L 708: 2014 Sanierung des zweiten Abschnitts

In Topzustand präsentieren sich in diesem Bereich Fahrbahn, Buscaps und der „abgetrennte“ Geh- und Radweg. - Fotos: Helmecke

VALBERT/WINDEBRUCH -  Nachdem die Arbeiten an der Sanierung der Fahrbahn der Landstraße 708 zwischen dem Schnütgenhof und der Zufahrt zur Listerstaumauer seit einigen Wochen abgeschlossen sind, gibt es jetzt für die weitere Strecke um die Listertalsperre gute Nachrichten vom Landesbetrieb Straßen NRW.

Von Jochen Helmecke

Michael Overmeyer, Pressesprecher der Niederlassung Südwestfalen, teilte auf Nachfrage der MZ mit, dass im Jahr 2014 mit dem Weiterbau an der maroden L 708 gerechnet werden kann. „Wir haben die Mittel vorgesehen und sind im Moment dabei, die letzten grundstücksrechtlichen Probleme auszuräumen“. Gelingt das, und davon geht man beim Landesbetrieb fest aus, könnte im Anschluss an die bisher rund 900 Meter lange Sanierungsstrecke ein weiterer, etwa 1200 Meter umfassender Abschnitt, folgen.

Bei den Baukosten gehen die Fachleute von einer vergleichbaren Größenordnung wie bisher aus. Das Land hatte für den teilweisen Neubau und die Sanierung der Fahrbahnoberfläche sowie die Anlegung des separaten Geh- und Radweges bisher rund 700 000 Euro investiert.

Bei der Ausführung der Arbeiten durch die Kirchhundemer Firma Straßen- und Tiefbau wurde trotz zusätzlichem Mehraufwand, welcher durch unvorhersehbare Umstände entstand, sowohl der Zeit- als auch der Kostenrahmen eingehalten beziehungsweise unterschritten.

Dass nunmehr vorliegende Ergebnis kann sich sehen lassen. Ansprechend gestaltet, steht den Radfahrern und Fußgängern eine „sichere Wegeführung“ auf der Uferseite der Listersperre zur Verfügung. Die Fahrbahnoberfläche ist jetzt ebenfalls in einem Topzustand. Eine Verkehrsinsel als Querungshilfe für Fußgänger, Buscaps und eine Geländeranlage „runden“ die Maßnahme ab.

Unterhalb des Gasthofes „Schnütgenhof“ sind die Arbeiten zur Errichtung eines neuen Parkplatzes, bis auf den endgültigen Ausbau der Oberfläche, auch fertiggestellt. Im Frühjahr 2014 soll es dort weitergehen. Bekanntlich wird hier im Rahmen des Regionale-Projektes Naturerlebnis Biggesee-Listersee eine Abstellmöglichkeit für 236 Autos entstehen (wir berichteten). Auf diesem können die Badegäste der Listertalsperre ihre Fahrzeuge abstellen und müssen nicht, wie bisher leider üblich, verkehrsgefährdend am Straßenrand parken.

Auf der Uferfläche, welche die Stadt Attendorn von der Familie Schnüttgen langfristig gepachtet hat, sind ebenfalls verschieden Verbesserungen vorgenommen worden. So wurden Zuwegungen zum Wasser angelegt und eine Zaunanlage um die Badestelle angebracht. Hauptziel hier: Die „Ströme“ der Badegäste zur steuern, damit diese nicht an beliebigen Stellen die Fahrbahn betreten können, sondern an den dafür vorgesehen sichereren Querungen.

Mit der jetzt vorgesehenen Fortsetzung der Sanierungsarbeiten an der L 708 ist auch der Weiterbau des Geh- und Radweges in gleichem Standard eingeschlossen. Bis zur Ortslage Im Siepen sollen die Arbeiten durchgeführt werden. In einigen Bereichen dieser Strecke müssen zur Realisierung der Planung auch „Fahrbahnverschränkungen“ vorgenommen werden. Auf Grund des insgesamt vorhandenen Platzes, ist dies allerdings für die Fachleute des Landesbetriebes kein unlösbares Problem.

Ganz anders sieht es da schon für die Planer im Abschnitt von Windebruch bis Hunswinkel aus. Knackpunkt hier: Der Abschnitt Heiligenberg. Hierfür gibt es zwar schon verschiedene Lösungsansätze, die letztendlich umsetzbare Variante hat man aber noch nicht gefunden. Ebenso steht noch kein Termin für den Beginn der Arbeiten am verbleibenden Streckenabschnitt Im Siepen bis Windebruch fest.

Gerade aber dieser Bereich ist nicht unerheblich mit dem Regionaleprojekt „Naturerlebnisgebiet Biggesee-Listersee“ verknüpft. In einem von mehreren Teilen des Gemeinschaftsprojektes der Städte Attendorn, Olpe, Drolshagen und Meinerzhagen geht es um die Badestelle Windebruch. Vorgesehen ist hierbei eine Vergrößerung und ein verbesserter Zugang zum Wasser durch eine künstliche Anlandung. Die in diesem Zusammenhang notwendigen Planungen sind in Abstimmung mit der Genehmigungsbehörde (Märkischer Kreis) mittlerweile abgeschlossen.

In einem nächsten Schritt soll nun ein so genannter Scopingtermin folgen, bei dem sich die Träger öffentlicher Belange (Naturschutzverbände, Ruhrverband, Landesbetrieb Straßen NRW, Ver- und Entsorgungsträger) formell am Verfahren beteiligen. „Die bereits stattgefundenen Vorgespräche in der Planungsphase lassen für uns den Schluss zu, dass im weiteren Verfahren keine Einwände der zu Beteiligenden zu erwarten sind“, so Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck auf Nachfrage der MZ. Dementsprechend geht er davon aus, dass eine wasserrechtliche Genehmigung bis Frühjahr 2014 vorliegen wird. Gefördert wird die Maßnahme, deren Kosten bei rund 270 000 Euro liegen, zu 80 Prozent vom Land. Der Eigenanteil der Stadt beträgt somit etwa 54 000 Euro.

Neben Planungskosten verschlingt davon der Transport und Einbau des zur Anfüllung erforderlichen Bodenmaterials – immerhin etwa 40 000 Kubikmeter – den dicksten Batzen. Offen ist derzeit, wo das Material herkommen könnte. Die geltenden gesetzlichen Bestimmungen zum Einbau von Bodenmassen sind hierbei zu Recht eine „hohe Hürde“. Im Einzugsgebiet ist nämlich nur der Einbau von Boden der Klasse „Z0“ zulässig, was absolut unbelastetem Boden entspricht. Zudem kommt hinzu, dass der Einbau des Bodens nach Absprache mit dem Betreiber der Talsperre, dem Ruhrverband, aus bautechnischen Gründen möglichst im Winter bei abgesenktem Wasserstand erfolgen soll. Neben der Anfüllung gehören die Anlegung einer vergrößerten Wiesenfläche mit Bepflanzung, der Aufbau von Umkleidemöglichkeiten und die Ergänzung der sanitären Einrichtungen mit zum Umfang der Maßnahme.

Im Hinblick auf die Nutzung der zur Verfugung stehenden Flächen in Windebruch geht Fachbereichsleiter Jürgen Tischbiereck davon aus, dass eine „parallele Realisierung des Rad- und Gehweges und die Ertüchtigung der Badestelle nahezu unabdingbar sind. Wir brauchen auch bestimmte Flächen im Uferbereich, die jetzt noch der verkehrlichen Nutzung, einschließlich als Parkplatzflächen, dienen.“

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