Früheres Internat hat Geburtstag

50 Jahre Landesschule Zur Pforte: Ehemalige organisieren Treffen

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Dieses Luftbild aus den 1980er-Jahren zeigt den Komplex der Landesschule. Rechts unten ist die Johanneskirche zu sehen. Im dortigen Gemeindesaal findet am letzten September-Wochenende die Feier statt.

Meinerzhagen - Heute wächst Gras auf dem Gelände der Evangelischen Landesschule Zur Pforte. Doch noch in diesem Monat wird die Erinnerung an das einstige Internat wieder belebt.

„Ein helles Lichtzeichen vor dem dunklen Horizont unserer Zeit.“ Vor gut einem halben Jahrhundert sagte das der damalige Leitende Regierungsdirektor Bruns. Anlass war die Einweihungsfeier der Evangelischen Landesschule Zur Pforte. Die Einrichtung wurde am 1. Mai 1968 Auf der Freiheit in Meinerzhagen eröffnet. Der Abriss des riesigen Schulkomplexes wurde am 17. Januar 2005 begonnen.

Heute wächst Gras auf dem Gelände der Evangelischen Landesschule Zur Pforte. Doch noch in diesem Monat wird die Erinnerung an das einstige Internat wieder belebt. Der Arbeitskreis ehemaliger Landesschüler (AKeL) hat ein Treffen organisiert, das am 29. und 30. September auf dem einstigen Landesschul-Gelände und in der nahen Johanneskirche stattfinden wird. Eingeladen sind alle ehemaligen etwa 1100 Schülerinnen und Schüler, Lehrer, Mitarbeiter und Interessierte. 

Meinerzhagen und die Evangelische Landesschule, dieses Kapitel hat zwei Generationen geprägt. Auch die Meinerzhagenerin Dr. Viktoria Alberts, die heute eine Tierarzt-Praxis in der Volmestadt betreibt, zählte in den 1970er-Jahren zu den Landesschülern. Die Veterinärmedizinerin ist auch Mitglied des Meinerzhagener Presbyteriums, wird am Sonntag, 30. September, die Begrüßung der Ehemaligen übernehmen und die gemeinsame Vergangenheit in der Landesschule beleuchten. Das geschieht in einem Gottesdienst ab 11 Uhr in der Johanneskirche, der gehalten wird von einem einstigen Landesschüler: Pastor Wolf von Northeim. 

Party im Gemeindesaal

Bereits am 29. September ist eine AKel-Sitzung (15 Uhr, Gemeindehaus Inselweg) geplant. Außerdem wird ab 17 Uhr ein Gedenkstein eingeweiht, der an die Einrichtung erinnert. Ein Büfett im Gemeindehaus (18.30 Uhr) mit anschließender Party rundet den Samstag ab. Die Abläufe in der Evangelischen Landesschule, in der die Klassen Quarta (7) bis Oberprima (13) unterrichtet wurden, waren bis ins Detail organisiert. 

Dr. Alberts erinnert sich: 6.05 Uhr: aufstehen. Frühstücken – dafür war Zeit bis etwa 7.05 Uhr. Es folgte ein sogenanntes Frühsilentium vor der Schule. Ein wenig Zeit, etwa um letzte Vokabeln zu lernen. 7.30 Uhr: Schulbeginn, montags mit Morgenandacht. Ende des Unterrichtes war um 12.50 Uhr. Mittagessen gab es ab 13 Uhr, gemeinsam im Speisesaal. Ab 13.30 Uhr durfte die Stadt besucht werden, um 17 Uhr hatte sich jeder Schüler aber wieder im Arbeitszimmer einzufinden. Dort wurde (im Idealfall) schweigend gearbeitet. 

Aufsicht führte ein Präfekt, ein älterer Schüler. Und der Raum durfte nicht verlassen werden, außer natürlich zu Toilettengängen. Störer bekamen ein Strafsilentium aufgebrummt, das wurde im Zeichenraum abgeleistet.

Oberstufe: Ausgang bis 22 Uhr

Nach dem gemeinsamen Abendessen gegen 19.30 Uhr fanden oft Abendversammlungen in der internatseigenen Kapelle statt, die wurden von Schülern gestaltet. Und es gab schulinterne Ankündigungen. Anschließend durften – zumindest die Oberstufenschüler – das Internat bis 22 Uhr verlassen. Für die Lehrer hatte die Woche übrigens meist sieben Tage. Schuleigene Ruderboote Die Ausstattung der Schule war vorbildlich: Jeder hatte im Biologieraum zum Beispiel ein Mikroskop. Es gab eine Sternwarte und eine Astro-AG. Und auf der Lister wurde gerudert. Die Boote gehörten zur Schulausstattung.

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