Corona-Krise im Gastgewerbe

Das Landhaus im Krisenmodus

Würde gern wieder Gäste bewirten – und das so schnell wie möglich: Tobias Kogge, einer von drei Geschäftsführern im Landhaus Nordhelle.
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Würde gern wieder Gäste bewirten – und das so schnell wie möglich: Tobias Kogge, einer von drei Geschäftsführern im Landhaus Nordhelle.

Zimmer ohne Gäste, verwaiste Tagungsräume. Im Restaurant: gähnende Leere. Hallenbad und Kegelbahn – ungenutzt. Das Landhaus Nordhelle, Auf dem Koppenkopf, über den Dächern von Valbert ist im Dornröschenschlaf. Es geht nicht anders.

Valbert – Touristen dürfen nicht kommen, das Beherbergungsverbot schreibt das vor. Und das Restaurant kann nicht einmal von Einheimischen genutzt werden. Auch das eine Folge der Corona-Einschränkungen. Doch ans Aufgeben denkt Tobias Kogge keinesfalls. Er ist einer von drei Geschäftsführern des Landhauses und er stellt klar und deutlich fest: „Das Haus zu schließen, das war für uns niemals Thema.“

Finanzielle Einschnitte

Allerdings muss auch Tobias Kogge mit finanziellen Einschnitten leben, auch laufende Kosten müssen schließlich beglichen werden. „Das Hallenbad kann man beispielsweise nicht einfach sich selbst überlassen und wir müssen auch weiter heizen“, erläutert er. Kogge beziffert die Einbußen insgesamt „auf weit mehr als 50 Prozent“. „In dieser Situation kann das Haus nur überleben, weil alle Mitarbeiter mitgezogen haben und mitziehen. Sie alle haben sich sehr korrekt verhalten und tun das immer noch.“

Von den 25 Mitarbeitern befinden sich laut Kogge 20 in „Kurzarbeit null“. Da war dann auch die staatliche Hilfe sehr willkommen: „Wir haben schnell Unterstützung bekommen. Die November- und Dezemberhilfe waren super Angebote. Und in diesem Zusammenhang ist es auch sehr hilfreich, dass wir mit der Stadt, dem Kreis und der Arbeitsagentur sehr gut zusammenarbeiten“, fühlt sich Kogge wirkungsvoll unterstützt. Auch der Kontakt zum evangelischen Kirchenkreis Iserlohn, einst einer der Besitzer der Einrichtung –, sei nicht etwa abgebrochen, berichtet der Geschäftsführer: „Wir wollten das von Anfang an mit der Kirche durchziehen – und das tun wir. Wir reden beinahe wöchentlich und die Krise schweißt zusammen.“

Termine verschoben

Geschäftsreisende haben das Haus vor der Pandemie gern genutzt. Und auch jetzt würden sie dem Landhaus weiter die Treue halten, berichtet Kogge und fügt hinzu: „Viele sagen geplante Veranstaltungen nicht einfach ab, sie verschieben dann ihren Termin.“

Was die Zukunft bringt, das weiß auch Tobias Kogge nicht. Die steigenden Inzidenzzahlen bereiten aber auch ihm Sorgen. Die lange Zwangspause wirkt sich natürlich auch auf die Mitarbeiter des Landhauses aus, die laut Kogge sehr gerne wieder arbeiten würden und nicht noch länger auf die Öffnung warten möchten. „Das führt vielleicht sogar zu einer Entfremdung mit dem Haus. Unsere letzte gemeinsame Zusammenkunft hatten wir im Oktober des vergangenen Jahres. Danach haben wir uns nicht mehr in großer Gruppe getroffen. Wenn wir wieder hochfahren dürfen, ist das vielleicht ähnlich wie bei Fußballern, die lange Zeit nicht trainieren durften. Aber wir werden das schon hinbekommen“, ist Kogge zuversichtlich.

Der Geschäftsführer hofft nun auf den bevorstehenden Frühling beziehungsweise Sommer. „Wir haben alle unsere Hausaufgaben gemacht, es gibt natürlich ein Hygienekonzept. Alles andere liegt jetzt nicht in unseren Händen.“

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