Kaltes Frühjahr bereitet Bauern Kummer

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Bei der Jahreshauptversammlung des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Meinerzhagen/Valbert wurde am Montagabend Bilanz gezogen. Der Vorsitzende Karl-Wilhelm Biewald (Zweiter von rechts) freute sich, zwei Vorstandsmitglieder des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes begrüßen zu können.

MEINERZHAGEN/VALBERT - „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, kommentierte der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Meinerzhagen/Valbert Karl-Wilhelm Biewald in seinem Jahresbericht die Ernte in 2013. Rund 30 Landwirte hatten sich zur Hauptversammlung in der „Hültekanne“ eingefunden.

Von Petra Schüller

Das Frühjahr präsentierte sich winterlich bis in den Mai. Das „Frühlingserwachen“ der Natur begann daher zwei bis drei Wochen später als üblich.

„Nach spätem Wachstumsbeginn verzögerte sich der erste Schnitt durch ausdauernden Regen bis Ende Mai“, so Biewald. Die Menge sei zufriedenstellend gewesen, die Qualität habe aber gelitten. Danach sei es trocken geblieben, so dass sich die Folgeschnitte und Weiden nur zögerlich entwickelten. „Wer keine Futtervorräte oder größere Maisflächen hatte, wird Futter zukaufen müssen, um die Lücken zu schließen.“ Das heftige Unwetter, das am 20. Juni mit Orkanböen übers Land fegte, verursachte auch in der Landwirtschaft Schäden. Doch es gab auch Positives zu vermelden: „Durch den Anstieg der Milchpreise auf ein erträgliches Niveau hat sich die Lage der Milchbauern verbessert“, ist Biewald froh. Die Auszahlung pro Kilo Milch stieg von 27 Cent im vergangenen Jahr auf derzeit rund 40 Cent. Ebenfalls positiv: „Mit der neuen Ernte sind die Preise für Kraftfutter wieder erschwinglich geworden.“ Während der Inlandsmarkt schwierig sei, expandiere der Export landwirtschaftlicher Produkte in alle Welt. Nach dem Bericht des Vorsitzenden informierte Kassiererin Elke Fernholz über die Finanzen des Vereins. Die Kassenprüfer Dirk Bösinghaus und Matthias Turck gaben „grünes Licht“ zur Entlastung des Vorstands, die einstimmig erteilt wurde.Neues aus dem Kreis berichtete der Vorsitzende des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) Günter Buttighofer. Veranstaltungen wie der Bauernmarkt in Hemer, eine Erntedank-Pressekonferenz oder das erste Treffen der Junglandwirte seien erfolgreich verlaufen. Der nächste Hoftag findet am 29. Juni auf dem Hof der Familie Schulte in Balve-Eisborn statt. Buttighofer wies auch auf eine Anhebung der Beiträge für den WLV hin. Verschiedene Faktoren wie „die Abnahme der Förderbeträge, sinkende Mitgliederzahlen, Kostensteigerungen durch erweiterte Tagungen und tarifliche Gehaltserhöhungen“ machten diesen Schritt notwendig. Der Grundbeitrag steigt pro Betrieb von 78 auf 90 Euro, der Flächenbeitrag erhöht sich um zehn Prozent. Buttighofer unterstrich die Bedeutung einer guten Öffentlichkeitsarbeit. Die Landwirte müssten Vertrauen zurückgewinnen und den Menschen deutlich machen, dass Nachhaltigkeit, Tierschutz und die Qualität der Produkte groß geschrieben werden. „Es ist unsere Aufgabe, eine moderne Landwirtschaft mit den Bedürfnissen der Menschen und dem Tierwohl in Einklang zu bringen.“ Alle Änderungen in der Haltung müssten jedoch praxistauglich sein. Der Geschäftsführer des Kreisverbandes Ludwig Krämer kommentierte schließlich einzelne Passagen aus dem Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Landwirte. Rat in Versicherungsfragen gab Günter Hüster, der unabhängige Berater des WLV.

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