Landwirte beklagen Entwicklung des Milchpreises

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Mehr als 30 Landwirte waren am Mittwochabend zur Jahreshauptversammlung in der Hültekanne erschienen.

Meinerzhagen/Valbert - Nach getaner Arbeit in ihren Betrieben trafen sich am Mittwochabend die heimischen Landwirte aus Meinerzhagen und Valbert zur „Spätschicht“ in der Hültekanne. Der Vorsitzende Karl Wilhelm Biewald und seine Vorstandskollegen hatten zur Jahreshauptversammlung eingeladen und über 30 Kollegen von ihnen hatten sich dann auch auf den Weg ins Ebbedorf gemacht.

Sie und die Vertreter des Kreisverbandes, der Landwirtschaftskammer, der Genossenschaft in Kierspe und den Valberter Ortsvorsteher begrüßte Karl Wilhelm Biewald und stieg dann direkt in die Tagesordnung ein. Ausführlich berichtete Schriftführer Ralf Brinkmann über die letzte Jahreshauptversammlung.

In seinem kurzen Jahresbericht ging Karl Wilhelm Biewald auf die Erträge des letzten Jahres ein. „Wenn die so gewesen wären wie das Wetter, könnten wir zufrieden sein“, so sein Resümee. Aber auch über die Aktivitäten des Ortsverbandes im vergangenen Jahr, darunter der sehr gut besuchte Hoftag, berichtete der Vorsitzende. Elke Fernholz schloss sich direkt mit ihrem Kassenbericht seinen Ausführungen an. In seinem Grußwort ging der Valberter Ortsvorsteher Hans Gerd Turck anschließend kurz auf die Bedeutung der Landwirtschaft für unsere Region ein.

An den Anfang seines Berichtes hatte der Vorsitzende des Kreisverbandes Günter Buttighoffer zunächst einen etwas scherzhaften Hinweis gestellt. Im Hinblick darauf, dass in der Hültekanne die erste von insgesamt zehn Ortsverbandsversammlungen des Kreisverbandes Märkischer Kreis stattfand, sprach er von einem „Sitzungsmarathon“, der ihm und seinen Funktionärskollegen noch bevorstünde.

Nach dem Einstieg mit den Hinweisen auf zahlreiche Aktivitäten in 2016, zu denen auch der Hoftag am 5. Juni auf dem Hof Plate in Langenohl zählt, kam Buttighoffer dann zu zwei „landwirtschaftlichen Knackpunkten“. Zum einen sprach er die allgemeine Einkommenssituation der Landwirte an. Diese seien durch die ständig gesunkenen Erzeugerpreise „so katastrophal wie nie zuvor“. Am extremsten spiegelt sich das an der Entwicklung der Milchpreise wider, welche den Milchbauern von den Molkereien gezahlt werden. „Eine rentable Milcherzeugung ist derzeit nicht möglich und die Liquidität vieler Betriebe ist gefährdet“, so Buttighoffer. Eine Aussage, die durch das intensive Kopfnicken der Anwesenden eindrücklich unterstrichen wurde.

Mögliche Verbesserungen könnten sich in Zukunft nach Einschätzung des Kreisverbandsvorsitzenden auch durch eine Exportoffensive zur Erschließung neuer Absatzgebiete ergeben. In den vergangenen Monaten hatten besonders die weggebrochenen Absatzmärkte in China und Russland zur Verschärfung der Situation beim Milchpreis geführt. „Hier ist die Politik gefordert. Denn wer sich zum einen über den Mindestlohn berechtigte Gedanken macht, sollte auch Mal über Mindestpreise für landwirtschaftliche Produkte nachdenken“, so Günter Buttighoffer.

Mit weiteren Informationen des Geschäftsführers des Kreisverbandes, der Vertreter der Landwirtschaftskammer und des Leiters der Genossenschaft in Kierspe ging der Abend in Hültekanne schließlich zu Ende.

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