„Kein Glyphosat im Einsatz" - Landwirt Christian Vedder über die Hintergründe

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Landwirt Christian Vedder verzichtet in seinem Betrieb auf den Einsatz von Glyphosat.

Meinerzhagen – Moderne Forschung hat keinen Respekt vor alten Sprichworten. „Unkraut vergeht nicht“ ist eines davon – und es hat mittlerweile eigentlich keine Berechtigung mehr. Zumindest dann nicht, wenn dem Wildwuchs mit „Round up“ der Garaus gemacht wird.

Der wesentliche Inhaltsstoff Glyphosat hat allerdings nicht den besten Ruf, soll sogar krebserregend sein. Ein Thema, das auch heimische Landwirte beschäftigt. Zum Beispiel Christian Vedder. Er sieht sich und seine Zunft oftmals zu Unrecht dem Vorwurf ausgesetzt, ohne Rücksicht auf Umweltschäden Herbizide einzusetzen. Angesichts der aktuellen Diskussion um Glyphosat und seine Folgen legt er deshalb Wert auf die Feststellung, dass er in seinem Betrieb auf den Einsatz von Glyphosat verzichte. 

Der Landwirt aus der Güntenbecke ist der größte Pächter städtischer Flächen in Meinerzhagen. Der Einsatz des Unkrautvernichters mache auf seinen Flächen schlichtweg „keinen Sinn“, sagt Vedder, der als Mitglied im Wasserverband um die Bedeutung nachhaltiger und umweltschonender Bewirtschaftung wisse. Erst Anfang Juli hatte er gemeinsam mit Vertretern des Märkischen Kreises und des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes MK die funktionierende Wasserschutz-Kooperation im Einzugsgebiet des Aggerverbands vorgestellt. Damals ging es vor allem um die Möglichkeiten, die Nitratwerte möglichst niedrig zu halten. „Das von den Kooperationen erarbeitete Wissen über Pflanzenschutz, Düngung sowie den Einsatz besonderer Maschinen ist mittlerweile Vorbild für den ganzen Berufsstand“, hatte Kreis-Vorsitzender Günter Buttighofer im Rahmen eines Pressetermins betont. 

Dieses Wissen wende er auch beim Einsatz von Herbiziden an, betont Christian Vedder. „Kein Landwirt kann einfach so zur Genossenschaft gehen und irgendwelche Pflanzenschutz- oder Unkrautvernichtungsmittel kaufen. Wir müssen uns alle drei Jahre fortbilden lassen, um diese Mittel überhaupt einsetzen zu dürfen“, sagt Vedder, der um die öffentliche Meinung zu Glyphosat weiß – aber auch an die jahrelange, kritiklose Verwendung dieses Mittels erinnert. 

Kein gutes Haar lässt der Landwirt etwa an den Grünen, die zum Schutz vor Wasser- und Winderosion im Jahr 2010 in besonderen Gefährdungsgebieten ein Pflugverbot durchgesetzt hätten. „Darauf mussten einige Landwirte mit dem Einsatz von Glyphosat reagieren, um eine Erosion des Bodens gegen Null zu fahren“, sagt Christian Vedder. Wenn man so will, wurde der Beelzebub mit dem Teufel ausgetrieben. 

Grundsätzlich stehe er jedem besorgten und interessierten Bürger jederzeit gerne Rede und Antwort, um Missverständnisse frühzeitig auszuräumen, betont der Landwirt aus Güntenbecke. „Es ist normal und auch richtig, dass uns auf die Finger geschaut wird und schwarze Schafe mag es auch bei uns Landwirten geben. Aber wir bringen keine Mittel unbedacht aus“, betont Christian Vedder. „Ganz im Gegenteil: Wenn wir zum Beispiel Pflanzenschutzmittel in geringeren Mengen einsetzen könnten, wäre damit ja auch unserem Geldbeutel geholfen. Denn: Unternehmen wie Bayer oder BASF sind auf Profit aus. Entsprechend hoch sind die Preise. Wenn wir da sparen können, ist das auch im Interesse der Landwirte.“

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