martina Hüttebräucker: „Wir hören stets, dass die Bilder sehr schön seien. Und bei den Bettlägerigen, die nicht mehr sprechen können, sehen wir, dass deren Blicke die ,Himmelsbilder’ über lange Zeit fixieren.“ Die Sozialdienst-Leiterin hat in diesem Zusammenhang einen Tipp für alle parat, die Zuhause einen Menschen pflegen: „Auch Angehörige können die Werke anschaffen – dann sogar nach persönlichen Wünschen und gezielt abgestimmt auf den jeweiligen bettlägerigen Patienten und seine Geschichte.“

Dass die „Himmelsbilder“ auch abgenommen und in anderen Zimmern befestigt werden können, sehen Besner und Hüttebräucker als Vorteil an. So haben viele Bewohner die Möglichkeit, einen Blick in den Himmel zu werfen. Dass das beruhigt, haben beide Mitarbeiterinnen auch bei sich selbst festgestellt. Martina Hüttebräucker: „Man hat den Eindruck, dass die Wolken vorbeiziehen und sich die Blätter bewegen. Wie ein Blick aus dem Fenster.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare