Landrat besucht Tagesmütter

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Landrat Thomas Gemke im Gespräch mit der Kindergartenleitung und einer Tagesmutter. ▪

MEINERZHAGEN ▪ „Wie eine zweite Familie“ – so werden Tagesmütter oft von den von ihnen betreuten Kindern wahrgenommen.

Umso wichtiger war es für den Landrat des Märkischen Kreises, Thomas Gemke, mit diesen für viele Kinder so wichtigen Bezugspersonen ins Gespräch zu kommen. Bei seinem Besuch im Meinerzhagener Kindergarten „Rappelkiste“ am Mittwoch nahm sich der Verwaltungschef Zeit, um mit sieben Tagesmüttern über ihren Berufsalltag zu sprechen – und herauszufinden, an welchen Stellen ihrer Meinung nach Verbesserungsbedarf besteht.

Zunächst berichteten die Frauen von den Erfahrungen, die sie bisher in ihrem Beruf gemacht haben: Die seien fast immer positiv gewesen. „Die Arbeit mit Kindern macht einfach Spaß“, so der allgemeine Konsens.

Auch Landrat Thomas Gemke wusste das zu bestätigen: „Mein Sohn ist mittlerweile 25, meine Tochter 23 – das ging wirklich schnell, ich weiß noch genau, wie sie früher waren“, erinnerte er sich. „Da ist das Programm in Ihrem Beruf dann sicher voll“, stellte er anerkennend fest und wurde von allen Seiten bestätigt.

Es gab aber auch Kritik, die die Tagesmütter gegenüber Gemke zum Ausdruck brachten. So seien ihnen „einige Unstimmigkeiten im Vergleich mit anderen Regionen“ aufgefallen, wie beispielsweise die unterschiedliche Bezahlung der Tagesmütter oder der Anspruch auf bezahlten Urlaub. Diese Tatsache erläuterte Eckehard Beck, Fachbereichsleiter für Jugend und Bildung des Märkischen Kreises, der gemeinsam mit Thomas Gemke angereist war: „Die unterschiedlichen Bedingungen in den verschiedenen Regionen sind tatsächlich vorhanden. Das hängt auch damit zusammen, dass von Jugendamt zu Jugendamt unterschiedliche Faktoren bestimmend sind und man sich bisher nicht auf eine einheitliche Basis geeinigt hat. Doch in diesem Bereich können wir sicherlich noch besser werden“, schloss er. „Solche Themen muss man bündeln und wieder aufgreifen“.

Interesse signalisierte Thomas Gemke auch bei seiner abschließenden Frage nach Anregungen, die er an die Tagesmütter richtete. Daraufhin kam ein oftmals auftretendes Problem zur Sprache: „Vielen ist nicht klar, dass ihnen eine Tagesmutter zusteht, dass das gefördert wird. Eltern denken häufig, sie müssten dafür privat in die Tasche greifen“, so der Erfahrungsbericht der Frauen. Auch hier versprachen Gemke und Beck Abhilfe: „Das, was Sie tun und zu welchen Konditionen Sie verfügbar sind, muss stärker publik gemacht werden“, so Beck. ▪ juli

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