Keine Freigabe an L709 in Sicht: Arbeiten im Listertal dauern an

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So lange die Mängel nicht beseitigt sind, bleibt die L709 nur für den Anliegerverkehr freigegeben.

Meinerzhagen - „Ich kann die Verärgerung der Autofahrer verstehen. Die Sanierungsarbeiten an der Landstraße 709 sind nicht zufriedenstellend abgelaufen.“ Mit dieser klaren Aussage bezieht Eberhard Zimmerschied, Abteilungsleiter für Betrieb und Verkehr der Straßen.NRW-Niederlassung Südwestfalen, im Gespräch mit der MZ Stellung.

Als die Arbeiten gegen Ende April letzten Jahres starteten, ging man von einer rund fünfmonatigen Bauzeit für den Abschnitt von Oesterfeld bis Krummenerl aus. Ein durchaus engagierter, aber nicht zuletzt wegen der Arbeiten unter Vollsperrung wohl einhaltbarer Zeitplan. Diverse Unwägbarkeiten, notwendige Planänderungen und Ergänzungen führten dann immer wieder zu Verzögerungen. Aber auch Abstimmungsprobleme und nicht optimale Ablaufplanungen trugen dazu bei (MZ berichtete mehrfach).

„Es ist ärgerlich, dass wir den erwarteten Zeitvorteil durch den Bau unter Vollsperrung nicht oder besser gesagt nicht abschließend nutzen konnten“, so Zimmerschied. Mit dieser Aussage verbindet er auch den nun vor Ort herrschenden Zustand. Denn immer noch ist die L 709 bis auf den Anliegerverkehr gesperrt. Vom optischen Zustand her ist das für die Verkehrsteilnehmer nicht nachvollziehbar. Sie können nämlich auf der rund 4,5 Kilometer langen Strecke auf einer neuwertigen Straße fahren.

An den Banketten besteht laut Straßen.NRW die Gefahr, dass es zu Absackungen kommt.

Dass wiederum würde Straßen.NRW auch gerne ermöglichen, gäbe es nicht noch erhebliche Mängel, die zunächst beseitigt werden müssen, damit eine sichere Nutzung möglich ist und zugelassen werden darf. Herausgestellt hatten sich diese in Vorbereitung der regulären Schlussabnahme Anfang Dezember. „In einigen Bereichen sind die Bankette nicht ausreichend angelegt beziehungsweise tragfähig“, erläutert der Leiter der Straßenmeisterei Herscheid Hans-Peter Lüsebrink. „Im Falle einer Mitbenutzung der Flächen bei Begegnungsverkehr könnte es zu kritischen Situationen kommen.“

„Winterpause“ der Tiefbaufirma

Dass dieser Umstand überhaupt noch eine Rolle spielt, hat einen einfachen Grund: Anstatt die erforderlichen Arbeiten an den Banketten durchführen zu können, musste die bauausführende Tiefbaufirma in den letzten Wochen eine Winterpause einlegen. Und auch wenn der Schnee zumindest aktuell verschwunden ist, ist an ein Arbeiten an den „aufgeweichten“ Uferbereichen derzeit nicht zu denken.

Letztendlich wird die Witterung der nächsten Wochen über den zeitlichen Fortgang der Arbeiten entscheiden. Eine vorherige Freigabe wäre rechtlich eventuell nur unter erheblichen Einschränkungen der Geschwindigkeit – deren Einhaltung laut Straßen.NRW nur schwer sicherzustellen wäre – und zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen möglich.

Zweiter Bauabschnitt Anfang 2019

„Wir gehen davon aus, dass uns im zweiten Bauabschnitt von Krummenerl bis Hunswinkel ein reibungsloserer Ablauf gelingt“, so Eberhard Zimmerschied. Beginnen will man dort nach neuester Planung erst Anfang 2019. Zum einen, um die Arbeiten inklusive der Auftragsvergabe 2018 komplett abschließen zu können, zum anderen, weil eine andere Maßnahme vorgezogen werde. Die L 707 wird auf der Strecke von Wiebche bis Wormgermühle komplett saniert.

„Wie ursprünglich vorgesehen, werden wir die Fahrbahn im Bestand erneuern und ebenso die Seitenbereiche“, gibt Eberhard Zimmerschied gegenüber der MZ bekannt. Da auch hier eine Vollsperrung vorgesehen ist, wird die L 709 in dieser Zeit als Umleitungsstrecke dienen.

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